Die Bergenlandbahn

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08.07.2025 22:12
avatar  Robert
#1 Die Bergenlandbahn
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Hallo,

vor einigen Jahren begann ich den Bau meiner Modellbahnanlage, die - aus heutiger Sicht - beinahe alle Fehler beinhaltete, die man bei einer Anlagenplanung machen kann. Immerhin konnte ich den Umgang mit Holz üben und das Fortbestehen des örtlichen Baumarktes sichern.
Nach dem Rückbau der Sperrholzwüste folgte eine lange Pause. Zwischenzeitlich wurde der mir zur Verfügung stehende Raum von einem anderen Familienmitglied beansprucht und ich musste auf einen deutlich kleineren Raum ausweichen, was einen Rückschlag darstellte und mich an der Umsetzung einer Modellbahnanlage zweifeln ließ. Doch dann hielt ich das zweite blaue Buch von OOK in den Händen und nahm mich der Thematik wieder an. Das Ergebnis meiner Überlegungen möchte ich euch heute vorstellen.

Die Bergenlandbahn

1. Die Geschichte

Wir befinden uns in der südlichen Schweiz inmitten der Alpen. Steile Felswände münden in tiefe bewaldete Täler. Die alpine Szenerie wird nur gelegentlich von Ingenieurbauwerken unterbrochen, auf denen die Rhätischen Bahn (RhB) für die Anbindung der Graubündener an die weite Welt sorgt. Linktipp

In einem der unzähligen Seitentäler schickt sich eine weitere meterspurige Schmalspurbahn an, den Nahverkehr sicherzustellen und die Haupttransportleistungen für die Industrie zu erbringen. Im Gegensatz zur RhB geschieht dies dank der zum Teil sehr flachen Trassierung auf nicht elektrifizierten Gleisen. Während der tägliche Nahverkehr durch modernen Diesellokomotiven vom Typ D75 BB erbracht wird, konnte sich die Bergenlandbahn am Beschaffungsprogramm der Gmf 4/4 II der RhB beteiligen, um so neben den üblichen Güterverkehren auch die zusätzlichen Leistungen erbringen, die durch den Neubau des Tiefenprahttunnels anstehen.

Die schematische Skizze der Bergenlandbahn



2. Jede Menge Zwänge

Der im Prolog erwähnte kleine Raum ist 4,57 m x 5,68 m groß. Eigentlich riesig, wenn man nur die reinen Zahlen betrachtet. Doch leider befindet sich dieser Raum in einem Dachgeschoss am Ende eines Gebäudes und möchte mich nicht mit zwei sondern gleich mit drei Dachschrägen ärgern.

Die Kniestöcke haben unterschiedliche Höhen, in der Mitte befindet sich ein Pfosten und in der hintersten Ecke des Raumes der Zugang zum Kniestock der zugänglich sein muss.

Aber immerhin lächelt mich die Sonne durch zwei gegenüberliegende Dachflächenfenster an, die zum Lüften zugänglich sein müssen.

Die nach innen öffnende Tür ließe sich umbauen, wenn auf der anderen Seite keine Treppe wäre und im geöffneten Zustand die Zugänge zu anderen Räumen verhindern würde (Stichwort Fluchtwege im Brandfall...).

Direkt neben der Tür sind Lichtschalter und Steckdose angebracht. Der Raum hat in jeder Ecke weitere Steckdosen, die jedoch in Bodennähe verbaut wurden und somit kein Hindernis darstellen.

Ein Kellerraum mit diesen Maßen wäre ein Traum aber das Gebäude hat keinen Keller. Egal. Ich habe diesen einen Raum und damit werde ich planen.

Maße und örtliche Gegebenheiten des Raumes:


Die Dachschrägenproblematik grafisch dargestellt:



3. Obligatorische Elemente

Beim Schreiben der Überschrift dieses Abschnittes muss ich schmunzeln: Wenn ich überlege was ich eigentlich in dem Raum alles unterbringen wollte und wie mir die Dachschrägen einen dicken Strich durch die Konzepte gemacht haben...

Doch nun mein "Lastenheft":
Eine fiktive schmalspurige Nebenbahn im alpinen Raum mit der Spurweite H0m in der Epoche VI+.
"Epoche VI+"? Ganz genau. Ich möchte diese Anlage ganz bewusst nicht auf einen historischen Zeitpunkt fixieren, sondern die zukünftigen Entwicklungen beim Vorbild berücksichtigen. Neue PKW-Modelle, ein neues Farbschema der Personenwagen, wechselnde Güterkunden - ich will mir diese Möglichkeiten ganz bewusst offenhalten.

Wie moderner Güterverkehr realisiert werden kann, zeigt die RhB. Das adaptiere ich und passe sie an meine Gegebenheiten an.

Die Tunnelbaustelle des Tiefenprahttunnels wird als aktives Element einbezogen und nicht als Lückenfüller der Anlage gesehen. (Die Vorlage liefert hier der Neubau des Albulatunnels der RhB.) Die Tunnelbohrmaschine liegt derzeit auf meinem Basteltisch.

Der Fokus der Gestaltung soll auf die Landschaft gerichtet sein. Gebäude sollen hier nicht im Fokus stehe und nur dann umgesetzt werden, wenn erforderlich.

Anlagenhöhe: 120 cm
Modul-, bzw. Segmentbauweise


4. Der Entwurf

In folgende Darstellung stellt meinen ersten öffentlichen Entwurf dar. Ich hoffe, das er selbsterklärend ist.


Die Planung erfolgte unter theoretischer Betrachtung des späteren "Bespielens". Mir fehlt die Erfahrung und ich würde mich sehr über eure Meinungen dazu freuen! Ist dieser Anlagenentwurf praxistauglich?


5. Epilog (Wie ernst ist es mir?)

In den Erläuterungen habe ich bestimmt etwas vergessen. Bitte seht es mir nach und fragt ganz gezielt.
Übrigens: Ja, ich möchte das Projekt nicht nur planen, sondern auch umsetzen:

Dateianhänge
  • f26t50p9608n2_ghYqyJeQ.pdf

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08.07.2025 23:04
#2 RE: Die Bergenlandbahn
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Moin Robert,

spannende Planung! Wie kommt es, daß du ausgerechnet in der voll-elektrifizierten Schweiz auf die Fahrleitung verzichtest, ist sie einfach beim Rangieren im Weg?
Weißt du, wo die Bergenlandbahn ans RhB-Netz anschließt, und ob sie vielleicht bis nach Italien führt?
Die Tunnelbaustelle gefällt mir sehr gut, solche temporären Verladeanlagen, die zeitweise massiven Verkehr erzeugen sind inzwischen recht typisch für die Schweiz. Zur Zeit fallen mir Anlagen am Gotthard und im Sihltal ein, vor ein paar Jahren auch in Zürich-Affoltern.

Gruß
Alex


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09.07.2025 05:32
avatar  Robert
#3 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo Alex,

eine Fahrleitung habe ich mir aufgrund der schlechten Zugänglichkeit zu den Fahrzeugen im Maßstab 1:87 "weg geplant". Ich konnte die Praxistauglichkeit auf einer Anlage eines Bekannten begutachten und habe für mich entscheiden, dass das nicht in Frage kommt. Mir ist bewusst, dass dies im Widerspruch zu den Vorbildern in der Schweiz steht aber damit kann ich leben.

Den Anschluss an das RhB-Netz habe ich vorerst ganz bewusst noch nicht festgelegt, um mich bei der Planung nicht zu sehr einzuschränken. Wenn das konkreter wird, möchte ich die Namen der Städte und markanten Landschaftspunkte entsprechend benennen.

Die Idee ein Ende der Strecke bis nach Italien zu führen gefällt mir sehr gut! Der Bahnhof Tirano stand in einer früheren Planungsstufe ganz oben auf meiner Wunschliste. Den Nachbau von real existierenden Bahnanlagen habe ich aber verworfen, da das zu viele Zwänge mit sich bringt.

Vom Neubau des Albulatunnels der RhB gibt es ein paar Führerstandsvideos, die meine Idee der Umsetzung bekräftigt haben:

Video 1

Video 2

Freundliche Grüße
Robert


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09.07.2025 11:36 (zuletzt bearbeitet: 09.07.2025 11:38)
#4 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo Robert,

das ist eine ganz tolle Konzeption und wird spannend im Detail zu planen!!!

Aber eine Grundsatzentscheidung muss ich doch in Frage stellen. Dass du aus praktischen Gründen keine Fahrleitung vorsehen möchtest finde ich nachvollziehbar. Aber denk noch mal drüber nach ob du wirklich eine Schweizer Dieselstrecke haben willst. Zugespitzt formuliert: Dieselbetrieb ist so "unschweizerisch" dass es schon unglaubwürdig wäre.

Darum: in der Schweiz wurden bis ca. 1960 alle Eisenbahnstrecken, übrigens auch aufgrund gesetzlicher Vorgaben, elektrifiziert (mit drei bekannten Ausnahmen die aber auch längst nachgezogen haben). Nun kann man Prototype-Freelancing machen und sagen "bei mir gibt es halt eine weitere Strecke bei der das nicht so ist" - klar, das ist möglich, denkbar, nicht verboten; aber mit Blick auf die Vorbildgegebenheiten wäre es sehr unplausibel und kaum glaubhaft dass es so etwas gibt oder gegeben hat.

Sei doch konsequent und bleibe mit deinem Vorbild in den Alpen, aber in Deutschland, Österreich, Frankreich oder Italien wo man zwar (gerade im Gebirge) auch elektrifiziert hat, aber nicht so konsequent wie in der Schweiz so dass auch Dieselbetriebe denkbar sind. Als Idee: eine österreichische Meterspurbahn die irgendwo in Vorarlberg von den ÖBB abzweigt, über die Grenze in die Schweiz führt und z. B. in Scuol an das RhB-Netz anschließt. Gründe für eine Basistunnelbaustelle finden sich bestimmt. Dann Dieselbetrieb, aber in Lichtraumprofil, Kupplung, Bremssystem mit der RhB kompatibel was den Einsatz von RhB-Fahrzeugen ermöglicht aber auch die Anschaffung anderer Meterspurfahrzeuge plausibel macht.

Grüße,
Sebastian


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09.07.2025 12:07
avatar  JBS
#5 RE: Die Bergenlandbahn
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JBS

Moin,
als Kompromiss bietet sich an, nur die Masten und Quertragwerte zu setzen, aber auf die in 1:87 eh kaum sichtbare Fahrleitung zu verzichten.
Viele Grüße,
Johann


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09.07.2025 12:11 (zuletzt bearbeitet: 09.07.2025 12:11)
#6 RE: Die Bergenlandbahn
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Moin Sebastian,

deinen Punkt möchte ich noch ein wenig ausdifferenzieren.

Es gab und gibt in der Schweiz durchaus eine handvoll nicht-elektrifizierter Strecken.
Viele davon waren grenzüberschreitend, wie Etzwilen - Singen zum Beispiel.
Mit der Sursee - Triengen-Bahn gibt es sogar bis heute eine richtige Schweizer Privatbahn, die nie elektrifiziert worden ist.

Wenn wir meinen Wink mit Italien noch mit hineinnehmen, können wir eine Geschichte spinnen mit Italienischen Geldgebern und Interessen, die zu einer sehr unschweizerischen Lösung auf Schweizerischem Boden geführt haben.

Alternativer Kompromißvorschlag: Wäre es für dich, Robert, vertretbar, nur die Fahrleitungsmasten aufzustellen und den eigentlichen Fahrdraht wegzulassen? Ab einer gewissen Entfernung würde man einen maßstäblichen Fahrdraht eh nicht mehr sehen, und so wären nur noch die Masten im Weg, zwischen denen man aber immerhin hindurchgreifen könnte.

Gruß
Alex

Edith meinte, daß Johann schneller war mit meinem letzten Vorschlag!


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09.07.2025 13:04
avatar  kk92
#7 RE: Die Bergenlandbahn
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Guten Tag allerseits,

Zu den Oberleitungsmasten ohne Fahrleitung möchte ich noch einwerfen, daß dann alle Pantographen der Triebfahrzeuge in der Höhe begrenzt werden müssen. Oder es kommen nur selbstgebaute Oberleitungsmasten in Frage, die höher sein müssen.

Da würde ich vielleicht doch doch die nicht-elektrifizierte Variante vorziehen.

Viele Grüße
Klaus

"Wer durch eine öffne Tür will muß die Tatsache achten, daß sie einen Rahmen hat." (Indisches Sprichwort)

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09.07.2025 13:52
#8 RE: Die Bergenlandbahn
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Moin,

selbst bei voll durchgestalteter Oberleitung haben viele Modellbahner eine Höhenbegrenzung für Pantographen. Echter Oberleitungsbetrieb ist halt sehr empfindlich.

Liest Dominik vom Largo Maggiore Express hier mit? Vielleicht kann er ja zum Thema Oberleitung für H0m aus der Praxis beitragen.

Grüße

Jörn

Der ultimative Stresstest für eine Prototype-Freelancing-Konzeption:
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.

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09.07.2025 14:48 (zuletzt bearbeitet: 09.07.2025 14:49)
#9 RE: Die Bergenlandbahn
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Ich bin nicht Dominik aber ich weiß, auch weil ich dort ja schon öfters gefahren bin, dass er die Photographen in der Höhe begrenzt hat. OL ist zwar gespannt dient aber lediglich der Optik.
Aber beim Rangieren stört sie nun nicht. Bzw die Anlagenhöhe ermöglicht es da, wo sie ggf stören könnte eben nicht zu stören.

Beste Grüße
Stephan

Bergisch Dahlhausen

Bergisch Dahlhausen hier im Forum.

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09.07.2025 15:43
#10 RE: Die Bergenlandbahn
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Vielleicht sollten wir die Sache mal anders herum aufziehen: was für Triebfahrzeuge wären auf einer nicht elektrifizierten Meterspurbahn im Alpenraum zum Flnsatz gekommen?

Mir fallen da zunächst die MaK 400 BB sowie die DHG 1200 BB von Henschel ein. Beide aber mit unverwechselbarem deutschen Aussehen. Ich habe in den 90ern RhB-Ge 4/4 I gesehen, die man zur Diesellok gepimpt hat - sah aber aus wie gewollt und nicht gekonnt. Schwierig, vielleicht weil da das konkrete Vorbild fehlt?

Grüße

Jörn

Der ultimative Stresstest für eine Prototype-Freelancing-Konzeption:
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.

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09.07.2025 17:51 (zuletzt bearbeitet: 09.07.2025 17:53)
#11 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo,

selber habe ich noch keine Anlage mit elektrischem Betrieb gebaut und daher keine Erfahrungen. Aber die Kompromisslösungen "nur Fahrleitungsmasten und Quertragwerke, aber kein Fahrdraht" wäre mir nicht unsympathisch.

Aber auch mit Fahrdraht könnte es gehen. Die Bergenlandbahn wird ja eher keine großen Gleisfelder mit sieben oder acht Parallelgleisen haben zwischen deren Fahrdrähten man beim Kuppeln hindurchgreifen muss. Auch wäre bei einer Schweizer Schmalspurbahn eine Einfachfahrleitung denkbar ohne Tragseil oder senkrechte Hänger, im Modell womöglich nur als Gummifaden. Die RhB muss da nicht als Vorbild dienen da sie immer meist recht anspruchsvolle Fahrleitungsbauarten hatte. FO, MOB und andere bauten da viel simpler.

Wegen denkbarer Dieselfahrzeuge: bei einer österreichischen Bahn kann ich mir gut vorstellen dass man sich auf dem deutschen und schweizerischen Markt bedient hätte. Die von Jörn genannten Loks wären denkbar, ich möchte noch die HGm 4/4 der FO ins Spiel bringen (https://de.wikipedia.org/wiki/FO_HGm_4/4); die gab es in 0m als Großserie, in H0m auch?

Und da wir in Epoche 6+ sind ist sind die modernen Gmeinderloks sicher eine Option (https://de.wikipedia.org/wiki/FO_HGm_4/4). Zwar bisher nur für 760mm hergestellt, aber Gmeinder hätte die bestimmt auch für Meterspur angeboten.

Schließlich sind die Triebwagen der HSB aus den 90ern eine Option: Prototyp https://de.wikipedia.org/wiki/HSB_187_015 und Serienfahrzeuge https://de.wikipedia.org/wiki/HSB_187_016_bis_019. Zwar war die HSB einziger Abnehmer, aber die Werke Wittenberge/Halberstadt hatten damals auf weitere Kunden gehofft - Sachsen, Bad Doberan, warum nicht auch Österreich? In IIm habe ich die fahren sehen, ob in H0m weiß ich nicht.

Grüße,
Sebastian


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09.07.2025 20:17
#12 RE: Die Bergenlandbahn
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Liebe Mitdenkende,

es gibt auch Bahnen mit Stromschiene, z.B. Martigny - Chatelard, die in ein Oberleitungsnetz übergehen und daher niedergelegte Pantographen haben können. Eine Stromschiene nachzubauen, kann sehr interessant sein. Wäre das nicht etwas?

Gerade wenn es um moderne Epochen in der Schweiz geht, geht es nur um eins: Eliminierung von Dieselantrieben…

meint
Thomas


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09.07.2025 20:20
avatar  Robert
#13 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo zusammen,

vielen Dank für eure konstruktiven Anregungen!

Mein Vater hat auf seiner Anlage die Fahrleitungsproblematik genauso gelöst wie ihr es beschrieben habt: Die Stromabnehmer sind mit Sekundenkleber in einer einheitlichen Höhe fixiert und die Fahrleitung ist nur durch die Masten dargestellt. Beides sagt mir nicht zu.

Ich habe mir aber eure korrekten (!) Hinweise in Bezug auf die Länderwahl als obersten Punkt auf die Todo-Liste gepackt und bin nach mit meinen ersten Überlegungen zu dem Schluss gekommen, dass eine Verortung in Österreich oder Italien sinnvoller sei.

Zur Auswahl der Vorbildlokomotiven hatte ich im ersten Beitrag zwei Loktypen aufgeführt, die zum Einsatz kommen werden. Dabei sei noch kurz auf die Gmeinder D 75 BB-SE eingegangen. Sie wurde so konstruiert, dass sie mit wenigen Anpassungen mit meter- oder regelspurigen Drehgestellen ausgerüstet werden kann.

Darüber hinaus setzt die RhB derzeit vier größere Diesellokomotiven ein, die bei der Schalker Eisenhütte gefertigt wurden (Gmf 4/4 II). Für den Rangierdienst am Vereinatunnel kommen zwei weitere Diesellokomotiven von Kaelble-Gmeinder zum Einsatz (Gmf 4/4). Auch die kleineren Rangierlokomotiven (Tm 2/2 und Tmf 2/2) und die Zweikraftlokomotiven (Diesel/Elektro sowie Akku/Elektro) wären noch zu erwähnen. Diese Fahrzeuge gibt es zum Teil von Bemo und was es nicht gibt, baue ich selbst:


Nochmals Danke für die bisherigen Hinweise! Die finale Länderwahl nehme ich als erste Hausaufgabe mit.

Freundliche Grüße
Robert


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09.07.2025 20:33
#14 RE: Die Bergenlandbahn
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Moin Robert,

dann könntest du den Spieß ja ganz einfach umdrehen:
Eine Italienische Privatbahn mit einem Streckenstück in der Schweiz.
Oder du legst einen Streckenendpunkt nach Tirano.

Auf deine Basteleien bin ich sehr gespannt, werden das Drehschemel?

Gruß
Alex


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11.07.2025 10:56
avatar  HFy
#15 RE: Die Bergenlandbahn
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HFy

Eine dieselbetriebene Meterspurbahn in den Alpen - da fallen mir leider nur Beispiele aus Frankreich ein (die Chemins de Fer de la Provence gibt es noch). In den anderen Ländern sind die Schmalspurbahnen, soweit noch vorhanden, entweder elektrifiziert oder haben andere Spurweiten.


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13.07.2025 12:23
avatar  Robert
#16 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo zusammen,

Zitat von Fischkopp im Beitrag #14
...werden das Drehschemel?


Das sind selbstgebaute Rollwagen der MBB, die für ein anderes Projekt entstanden.




Ich habe in den letzten Tagen eure Einwände bezüglich der Traktionsart durchdacht, bin aber noch zu keinem brauchbaren Ergebnis gekommen. Ich habe jedoch den Gleisplan an einigen Stellen angepasst, so das Oberleitungsbetrieb möglich wäre - das betrifft vor allem die Zufahrten zu den Schattenfiddleyards.

Daran angeknüpft, würde ich gern den im ersten Beitrag formulierten Wunsch nach eurer Meinung zur Praxistauglichkeit ansprechen. Ich möchte diese Anlage nicht aufgrund von Planungsfehlern meinerseits aufwendig umbauen oder gar wieder abreißen.

Anbei nochmal der Anlagenentwurf mit Stand 08.07.2025:


Ich habe dort auch die Höhenlinien skizziert, ich bin mir nicht sicher, ob das so eindeutig aus dem Plan hervor geht.

Freundliche Grüße
Robert


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13.07.2025 12:32
#17 RE: Die Bergenlandbahn
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Moin Robert,

ich würde die Anlage so als praxistauglich bezeichnen!
Alle Punkte sind gut erreichbar, man kann mit seinem Zug mitgehen, an den Bahnhöfen können sich auch mal zwei Leute begegnen.

Wie sieht denn deine Planung für die Schatten-Fiddleyards aus, wo genau sollen die zu liegen kommen?

Gruß
Alex


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14.07.2025 02:13 (zuletzt bearbeitet: 14.07.2025 02:13)
#18 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo Robert,
Ich verfolge deine Planung mit großem Interesse, da mein zukünftiges Eisenbahnzimmer sich auch unter Dachschrägen befinden wird (Kniestock: 78 cm). Es hat für much den Anschein, dass die bei dir vorliegende Dachneigung recht flach ist (<35°)? Sollte meiner Vermutung zutreffen, solltest du darauf nochmal dein Augenmerk legen. Hierzu meine Gedanken:

Stehhöhe
Du hast die Höhenlinie für 120 cm über OK-Fußboden eingezeichnet. Bitte zeichne auch die Höhenlinie für die (deine) Stehhöhe ein, z. B. 180 cm.
Bei Dachbodenanlagen ist teilweise "reverse engineering" angesagt. Die Stehhöhe bestimmt gewissermaßen die Anlagenvorderkante und damit auch die Eingriffetiefe. Hier würde ich keinen Kompromiss eingehen. Möglicherweise sollte die Anlagenhöhe für den Berieb im Sitzen konzipiert werden um die Stehhöhenproblematik zu umschiffen. Siehe hierzu die Felsentalbahn von @OOK.

Lichtraumprofil
In irgendeinem amerikanischen Planungsbuch (vermutlich von John Armstrong) habe ich gelesen, dass man bei H0 unter Dachschrägen 4 inch (ca. 10 cm) Freiraum über SOK einhalten soll (ohne Berücksichtigung einer Oberleitung!).
Das bedeutet, wenn die SOK 120 cm über OK-Fußboden liegt muss die Deckenhöhe über dem "hinterste" Gleis 130 cm betragen.
Bei einer Dachschräge von 45° ist das logischerweise bei einem Abstand von 10 cm von der hinteren Anlagenkante erreicht. Bei 35° sind es schon über 14 cm und bei 30° über 17 cm.
Bei diesem Mindestmaß sind lediglich technische und noch keine gestalterischen Aspekte berücksichtigt.
Da du eine Gebirgsbahn planst wirst du vermutlich den Hintergrund mit Felswänden o. ä. gestalten wollen. Dafür brauchst du dann wiederum in der Höhe noch mehr Platz.

Soweit erstmal. Ich bin bis Ende August fern der Heimat (und damit vom Computer), deshalb kann ich leider nichts grafisches Beifügen.

Beste Grüße

Alex

Beste Grüße

Alex

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14.07.2025 21:12 (zuletzt bearbeitet: 14.07.2025 21:13)
avatar  Robert
#19 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo zusammen,

Zitat von Fischkopp im Beitrag #17
Wie sieht denn deine Planung für die Schatten-Fiddleyards aus, wo genau sollen die zu liegen kommen?


Alpstein wird unter dem Oberen Salans entstehen. Die Zufahrt hierzu erfolgt erst über einen kleinen Wendel unter dem Schotterwerk, um den Höhenunterschied von circa 45 cm abzubauen und so die Kniestockhöhe zu erreichen. Nur so kann ich ohne ein herausnehmbares Segment in dieser Höhe das Dachflächenfenster umgehen.
Untervillbach wird unter dem Recyclinghof liegen und nach dem gleichen Prinzip erreicht.

Zitat von Alexander im Beitrag #18
Du hast die Höhenlinie für 120 cm über OK-Fußboden eingezeichnet. Bitte zeichne auch die Höhenlinie für die (deine) Stehhöhe ein, z. B. 180 cm.



180 cm Höhenlinie in rot dargestellt.

Zitat von Alexander im Beitrag #18
Bei Dachbodenanlagen ist teilweise "reverse engineering" angesagt. Die Stehhöhe bestimmt gewissermaßen die Anlagenvorderkante und damit auch die Eingriffetiefe. Hier würde ich keinen Kompromiss eingehen.


Genauso habe ich es gemacht. Das ist auch mein dringender Rat an jeden, der vergleichbare Rahmenbedingungen hat: Ich habe mit Kisten, Kartons und Brettern ermittelt, wie viel Platz ich realistisch habe und so - in Abschnitten - alle Anlagenvorderkanten nachgestellt und vermessen. Anhand dieser Maße habe ich dann unter Berücksichtigung des Lichtraumprofils im Bereich der Dachschrägen die größtmöglichen Radien ermittelt und darauf aufbauend die Gleisverläufe geplant.

Freundliche Grüße
Robert


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05.08.2025 19:49
#20 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo Robert,

Dein Entwurf gefällt mir als RhB-Fan sehr gut!
Die Wahl der Anschließer trifft genau meinen Geschmack! Ich habe viele typische Situationen der RhB hier wiedererkannt und kann mir ziemlich gut vorstellen, welche Wagenbauarten an den entsprechenden Stellen zugestellt werden sollen bzw. woher auch die Inspiration dazu kam.

Insbesondere eine große Baustelle, wie Deine Tunnelbaustelle, hat in der Vergangenheit ja immer wieder zu viel Güterverkehr auch auf Schmalspurbahnen geführt, z.B. Bau Vereinatunnel, Zwischenangriff Sedrun, Kraftwerksbauperiode ...

Beim Betrachten Deines Entwurfs sind mir ein paar Dinge durch den Kopf gegangen, die ich gerne als Anregungen bringen möchte.

Ich nehme mal an, dass das Schotterwerk von der Tunnelbaustelle aus mit Material zum Brechen beliefert wird und der gebrochene Schotter von dort dann wieder zurück oder in die "weite Welt" (sprich FY Untervillach) gefahren wird. Hierbei wäre ja in Strassberg umzusetzen um dann von dort schiebend ein längeres Stück in die Anschluss zu drücken.
Wäre es nicht vielleicht denkbar, die Holzverladung und das Schotterwerk zu tauschen, so dass es hier betrieblich einfacher wird?

Die Anschlüsse Tunnelbaustelle, Recyclinghof und Schotterwerk sind tendenziell ja mit hohen Anhängelasten verbunden. Das wirft auch rein betrieblich die bereits mehrfach geäußerte Frage nach der Traktionsart auf. Allenfalls die Gmf 4/4 II käme da als Diesellok als Streckenlok für schwere Züge in diesem Bereich in Frage.
Eine ähnliche Situation wie bei Dir geplant, gab es ja z.B. beim Bau des Vereinatunnels, wo Rohgestein aus Klosters nach Davos zum Brechen gebracht wurde. Aufgrund der starken Steigung bei Cavadürli konnte selbst die Ge 4/4 III damals lediglich vier Wagen der speziell beschafften Bauart Fau 876x da rauf schaffen.

Wie ist denn vorgesehen, die Anschlüsse zum Getränkehändler (bestimmt für Schiebewandwagen), Containerverladung und Holzverladung zu bedienen?
Jeweils mit Ganzzügen oder mit einzelnen Wagen, die z.B. an einem Regio mitlaufen?
Mir kommt da in den Sinn, im Bf Strassberg (z.B. auf der Seite zur Rampe) noch ein Wartegleis für eine Rangierlok vorzusehen, die ggf. mit Regios zugeführte Einzelwagen dann in die Anschlüsse verteilt.

An der Stelle sind wir dann auch schon beim Fahrplankonzept.
Strecken, die rein durch den Güterverkehr überleben speziell in Schmalspur, dürften auch in der Schweiz selten sein. In Deinem Broccoli ist zwar der Fokus auf den Güterverkehr gelegt, allerdings ist es eher typisch schweizerisch mindestens einen Stundentakt im Personenverkehr ggf. sogar mit HVZ-Verstärkern zu haben. Und in den Lücken fahren dann die Güterzüge. Da ist dann die Frage Personenverkehr lokbespannt, verpendelt oder Triebwagen? Auch das stellt wieder die Frage nach der Traktionsart ...
Spurtstarke Dieseltriebwagen gibt es sicherlich irgendwo auch in Meterspur, allerdings ist ein Allegra, Capricorn usw. dann doch realistischer, aus meiner Sicht.
Und auf die Gestaltung der FY's hat es auch Einfluss ... Wenn verpendelt/mit Triebwagen gefahren wird, dann kann es zur Vereinfachung in den FY's ein einfaches Wendegleis geben.

Ein weiterer Punkt ist mir noch in Deinem Broccoli aufgefallen.
Du schreibst, dass die Züge des Personenverkehrs per Automatik fahren sollen. Ist ein machbarer und auch vorbildgetreuer Ansatz, denn die RhB, die MGB und weitere sind alles andere als romantische Bimmelbahnen mit wenig Technik/Automatisierung.
Ich weiß nicht, wie elektrotechnikaffin Du bist, aber wenn es vorbildgetreu sein soll, dann landest Du fast automatisch bei den Programmen ESTWGJ und Modellstellwerk.

Soweit erstmal meine Anmerkungen.

Schöne Grüße
Jan

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05.08.2025 21:15
avatar  Robert
#21 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo Jan,

vielen Dank für deinen Input!

Zitat von Gruppentaste im Beitrag #20
Ich nehme mal an, dass das Schotterwerk von der Tunnelbaustelle aus mit Material zum Brechen beliefert wird und der gebrochene Schotter von dort dann wieder zurück oder in die "weite Welt" (sprich FY Untervillach) gefahren wird. Hierbei wäre ja in Strassberg umzusetzen um dann von dort schiebend ein längeres Stück in die Anschluss zu drücken.
Wäre es nicht vielleicht denkbar, die Holzverladung und das Schotterwerk zu tauschen, so dass es hier betrieblich einfacher wird?

In einem ersten Entwurf hatte ich die beiden Anschließer wie von dir beschrieben positioniert. Ich denke aber, dass die räumliche und somit zeitliche Entfernung des Schotterwerks von der Tunnelbaustelle anspruchsvoller ist und in Strassberg für "Stress" sorgen wird.


Zitat von Gruppentaste im Beitrag #20

Die Anschlüsse Tunnelbaustelle, Recyclinghof und Schotterwerk sind tendenziell ja mit hohen Anhängelasten verbunden. Das wirft auch rein betrieblich die bereits mehrfach geäußerte Frage nach der Traktionsart auf. Allenfalls die Gmf 4/4 II käme da als Diesellok als Streckenlok für schwere Züge in diesem Bereich in Frage.
Eine ähnliche Situation wie bei Dir geplant, gab es ja z.B. beim Bau des Vereinatunnels, wo Rohgestein aus Klosters nach Davos zum Brechen gebracht wurde. Aufgrund der starken Steigung bei Cavadürli konnte selbst die Ge 4/4 III damals lediglich vier Wagen der speziell beschafften Bauart Fau 876x da rauf schaffen.


Aufgrund der in den vorherigen Beiträgen zu recht eingebrachten Kritik zur Verortung der Bergenlandbahn in der Schweiz, habe ich mich nach möglichen Alternativen in den Nachbarländern umgesehen und bin auch fündig geworden. Ich bin aber noch nicht dazu gekommen, mein Ergebnis hier vorzustellen. Es folgt also noch ein Update.

Zitat von Gruppentaste im Beitrag #20
Wie ist denn vorgesehen, die Anschlüsse zum Getränkehändler (bestimmt für Schiebewandwagen), Containerverladung und Holzverladung zu bedienen?
Jeweils mit Ganzzügen oder mit einzelnen Wagen, die z.B. an einem Regio mitlaufen?

Der Getränkehändler soll mit Schiebewandwagen bedient werden, die Containerverladung mit Sb-v (die ich zum größten Teil selbst bauen werde) und die Holzverladung mit Sgp. In meinem bisherigen Betriebsentwurf sollen sowohl Ganzzüge als auch an Reisezügen angehängte Wagen in Strassberg die Wagen anliefern, wo sie dann von einer Rangierlok (wahrscheinlich auf Basis Geaf 2/2 oder Tmf 2/2 86/87 - auch Eigenbau) zugestellt werden.

Zitat von Gruppentaste im Beitrag #20
Mir kommt da in den Sinn, im Bf Strassberg (z.B. auf der Seite zur Rampe) noch ein Wartegleis für eine Rangierlok vorzusehen, die ggf. mit Regios zugeführte Einzelwagen dann in die Anschlüsse verteilt.
Ja, am Rampengleis soll die Rangierlok stehen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ein weiteres Gleis an dieser Stelle sinnvoll wäre.

Zitat von Gruppentaste im Beitrag #20
An der Stelle sind wir dann auch schon beim Fahrplankonzept.
Strecken, die rein durch den Güterverkehr überleben speziell in Schmalspur, dürften auch in der Schweiz selten sein. In Deinem Broccoli ist zwar der Fokus auf den Güterverkehr gelegt, allerdings ist es eher typisch schweizerisch mindestens einen Stundentakt im Personenverkehr ggf. sogar mit HVZ-Verstärkern zu haben. Und in den Lücken fahren dann die Güterzüge.

Daher die Tunnelbaustelle ;-)
Aber du hast schon recht - in der Epoche 6+ glaubhaft viel Güterverkehr auf die Schiene zu bringen ist etwas anspruchsvoller. Ich versuche mit meinem neuen Entwurf diesen Punkt auszubauen.

Zitat von Gruppentaste im Beitrag #20

Da ist dann die Frage Personenverkehr lokbespannt, verpendelt oder Triebwagen? Auch das stellt wieder die Frage nach der Traktionsart ...
Spurtstarke Dieseltriebwagen gibt es sicherlich irgendwo auch in Meterspur, allerdings ist ein Allegra, Capricorn usw. dann doch realistischer, aus meiner Sicht.
Und auf die Gestaltung der FY's hat es auch Einfluss ... Wenn verpendelt/mit Triebwagen gefahren wird, dann kann es zur Vereinfachung in den FY's ein einfaches Wendegleis geben.

Die Personenzüge sollen alle mit Steuerwagen ausgerüstet werden. Das hatte ich beim Entwurf der Schattenfiddelyards im Hinterkopf.

Zitat von Gruppentaste im Beitrag #20
Ein weiterer Punkt ist mir noch in Deinem Broccoli aufgefallen.
Du schreibst, dass die Züge des Personenverkehrs per Automatik fahren sollen. Ist ein machbarer und auch vorbildgetreuer Ansatz, denn die RhB, die MGB und weitere sind alles andere als romantische Bimmelbahnen mit wenig Technik/Automatisierung.
Ich weiß nicht, wie elektrotechnikaffin Du bist, aber wenn es vorbildgetreu sein soll, dann landest Du fast automatisch bei den Programmen ESTWGJ und Modellstellwerk.

Das wird mit dem Programm Traincontroller umgesetzt. Digitale Kupplungen vorausgesetzt, könnte man theoretisch mit diesem Programm sämtliche Rangierbewegungen millimetergenau umsetzen - was aber nicht mein Ziel ist.
Stattdessen ist angedacht, dass bestimmte Züge nach Fahrplan fahren und die Bediener / Spieler die Güterzugfahrten und Rangierbewegungen innerhalb der durch den Fahrplan vorgegebenen Zeitfenster umsetzen.
Die Realisierung der elektronischen und digitalen Details stellt kein Hindernis für mich da - auf meinem Schreibtisch liegt derzeit ein Raspberry Pi-Projekt. ;-)

Freundliche Grüße
Robert


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06.08.2025 21:28
avatar  Robert
#22 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo zusammen,

wie gestern angedeutet, möchte ich euch heute meine überarbeitete Hintergrundgeschichte und die lokale Einordnung der Bergenlandbahn vorstellen.

Vorab aber ein großes Dankeschön an alle, die sich an der bisherigen Diskussion beteiligt haben! Ich würde mich über weitere Anmerkungen und Hinweise sehr freuen.

Angelehnt an reale Situationen der RhB und nicht umgesetzte Bahnprojekte, entstand ein „Was-wäre-Wenn-Szenario“, das sich auf zwei Annahmen stützt.

1. 1895 wurde das Konzept „Ofenbergbahn“, welches das Unterengadin in der Schweiz mit dem Vinschgau in Südtirol verbinden sollte, vorgestellt, was aber nie umgesetzt wurde. In meinem Szenario wurde dieser Streckenabschnitt von Zernez (CH) bis Taufers im Münstertal (IT) von der RhB gebaut. (In der Karte als rote Linie dargestellt)

2. Die Vinschgaubahn (welche erst seit 2023 elektrifiziert wird) wurde nicht regelspurig, sondern mit 1.000 mm Spurweite errichtet und über Mals bis Taufers im Münstertal weitergeführt, um an das RhB-Netz anzuschließen.


rot: Strecke der RhB, gelb: Strecke der Bergenlandbahn, gelb gestrichelt: zurückgebauter Streckenabschnitt

Die Historische Entwicklung der Bergenlandbahn
1902–1906: Bau der Ofenbergbahn als meterspurige RhB-Nebenlinie von Zernez über den Ofenpass ins Münstertal bis Taufers.

1900–1908: Bau der Bergenlandbahn von Meran über Schlanders und Mals nach Taufers, um den Vinschgau zu erschließen und an die RhB anzubinden. Vergleichbar wie die reale Bahnhofsituation in Disentis/Mustér (RhB & MGB).

1940er Jahre: Die Bergenlandbahn unterstützt logistisch den Bau des Reschenseestaudamms, u. a. durch Materialtransporte zwischen Mals und St. Valentin auf der Haide.

1950er–1970er: Umstellung von Dampf- auf Dieselbetrieb, keine Elektrifizierung. Rationalisierung der Bahnanlagen und Rückbau des Streckenabschnittes Mals - St. Valentin auf der Haide.

1980er: Diskussionen über Einstellung, aber Erhalt dank regionaler Bedeutung und aufkommenden Tourismus.

2000er Jahre: Modernisierung der Strecke und Fahrzeuge. Ausbau von Güterverladezentren, um den Wechselbehälterverkehr Rechnung zu tragen.

Heute: Regionale Nahverkehrsbahn mit Anschluss an das RhB-Netz, kombinierter Personen- und Güterverkehr, touristisch beliebt.

Darauf Aufbauend habe ich die Bahnhofsnamen angepasst:

Tiefenprath gibt es im Vorbild nicht. Auch die topografischen Bezeichnungen sind beim Vorbild nicht zu finden.

Da die Vinschgaubahn eine maximale Neigung von 29‰ aufweist ist ein Dieselbetrieb wie z. B. bei der Zillertalbahn oder der Pinzgauer Lokalbahn realistisch.

Wie denkt ihr darüber?

Freundliche Grüße
Robert


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07.08.2025 20:27
#23 RE: Die Bergenlandbahn
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Hallo,

Es reift! Da kann man was raus machen. Die Fahrzeuge sollten ihr eigenes Corporate Identity bekommen. Mit der Verdieselung wäre Ende der 60er Jahre sicher auch eine Diesellok analog FO61, 62 ohne Zahnradantrieb bestellt worden.

Zu den Gleisplänen kann ich nichts beitragen. Dafür würde ich zuerst den groben Fahrplan planen. Dann weiß man, was man braucht…

Schöne weitere Planung wünscht
Thomas


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08.08.2025 08:38
#24 RE: Die Bergenlandbahn
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Die Etschtalbahn! Jetzt wird mir einiges klar, und jetzt kann ich auch meine Bedenken gegen nicht-erfolgte Elektrifizierung fallen lassen. Vielleicht dieselelektrische Triebwagen auf Basis eines Bernina-ABe 4/4? Gibt es typische italienische, leistungsstarke Meterspurfahrzeuge? Die RhB kann den Wagenpark für hochwertige Züge stellen, der Lokalverkehr wird von M1-Triebwagen von OS.KAR durchgeführt werden.

Grüße

Jörn

Der ultimative Stresstest für eine Prototype-Freelancing-Konzeption:
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.

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08.08.2025 09:08
avatar  kk92
#25 RE: Die Bergenlandbahn
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Guten Morgen,

Wie wäre es mit einer umgebauten RhB Ge 4/4 I als dieselelktrische Lokomotive analog zu der SBB Am 4/4:
https://de.wikipedia.org/wiki/SBB_Am_4/4_1001%E2%80%931002

Süd Tirol war bis 1918 Teil von Kakanien. Die Schmalspurbahnen im dann italienischen "Alto Adige" wurden meist mit dem Rollmaterial der ursprünglichen Bahnen bis zur Stillegung betrieben.

"Meterspurbahnen" im eigentlichen Italien waren, bis auf die elektrifizierten Strecken (u.A. im Trentino) vorwiegend 950 mm.

Leitungsfähige Diesel Fahrzeuge (Lokomotiven und Triebwagen) gab es auf Sardinien (https://de.wikipedia.org/wiki/Ferrovie_della_Sardegna) und ebenfalls im äußersten Süden (https://de.wikipedia.org/wiki/Ferrovia_Circumetnea) und in Calabrien (https://de.wikipedia.org/wiki/FCL_LM4) auch mit Zahnradantrieb! (https://de.wikipedia.org/wiki/MCL_M1).

Vielleicht so als Inspiration...

Viele Grüße
Klaus

"Wer durch eine öffne Tür will muß die Tatsache achten, daß sie einen Rahmen hat." (Indisches Sprichwort)

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