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Süsingbahn II: Planung
Moin Sebastian
Detailfrage zum TrÜpl: Wie genau durchquert ein Zug militärisches Sperrgebiet?
Sind die Tore im Zaun immer verschlossen und werden für Durchfahrten geöffnet?
Wird nur geschossen wenn kein Zugverkehr stattfindet?
Oder wird er Zugverkehr unterbrochen wenn geschossen wird?
Daß Stolzenberg mehrere Werke hatte wusste ich gar nicht, man lernt ja nie aus ;)
Gruß
Alex
#52 RE: Süsingbahn II: Planung
Hallo Alex,
auch in Truppenübungsplätzen wird ja nicht immer und überall geschossen: scharf nur innerhalb besonderer Schießbahnen. Auch Truppenübungsplätze beinhalten solche Schießbahnen, die sind aber immer noch gesondert abgegrenzt und gesichert.
Die Bahnstrecke grenzt zwar an Schießbahnen etc., ist aber nicht im "Schußbereich". In der Realität führt eine Ortsverbindungsstraße von Munster nach Schatensen durch den TrÜPl, das ist eine Privatstraße des Bundes die man auf eigene Gefahr befahren kann (was der Bund jederzeit widerrufen kann). Rechts und links sieht man übende Truppen, es knallt und blitzt, manchmal kreuzen Panzer die Straße (aber: mit Stoppschild und vorsichtig, da kreuzender Zivilverkehr), aber die Straße selber ist nicht in Gefahr. Anhalten und aussteigen oder gar Fotos machen darf man trotzdem nicht.
Woanders: die Strecke der Hümmlinger Kreisbahn führt über die Schießbahn der WTD 91, da wird schon mal quer über die Bahnstrecke geschossen (oder auch das Moor angezündet). Die Schießzeiten sind dem Zugleiter der EEB bekannt und er muss dafür sorgen dass da dann nichts fährt. Bei der ebenfalls hindurchführenden Straße stehen auf dem entsprechenden Abschnitt viele, viele Schranken, und das habe ich mit dem Auto mal erlebt. Man fährt durch den Wald, plötzlich gehen Blitzlichter an und Schranken quer über die Straße schließen sich. Man wartet einige Minuten, dann macht es weit entfernt "Bumm!", man hört das Geschoss am Himmel vorbeifliegen, "Rabumm" schlägt es irgendwo ein. Zwei Minuten später geht die Schranke hoch und man fährt weiter.
Grüße,
Sebastian
P.S.:
Tore gibt es für hindurchführende Bahnstrecke keine, nur eindringliche Schilder, riesengroß und mit roter Schrift in mehreren Sprachen.
#53 RE: Süsingbahn II: Planung
Die österreichische Franz-Josefsbahn, eine (ehemals 2gl) elektrifizierte Hauptbahn, führt durch einen Randzipfel des Truppenübungsplatzes Allentsteig in Niederösterreich, wo auch eine Anschlussbahn fürs Bundesheer vorhanden ist. Eine öffentliche Straße geht quer durch, kann aber jederzeit gesperrt werden. Scheint alles kein Problem zu sein ...
H.M.
#54 RE: Süsingbahn II: Planung
Stoltzenberg! Da klingeln bei mir als Behördenmitarbeiter gleich alle Alarmglocken. Genialer Sidekick 😁👍🏻
Vermutlich befand sich in dem ehemaligen Kaliwerk bei Schatensen auch eine Heeresmunitionsanstalt, die während der Räumung durch die Briten unter Major Krawumm ganz zufällig in die Luft geflogen ist 🙄
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.
Stoltzenberg, Marshall,
ja, aber was ist denn mit der Kali-Chemie AG? Das ist doch Niedersachsen pur!
Ich zitiere mal nach Schöne Aktien:
Zitat
Betrieb von Bergwerken und chemischen Fabriken sowie der Vertrieb von Bergwerksprodukten und chemischen Erzeugnissen. Gewonnen und hergestellt wurden:
1. Düngemittel: Kalisalze, Superphosphat, schwefelsaures Ammoniak, Mischdünger.
2. Anorganische Schwerchemikalien: Säuren und Salze, Schwefel; Perverbindungen: Peroxyde.
3. Bergwerks- und Salinenerzeugnisse: Steinsalz, Siedesalz u.v.a.
4. Elektrochemische Erzeugnisse: Chlor und anorganische Chlorerzeugnisse.
5. Bunt- und Mineralfarben: Erdfarben, Eisenoxydfarban,
6. Arzneiwaren.
Gegründet am 14.9.1899 unter der Firma "Kaliwerke Friedrichshall AG". Die Firma wurde mit Rücksicht auf die Erwerbung der qualifizierten Mehrheit der Kuxe der Gewerkschaften Salzbergwerk Neu-Staßfurt und Salzbergwerk Neu-Staßfurt II gemäß Hauptversammlungsbeschluß vom 30.8.1921 in "Kaliwerke Neu-Staßfurt Friedrichshall AG" und aus Anlaß der Übernahme der Rhenania-Kunheim Verein Chemischer Fabriken AG gemäß Hauptversammlungsbeschluß vom 6.9.1928 in "Kali-Chemie AG" mit dem Sitz in Berlin geändert.
1943 bestanden folgende Werke: Sehnde (Friedrichshall I und II), Ronnenberg I, Heilbronn, Hönningen, Berlin-Niederschöneweide, Oberhausen, Mannheim-Wohlgelegen, Stolberg, Charlottenburg (Salzufer 8), Brunsbüttelkoog, Meggen, Hamburg-Altona, Herrlingen, Zollhaus, Brenk (Eifel) u.v.a.
Beteiligungen (1943):
1. Arienheller Sprudel- und Kohlensäure AG, Arienheller bei Rheinbrohl.
2. Hönninger Sprudel GmbH, Henningen (Rhein).
3. Pennrich-Huy & Co., AG, Bingen sowie diverse weitere, vor allem auch an Gewerkschaften.
Nach 1945 Verlagerung des Hauptsitzes nach Sehnde/Hannover, 1953 Erwerb der Aktienmehrheit durch Solvay (die Anteile an der Kali-Chemie AG werden heute zu 99,5 % von der Solvay Deutschland GmbH gehalten, mit der seit 1990 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht), 1972 Gründung der Kali-Chemie Pharma GmbH, (1997 Solvay Pharmaceuticals GmbH/Solvay Arzneimittel GmbH).
(Quelle: Peus Nachf.)
Und Privat-Wagen ham se gehabt, über 150 Stück im Laufe der Jahre. Und überall stand fett "Kali-Chemie AG Hannover" drauf. Wer den Carstens Band 9.2 zur Hand hat, kann sich ja mal auf Seite 186/187 verlustieren.
Und nicht zu vergessen natürlich der Wagen von Liliput!
Und einen Abnehmer für "elektrochemische Produkte" gäbe es im Südwesten Berlins mit der Berliner Kupfer-Raffinerie...
Gruß
Alex
#56 RE: Süsingbahn II: Planung
Zitat von Fischkopp im Beitrag #55
Stoltzenberg, Marshall,
ja, aber was ist denn mit der Kali-Chemie AG? Das ist doch Niedersachsen pur!
Mensch, du triffst schon wieder den Nagel auf den Kopf... Also, neben dem großen Werk in Hohenbünstorf und der kleinen Stoltzenbergfiliale (die sich in Breloh, wie bereits in den 1920ern, mit der Bergung und Entsorgung von chemischen Kampfstoffen befasst) braucht die Anlage jetzt nicht noch einen Chemiebetrieb. Aber bei der Suche nach einem passenden Unternehmen für Hohenbünstorf war die Kalichemie auch auf der Liste.
Es ging eigentlich darum dort einen großen, aber nicht riesigen Chemiebetrieb zu erfinden dessen Produktion ein vielfältiges Wagenaufkommen (nicht nur Kesselwagen) erzeugt und das man glaubhaft "mitten in der Heide", insbesondere ohne einen großen Fluss, ansiedeln kann. Die Kalichemie kenne ich aus unserer früheren Kreisstadt Nienburg wo es früher ein großes Werk gab das aber in den 1990ern von Solvay Stück für Stück in Einzelunternehmen zerlegt und verkauft wurde und heute als Industriepark Nienburg (https://www.industriepark-nienburg.de/in...dort/geschichte) weiterbesteht. Im Detail weiß ich nicht was dort früher alles gemacht wurde, nur dass z. B. unlöslicher Schwefel (für Reifenherstellung) und Schwefelsäure Schwerpunkte waren.
Nach etwas Recherche habe ich das nicht weiterverfolgt weil man über die Betriebe der eigentlichen Kalichemie (also nicht die Werke in Rheinberg usw., die immer schon zu Solvay gehörten) im Netz sehr wenig Infos findet. Die meisten Fundstellen berichten nur von kaufmännischen Themen, welche Aktienanteile hin- und hergeschoben wurden und so.
Wagen der Kalichemie könnten trotzdem auftauchen. Marshall Chemical benötigt ja verschiedene Rohstoffe/Vorprodukte von denen Sachen wie Natriumhydroxid, Essigsäure, Chlor und Aluminiumoxyd u. a. auch von Kalichemie produziert wurden.
Das Carstens-Buch habe ich nicht. Gibt es außer dem verlinkten Liliputwagen sonst noch Modelle der Kalichemie in H0?
Grüße,
Sebastian
Hi Sebastian,
das von Dir verlinkte Bild
zeigt die in das Werkareal hineinführenden Gleise sehr schön. Einige dürften schon zuasphaltiert worden sein, scheinen aber weiter gut zu erkennen. Wie wär's mit einem field day zur näheren Erkundung? Eher an einem Werktag, wo Du sicher auskunftsfreudige Menschen treffen kannst. Ich leite in ähnlichen Situationen meine Fragen mit der Formel "Aus modellbahnarischen Gründen..." ein und erhalte oft ein wissendes Lächeln - gerade auch von Frauen, dann mit einem Anteil Milde.
Den Carstens hab' ich, da muss ich noch gucken.
Schönen Sonntag noch,
Reiner
#58 RE: Süsingbahn II: Planung
Moin,
zur Kali-Chemie können wir mal kurz einen Blick in meine Vitrine werfen:
Märklin brachte in den 80ern die Staubgutwagen mit Kali-Chemie-Bedruckung heraus, inwieweit die vorbildgerecht waren kann ich nicht sagen. Vier von denen habe ich noch aus meiner Märklin-Zwischenzeit, ebenso Modelle vom selbsternannten Branchenprimus aus Göppingen von Solvay.
Von Liliput gab es neben dem Kesselwagen auch einen Säuretopfwagen, der aber aus den 1960ern und damit aus der Mottenkiste stammt. Vor Kurzem gab’s bei Schnellenkamp ein Spur-0-Modell der Kali-Chemie, Bilder dürften sich im Spur-Null-Magazin-Forum befinden.
Grüße
Jörn
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.
#59 RE: Süsingbahn II: Planung
Hallo Reiner,
Spontane Field Days innerhalb eines eingezäunten Chemiebetriebs gemäss Störfallverordnung, mit Werkschutz umd allem kann man vergessen. Viel zu finden ist da auch nicht, ich kenne ein paar Leute die dort beruflich unterwegs sind. Früher ging das, 2024 muss man auf einen Tag der offenen Tür warten.
Grüße Sebastian
#60 RE: Süsingbahn II: Planung
Zitat von Sebastian im Beitrag #56
Es ging eigentlich darum dort einen großen, aber nicht riesigen Chemiebetrieb zu erfinden dessen Produktion ein vielfältiges Wagenaufkommen (nicht nur Kesselwagen) erzeugt und das man glaubhaft "mitten in der Heide", insbesondere ohne einen großen Fluss, ansiedeln kann. Die Kalichemie kenne ich aus unserer früheren Kreisstadt Nienburg wo es früher ein großes Werk gab das aber in den 1990ern von Solvay Stück für Stück in Einzelunternehmen zerlegt und verkauft wurde und heute als Industriepark Nienburg (https://www.industriepark-nienburg.de/in...dort/geschichte) weiterbesteht. Im Detail weiß ich nicht was dort früher alles gemacht wurde, nur dass z. B. unlöslicher Schwefel (für Reifenherstellung) und Schwefelsäure Schwerpunkte waren.
Ehrlich gesagt würde ich mir nicht so viele Gedanken über die Details (welches Produkt etc.) machen. Ein Chemiewerk ist ein sehr betriebsintensives Vorbild. Empfang/Versand von Einsatzstoffen/Produkten in allen möglichen Versandformen (Kleingebinde in Gbs, Granulate in Ucs und noch die Kesselwagen) und das alles ohne Ladeeinsätze tauschen zu müssen.
Bei den Kesselwagen ist zu beachten dass diese meist produktgebunden sind um eine aufwändige Reinigung bei Produktwechsel zu vermeiden. Manche Kesselwagen können auch von anderen Firmen sein, wenn zum Beispiel eine Einsatzstoff zugekauft wird.
Vielleich kann @Silbergräber ein paar Makrofotos der Anschriften seiner Wagen machen?
Grüße Hubert
#61 RE: Süsingbahn II: Planung
Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #60
Ehrlich gesagt würde ich mir nicht so viele Gedanken über die Details (welches Produkt etc.) machen. Ein Chemiewerk ist ein sein betriebsintensives Vorbild.
Moin Hubert,
da hast du recht, man muss sich da nicht zwingend in Details verbeißen. Aber erstens machte es Spaß sich, schon vor ein paar Jahren, mit diesen Dingen zu beschäftigen. Und zweitens möchte ich es, wenn es keinen großen Mehraufwand macht, halbwegs akkurat machen.
Mein bisheriges Berufsleben spielte sich in der Stahlindustrie und der Kraftwerksbranche ab, und wenn da bei Stummi oder so irgendwelche Hüttenwerke gebaut werden und der Produktionsprozess völlig falsch erzählt wird schüttelt es mich immer (Klassiker ist wenn die Leute immer schreiben dass ausgemusterte Dampfloks "im Hochofen gelandet" sind).
Da wir nun schon mit Chemie angefangen haben hier mal kurz was Marshall Chemical so den ganzen Tag macht (Chemiker bitte weghören, ist bestimmt zu einfach beschrieben):
1. Wie bei Fa. Wolff & Co. im Bomlitz befasst man sich mit der Zellulosechemie. Rohstoff ist Zellulose in Ballenform, angeliefert von den großen Zellstofffabriken.
2. Diese wird gemahlen und in eine heiße, mit Natriumhydroxid angesetzte alkalische Lösung getaucht, es entsteht Alkalizellulose.
3a. Aus Chlor (von Chlorwerken) und Methan (Nebenprodukt von Raffinerien) entsteht Methylchlorid. Diese wird mit der Alkalizellulose zu Methylcellulose (MC), dem ersten Fertigprodukt. Für MC gibt es unzählige Anwendungen als Verdickungs-, Binde-, Klebe- und Sonstwasmittel in Tapetenkleister, Shampoos, Arzneimitteln und Lebensmitteln. Wie alle folgenden Produkte liegt MC am Ende in Pulver- oder Granulatform vor.
3b. Alternativ wird die Methylcellulose mit Ethylenoxid weiterbehandelt und schließlich mit anderen Stoffen neutralisiert, destilliert usw. Es entsteht Hydroxyethylmethylcellulose (HEMC) die vor allem in der Bauchemie (Fliesenkleber, Mörtel usw.) gebraucht wird.
3c. Ebenfalls mit Chlor plus Essigsäure und Zugabe von Acetanhydrid entsteht Chloressigsäure die mit der Alkalizellulose zu Carboxymethylcellulosen (CMC) wird. Anwendungen sind Waschmittel, Leime, Bindemittel und Behandlung von Textilien.
4. Firma Wolff & Co. hat dann teilweise noch Folgeprodukte hergestellt. Etwa (teils lebensmittelechte) Verpackungen aus Zellulosevorprodukten (Wursthüllen, Folien...).
---
Wageneingang:
- Zellulose (G-Wagen, Schiebewandwagen)
- Natriumhydroxid, Ethylenoxid, Essigsäure, Acetanhydrid (Chemiekesselwagen)
- Chlor, Methan (Druckgaskesselwagen)
- Steinkohle für das eigene Heizkraftwerk (Fc-Wagen)
- sonstige Betriebs- und Verbrauchsstoffe (mal ein neuer Behälter oder Reaktor auf einem Kbs oder so)
Wagenausgang:
- MC, CMC, HEMC in loser Form für Großverbraucher (Silowagen)
- MC, CMC, HEMC in Gebinden für Kleinverbraucher (G-Wagen, Schiebewandwagen)
- Celluloseverpackungen und -folien (G-Wagen, Schiebewandwagen)
Wie Hubert richtig schrieb sind Chemiekesselwagen oft produktspezifisch (was auch angeschrieben steht), da sehe ich aber drüber hinweg. Gereinigt werden müssen sie bei Marshall Chemical nicht da sie im Werk nicht neu beladen werden.
Nochmal: diese Gedanke muss man sich nicht machen, es machte aber Freude sich damit zu befassen. Ich möchte auch nicht die ganzen Produktionsanlagen auf der Anlage im Detail nachbauen, das meiste werden Hintergrundgebäude und rauchende Schlote auf der Kulisse. Aber die Ladestellen sollen schon wiedererkennbar sein, da müssen ja auch die passenden Wagen geparkt werden.
Grüße,
Sebastian
P.S.:
Die genannten Wagengattungen sind auch schon in eigentlich ausreichender Zahl vorhanden, die wurden in den letzten Jahren fleißig gehamstert. Auch in den 70ern kamen die Druckgas- und Chemiekesselwagen überwiegend von den großen Vermietern wie VTG, EVA usw. Aber wenn ein spezifischer Wagen wie von der Kalichemie wirklich passt ist er natürlich willkommen.
#62 RE: Süsingbahn II: Planung
Bei den Märklin-Wagen bin ich mir nicht sicher, ob sich Tante M da so genau ans Vorbild gehalten hat 😁
Ladegut: Soda
Ladegut: Staubgut 🤷🏻♂️
60 1710 - Trichlorethylen
Wieder Tri, wobei mir die Kemler-Zahl 266 - 2 = Entweichen von Gas durch Druck, 66 = erhöhte Giftigkeit, nicht zuordnen kann.
Wie vor.
Wie vor.
Ich bin auch ein Freund von realistischem Frachtverkehr - auch wenn man sich dabei gut und gerne selbst im Weg stehen kann 😂
Grüße
Jörn
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.
Zum Thema Kesselwagen, in der Regel ändert sich das Produkt in Kesselwagen nicht. Ein Produktwechsel ist immer mit einer Reinigung verbunden, die auch teils sehr aufwendig ist.
Jörn, nein Märklin ist bei Kesselwagen nicht immer vorbildgetreu.
Übrigens bei Deinem Solvay Chlorkesselwagen ist Vorbildtreue eine Frage der Epoche, denn aktuell ist die Gefahrnummer für Chlor 265.
Daher ist ein Chemiebetrieb schon betriebsintensiv und auch abwechlsungsreich. Das Wagenaufkommen ist produktionsabhängig dann aber mit gewisser Stetigkeit.
Gruß Kai-Nils
#64 RE: Süsingbahn II: Planung
Zitat von cargonaut im Beitrag #63
Zum Thema Kesselwagen, in der Regel ändert sich das Produkt in Kesselwagen nicht. Ein Produktwechsel ist immer mit einer Reinigung verbunden, die auch teils sehr aufwendig ist.
Etwas OT:
Das Reinigen von Kesselwagen kann auch eine betrieblich interessante Geschichte sein. In Kirchweyhe gab es jahrzehntelang die Firma RBS ("Reinigen - Beschichten - Sandstrahlen") die ins ehemalige Bw Kirchweyhe eingezogen war und dort Kesselwagen reinigte und überholte. Sehr spannender Betrieb, über die alte 23m-Drehscheibe wurden die Wagen auf die Stände des Ringlokschuppens (Werkstatt, Sandstrahlanlage, Lackiererei) und die Strahlengleise im Freien (Reinigung) verteilt. Es gab auch interessante Werksloks und freundliche Mitarbeiter die einen da immer fotografieren ließen, und selber ne Runde Köf fahren durfte man auch. Leider ist der Betrieb vor einigen Jahren aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden und liegt brach.
Am Südende des Bahnhofs Kirchweyhe liegt noch eine Werkstatt der VTG die Kesselwagen instandsetzt und wartet. Das strahlte früher immer sehr auf die umliegenden NE-Bahnen aus: auf den Nebengleisen der VGH und der BTh waren unzählige z-gestellte VTG-Kesselwagen geparkt. Alle paar Wochen wurden ein oder zwei dieser Wagen von der VTG abgerufen, was gelegentlich Museumsbahner bei irgendeiner Fahrt miterledigten ("Wie war die Nummer? Scheiße, der steht ganz hinten drin..."). Die Wagen gingen dann immer nach Kirchweyhe, entweder zu VTG oder RBS zwecks Aufarbeitung, oder via BTh nach Dibbersen zum Schrotthändler.
Solcher "Abstellerverkehr" ist für Nebenbahnen der Epoche 5 und 6 nicht ungewöhnlich.
Grüße,
Sebastian
#65 RE: Süsingbahn II: Planung
Hallo,
nach der Abschaltung von Abload sind in den Strängen der Süsingbahn I die meisten Bilder verloren gegangen. Da die Karte und das Streckenschema auch für die neue Anlage gelten hänge ich sie hier neu an.
Beide Dokumente sind nicht ganz taufrisch (der Bahnhof Arendorf und einige Anschlüsse fehlen, Bahnhof Velgen wurde zu Natendorf, der Anschluss Schirrhof ist entfallen), helfen aber sicher dennoch bei der Orientierung.
Grüße,
Sebastian
- 2021-07-16 Streckenkarte Munster-Bevensen OHE neu.pdf
- 2021-07-16 Streckenschema Munster-Bevensen OHE.pdf
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#66 Süsingbahn II: Konzeption Güterverkehr
Hallo Modellbahner!
Heute mal ein paar weitere Infos von der Süsingbahn, aber weniger Planung als mehr Betrieb und Verkehr.
Das Betriebskonzept der Anlage ist schon an verschiedenen Stellen zitiert worden, und insbesondere das wohin und woher im Güterverkehr war schon Thema. Da das auf ein gewisses Interesse gestoßen war möchte ich einmal das Betriebskonzept im Ganzen vorstellen. Diese Überlegungen sind nicht neu sondern wurden schon bei der Konzeption der ersten Süsingbahn erarbeitet und der Betrieb (soweit es der Ausbauzustand der alten Anlage zuließ) wurde auch so abgewickelt.
Zwei Anmerkungen vorneweg:
Einmal ist dies eine sehr ambitionierte Konzeption für eine sehr große Anlage. Man muss das, gerade als Einsteiger, nicht so umfangreich und ausgefeilt planen; aber vielleicht kann es doch Anregungen für eigene Projekte liefern.
Zum anderen: wer beim Betrieb auf der Süsingbahn mitmachen möchte braucht das nicht alles lesen oder wissen! Als Zugführer oder Rangierleiter der am Betrieb teilnimmt arbeitet jeder seine Fahrpläne oder Rangierarbeitspläne ab, dafür muss niemand das „große Ganze“ überblicken.
Streckennetz
Zum Einstieg müssen wir uns nochmal die geographische Einbindung der Süsingbahn ansehen (aktualisierte Karte):![]()
Die Süsingbahn verläuft, wie bekannt, von Munster nach „schräg rechts oben“ nach Bevensen. In beiden Endpunkten besteht Anschluss an die DB: in Bevensen an die Hauptstrecke Hamburg – Hannover, in Munster an die Amerikalinie Langwedel – Soltau -Uelzen. In südlicher Richtung schließt sich die OHE-Strecke von Munster nach Beckedorf (Örtzetalbahn) an die in Beckedorf in die „Falckenbergbahn“ nach Celle übergeht.
Schematisch sieht das dann so aus (unter Weglassung der Anschlussstellen):![]()
Auf der Anlage sind die DB-Bahnhöfe Munster und Bevensen sowie die Örtzetalbahn als Zugspeicher ausgeführt.
Zuerst schauen wir uns nur das Verkehrsaufkommen und die Betriebsabläufe im Einzelwagenverkehr an – Stückgut, Ganzzüge und Militärverkehr bleiben erst einmal außen vor.
Übergangsbahnhöfe zur DB
Einzelwagenverkehr findet praktisch ausschließlich als Übergangsverkehr von und zur DB statt, es gibt also a) Eingangswagen von der DB zu einem Ziel auf dem OHE-Netz und b) Ausgangswagen von einem OHE-Bahnhof zur DB. Binnenverkehr innerhalb des OHE-Netzes gab es zwar auch, der kann hier aber vernachlässigt werden.
Über welchen Weg kommen und gehen diese Wagen?
Das hängt von Ursprung bzw. Ziel des Wagens ab – in Anlehnung an die realen Laufwege des Güterkursbuches wurde das auch im Modell nachvollzogen (und ist auf jedem Frachtzettel angegeben). Die OHE hatte sehr viele Übergänge zur DB (sieben Stück, mit Bevensen sogar acht), aber für die Süsingbahn spielen nur drei eine Rolle:![]()
1. Wichtigster Übergangsbahnhof mit rund 60% des Wagenaufkommens ist Celle (auf der Anlage: Zugspeicher Celle). Von dort laufen die Wagen weiter zum Rangierbahnhof Seelze (früher auch zum Rbf. Lehrte, aber das endet Mitte der 60er). Von Seelze bestehen Verbindungen nach Westen (Ruhrgebiet, Rheinland, BeNeLux, Frankreich), nach Süden (Südniedersachsen, Hessen, Süddeutschland) und Osten (Braunschweig, Wolfsburg, DDR, Osteuropa).
2. Rund 30% des Aufkommens läuft über Bevensen (auf der Anlage: Zugspeicher Bevensen DB) und weiter nach Hamburg Harburg Rbf. (Maschen gab es damals noch nicht), relevant für Wagen Richtung Hamburg, Schleswig-Holstein, Skandinavien, nördliche DDR (über Büchen oder Lübeck).
3. Die restlichen 10% werden in Munster übergeben (auf der Anlage: Zugspeicher Munster DB), weiter geht es nach Bremen Rbf. (Bremen, Bremerhaven, Oldenburg, nördliche Niederlande über Weener).
Ziele auf der Süsingbahn
Auf der Anlage haben alle Bahnhöfe diverse Ladestellen (Ladestraßen, Rampen, Gleisanschlüsse). Vier „Großkunden“ spielen aber eine besondere Rolle und haben direkten Einfluss auf den Betriebsablauf:
- In Munster Breloh sitzt das Tierfutterwerk Effem mit hohem Wagenaufkommen (auch viele Kühlwagen als Eilwagen, dazu später mehr).
- In Schatensen Lagerbahnhof erhält die Bundeswehr neben den eigentlichen Militärzügen auch viele Einzelwagen mit Fahrzeugen, Betriebsstoffen, Munition, Versorgungsgütern usw.
- Mit Abstand wichtigster Güterkunde ist das Chemiewerk Marshall Chemical in Hohenbünstorf.
- In Bevensen befindet sich der brandneue Binnenhafen am Elbe-Seiten-Kanal. Dort werden vor allem Düngemittel und Mineralölprodukte umgeschlagen.
Durchgangsverkehr
Schließlich gibt es noch zwei „Durchgangsverkehre“, also Wagen die die Süsingbahn nur im Transit durchlaufen:
- Wagen von Seelze für den DB-Bahnhof Munster laufen tatsächlich über die OHE, werden also in Celle von der DB übernommen und in Munster wieder an die DB übergeben. Das war beim Vorbild tatsächlich bis in die 1980er Jahre so! Analog werden im Modell auch Wagen aus Richtung Hamburg über Bevensen nach Munster geleitet.
- Die Zwischenbahnhöfe der Örtzetalbahn (Kohlenbissen, Dethlingen usw.) sind zwar nicht auf der Anlage dargestellt, aber soweit Wagen dorthin aus Richtung Hamburg oder Bremen anrollen werden sie ebenfalls über Munster geleitet. Weitere Bahnhöfe hinter Beckedorf spielen keine Rolle, dafür gibt es andere Laufwege.
---
Soweit das Verkehrsaufkommen im Einzelwagenverkehr. Nun muss der Güterzugfahrplan so aufgebaut werden dass diese Verkehrsbedürfnisse effizient zu bewältigen sind – wie das geschieht folgt im nächsten Teil.
#67 RE: Süsingbahn II: Konzeption Güterverkehr
Hallo,
wie das mit den Laufwegen praktisch gehandhabt wird zeige ich hier anhand einiger Frachtzettel.
Zuerst ein Eingangswagen, also von der DB zur OHE:![]()
Die Effem bekommt Fischmehl in Säcken von einer Firma in den Niederlanden. Auf dem Frachtzettel ist Munster-Breloh als Ziel angegeben - der Laufweg führt über Bentheim - Seelze - Celle nach Munster. Wichtig ist eigentlich nur die Angabe "Celle Nord", damit weiß ich dass ich den Wagen zum Start im Zugspeicher Celle aufstelle. Der restliche Laufweg (Bentheim usw.) spielt praktisch keine Rolle, aber irgendwie ist es doch realistisch wenn das dort steht.
Das Ziel ist violett hinterlegt, das ist die Kennfarbe für Munster Breloh - alle Zielbahnhöfe und Zugspeicher haben eine solche Kennfarbe, das hilft beim Wagen sortieren enorm. Ob es in Helmond eine Firma Coppen gab die mit Fischmehl handelte weiß ich nicht, aber es klangt "richtig".
Im Betrieb stecken die Frachtzettel natürlich in Wagenkarten (blödes Beispiel, die Wagengattung stimmt nicht ganz):![]()
Sobald der Wagen bei Effem entladen wurde wird der Frachtzettel herausgezogen, und nun steht da "leer zurück an DB". Der Wagen steht also zur Verfügung falls ein Leerwagen gebraucht wird, ansonsten rollt er mit dem nächsten Zug Richtung DB (ohne besondere Festlegung des Übergangsbahnhofs, einfach so wie es am einfachsten ist):![]()
---
Nun ein Ausgangswagen:![]()
Die Firma Löbl (Schrotthändler am Bahnhof Munster Süd) möchte Stahlschrott zu Klöckner nach Bremen schicken. Dazu wird erst einmal ein Leerwagen benötigt. Ziel des Leerwagens ist Munster Süd (Kennfarbe orange).
Mit diesem Zettel suche ich zunächst auf der Anlage nach einem passenden Leerwagen, und sobald ich einen finde wird dieser Leerwagenzettel eingesteckt. Findet sich kein passender Leerwagen wird einer aus dem Vorrat genommen und in einem der Zugspeicher aufgestellt - daher ist für den Leerwagen auch nur sein Ziel, aber kein Ausgangsbahnhof und kein Laufweg angegeben.![]()
Nach erfolgter Beladung wird der Leerwagenzettel einfach umgedreht, und auf der Rückseite steht wie es weitergeht: der Wagen soll in Munster an die DB übergeben werden (Kennfarbe rot), die DB wird ihn über Bremen Rbf. zum Werksbahnhof der Klöcknerhütte (heute "Bremen Stahlwerke") transportieren.
In der Praxis ist das Handling der Wagen recht einfach. Wer mag kann sich die Angaben zu Laufwegen usw. durchlesen, aber es reicht auch zu wissen:
rote - Munster DB
blau - Bevensen DB
violett - Breloh
orange - Munster Süd
grün - Celle/Seelze
grau - Schatensen
...
Grüße,
Sebastian
Zitat von Fischkopp im Beitrag #68
Daß die DB Wagen zwischen ihren Bahnhöfen über Strecken anderer Bahnverwaltungen geleitet hat, wusste ich gar nicht. Gab es noch mehr solcher Arrangements?
Auch einen ganzen Heckeneilzug, den Grenzland-Express von M-Gladbach nach Bentheim bzw. Düsseldorf nach Rheine.
Gruß von Ruhr und Nette
Hans
mein Video-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCzNi2p1SkNYVxc1_1mJJhhA
#70 RE: Süsingbahn II: Konzeption Güterverkehr
Moin Alex!
Zitat von Fischkopp im Beitrag #68
großesfür deine Ausführungen!
Daß die DB Wagen zwischen ihren Bahnhöfen über Strecken anderer Bahnverwaltungen geleitet hat, wusste ich gar nicht. Gab es noch mehr solcher Arrangements?
Na logo, konkret falle mir drei Fälle ein:
- Die EBOE hatte "Transitverkehr" von Lübeck nach Brunsbüttel über die eigene Strecke (westwärts Braunkohle aus der DDR für die Brunsbütteler Chemiebetriebe, ostwärts Dünger von dort).
- Die TWE war für Wagen aus dem Emsland in Richtung Weserbergland/Paderborn zuständig. Nicht dass ganze Durchgangsgüterzüge fuhren, immer so 20-30.000t im Jahr die in den normalen Ng befördert wurden. Als die DB 1976 auf das Knotenpunktsystem umstellte entfielen diese Transporte, aber die Bundesbahn war fair: als Ausgleich schanzte man der TWE die Stahlzüge von Hanekenfähr nach Schloss Neuhaus zu die die Bundesbahn vorher selber über eigene Strecken gefahren hatte. Diese Züge waren der Grund für die spektakulären Triebfahrzeuganschaffungen der TWE in den 80ern.
- Die Bentheimer Eisenbahn kutschierte Wagen aus dem Bereich Bentheim/Rheine in die Region Gronau, Ahaus, Bocholt, nördliches Ruhrgebiet. Auch dieser Verkehr endete 1976 was das Ende der BE-Strecke Bentheim - Gronau einläutete, aber auch hier gab es eine Kompensation: die Wagenübergabe BE/DB wurde von Bentheim nach Rheine verlegt (mehr Kilometer für die BE) und die Privatbahn durfte die Zementzüge aus Erwitte und Beckum auf eigene Rechnung bis Laarwald fahren. Klingt heute unspektakulär, war aber vor der Bahnreform was ganz besonderes.
Sicher gibt es noch mehr Beispiele.
Grüße,
Sebastian
P.S.: Zur TWE gibt es hier eine Fundstelle: https://ab-pro-twe.de/twe/ Konkret liefen Wagen zwischen den Rangierbahnhöfen Rheine (1976 geschlossen) und Paderborn über die TWE. Immerhin machte das bis zu 20% des Wagenaufkommens der TWE aus, und die Wagen liefen über die gesamte Strecke von Ibbenbüren bis Hövelhof, das sind rund 100km.
P.P.S.: Vielleicht eine Erkenntnis für die Anlagenplanung: solche Sonderlocken mit unterschiedlichen Laufwegen, Durchgangsverkehren usw. sind auch auf Nebenbahnen (DB, DR, NE...) möglich. Aber man muss schon eine Durchgangsstrecke nachbilden, eine Stichstrecke mit Endbahnhof bietet das alles nicht.
#71 RE: Süsingbahn II: Konzeption Güterverkehr
Moin,
ich gehe davon aus, dass der Binnenhafen Bevensen mangels Kaliwerk und Raffinerie hauptsächlich von externen Betrieben „versorgt“ wird? Entweder aus Richtung Westen und dann über Munster/Süsingbahn, oder über die DB nach Bevensen und dann als. Übergabe mit OHE oder DB-Lok zum Hafen?
Grüße
Jörn
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.
#72 RE: Süsingbahn II: Konzeption Güterverkehr
Hallo Jörn,
Im Hafen Bevensen sollen Düngemittel von verschiedenen Kaliwerken in Südniedersachsen ankommen: DB nach Celle, dann über Munster nach Bevensen, Zustellung am Hafen durch die OHE. Das lief am Hafen Tönnhausen genauso. Zusätzlich könnte auch Kali von Mariaglück ankommen.
Und Mineralölprodukte: die kommen mit Binnenschiffen von den Raffinerien in Heide, Brunsbüttel und Hamburg, werden in Bevensen eingelagert und von dort per Bahn zum Kunden gebracht. Diese Transportkette hat mich auch gewundert, aber auch das lief in Tönnhausen genauso.
Für den Modellbetrieb sind diese Lösungen attraktiv da die gesamte Süsingbahn befahren wird und am Ende in Bevensen noch kräftig rangiert werden muss.
Grüße Sebastian
P.S.: Hier bewegte Bilder von Rangiergeschäft in Tönnhausen: https://www.youtube.com/watch?v=8PQtlsH8OmQ
#73 RE: Süsingbahn II: Konzeption Güterverkehr
Diese umständliche Transportkette ist der Eigenschaft Hamburgs als Flaschenhals geschuldet. Da kommt es schneller, das Öl auf Binnenschiffe bzw. kleine Küstenmotorschiffe zu verladen und dann auf den Wasserweg Hamburg zu umschiffen.
K+S hat aktuell ein ähnliches Problem mit Hannover: weil man nur eine stark begrenzte Anzahl von Zügen an dem Molloch vorbei bekommt, werden 1/3 der für die Flutung vom Werk Sigmundshall benötigten salzhaltigen Wässer vom Werk Werra zum Hafen Friedrichshall bei Sehnde gefahren, dort in Binnenschifftanker umgeschlagen und zum Hafen Kolenfeld geschippert. Klingt umständlich und teuer, isses auch - aber in der Not frisst der Teufel auch Fliegen.
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.
#74 RE: Süsingbahn II: Konzeption Güterverkehr
Hallo Modellbahner,
nun man „Butter bei die Fische“ mit Blick in den Bildfahrplan. Ich zeige einen angedachten Bildfahrplan der Süsingbahn, getrennt für die Frühschicht (5.00-13.00) und Spätschicht (13.00-21.00). Die Reisezüge sind ausgegraut und sollen heute keine Rolle spielen. Dazu denken muss man sich den Fahrplan der in Munster angrenzenden Strecke nach Beckedorf.
Frühschicht:![]()
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Spätschicht:![]()
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a) Durchgangsgüterzüge
Das Rückrat im Güterverkehr bilden die Durchgangsgüterzüge Celle – Munster – Bevensen (zwei Zugpaare am Tag).
Als Beispiel der Dg 2271 (schwarz): der ist mitten in der Nach in Celle abgefahren und trifft gegen 5.00 in Munster Süd ein. Seine Zugbildung ab Celle ist:
1. Bevensen Ost
2. Hohenbünstorf (nur Marshall Chemical)
3. Munster Süd
In Munster wird Kopf gemacht und Wagen werden ausgesetzt (solche mit Ziel Munster Süd, zur Übergabe an die DB zum Übergang auf Ng und Übergaben. Aufgenommen werden Wagen von Munster nach Hohenbünstorf und Bevensen.
In Hohenbünstorf werden ebenfalls Wagen ausgesetzt und aufgenommen, allerdings nur für das Chemiewerk (sonstige Wagen befördern die Ng). Weiterfahrt nach Bevensen, dort wird der Zug aufgelöst. Die meisten Wagen werden der DB übergeben, andere sind für die Hafenbahn bestimmt.
In der Gegenrichtung verkehrt am späten Vormittag der Dg 2274 Bevensen – Celle (schwarz). Am Nachmittag gibt es analog das Zugpaar Dg 2275/2278 (blau).
b) Nahgüterzüge
Die Zwischenbahnhöfe werden mit Nahgüterzügen bedient. Vormittags verkehrt der Ng 3222 Bevensen – Munster (grün). Das ist ein langer Törn der unterwegs ausführlich rangiert, Wagen von Bevensen zustellt und solche Richtung Munster abräumt. Einen sehr langen Rangierhalt gibt es in Wessenstedt wo zwischendurch der LBAG-Anschluss als Sperrfahrt Ü 1294/1295 bedient werden muss.
In der Gegenrichtung verkehrt am Nachmittag Ng 3229 Munster – Bevensen (grün), auch hier mit Bedienung der LBAG Wessenstedt als Ü 1298/1299. Übrigens werden Schatensen und Munster Breloh von den Ng ausgelassen und per Übergabe bedient.
Nicht auf diesem Bildfahrplan sichtbar ist das Ng-Paar der Örtzetalbahn. Am späten Vormittag trifft ein Ng von Beckedorf in Munster ein, nachmittags fährt der Gegenzug dorthin zurück.
c) Übergaben ab Munster
Der „Vorortbereich“ von Munster wird mit Übergaben versorgt, gefahren von der Munsteraner Ortslok.
Nach Breloh fahren die Übergabepaare Ü 1203/1204 und Ü 1211/1212 (rot).
Dann gibt es Übergaben zum Lagerbahnhof Schatensen die unterwegs auch Schatensen bedienen (und so den Ng entlasten): Ü 1205/1206 und Ü 1215/1216 (rot).
d) Übergaben ab Bevensen
Zur Bedienung der Hafenbahn und der Anschlüsse im Stadtbereich von Bevensen werden auch hier Übergaben eingesetzt, das machen aber die Zugloks der Dg bzw. Ng:
Ü 1242/1243 (schwarz) und Ü 1247/1248 (blau)
---
Eigentlich recht übersichtlich! Über die ganze Strecke fahren zwei Dg-Paare und ein Ng-Paar, dazu eine Handvoll Übergaben von den Endbahnhöfen. Diese ganze Fahrplanstruktur – Dg die nur Knotenbahnhöfe bedienen, Ng für alles zwischendurch, Übergaben im „Vorortbereich“ der Knotenbahnhöfe – ist für die OHE sehr typisch. Wer Fahrplanunterlagen aus den 60er oder 70er Jahren studiert wird das ganze Prinzip hier wiedererkennen.
Größte Herausforderung ist natürlich der Betrieb in Munster Süd. Dort halten innerhalb eines Tages vier Dg mit Wagentausch und es müssen 2 Ng und 4 Üg gebildet, die entsprechenden Gegenzüge aufgelöst, zweimal Wagen mit der DB ausgetauscht und die örtlichen Ladestellen bedient werden was zwei Mitspieler (örtlicher Rangierleiter und Rangierlokführer) gut auslasten dürfte.
Noch ein interessantes Detail sind die Zugnummern! Die OHE hatte ihre Strecken innerbetrieblich von 1 bis 9 durchnummeriert:
1: Celle – Wittingen
2: Beckedorf – Munster
3: Celle – Soltau
4: Lüneburg – Soltau
usw.
Die Zugnummern lehnten sich an die Streckennummern an! So galten auf der „Gebirgsbahn“ Lüneburg – Soltau folgende Zugnummern:
400-499 Reisezüge
1400-1499 Übergaben
2400-2499 Dg
3400-3499 Ng
Manchmal wurde diese Prinzip auch durchbrochen wenn Züge von einer Strecke auf die andere übergingen.
Die Süsingbahn sehe ich als Fortsetzung der Strecke 2 Beckedorf – Munster an. Daher hat sie Zugnummern aus dem Bereich 200/1200/2200/3200.
Grüße,
Sebastian
#75 RE: Süsingbahn II: Konzeption Güterverkehr
Perfekt! Wann wird Betrieb gemacht? 🥳
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