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Planung für meine Neckar-Alb-Bahn
#126 Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo zusammen,
ich hatte ja gerade im Bauthread geschrieben, dass die Anlage jetzt initial betriebsbereit ist.
Beim Bau ging mir immer wieder durch den Kopf, dass ein Großteil der Gewerbebetriebe auf meiner Anlage ziemlich austauschbar und nicht typisch ist, für die Gegend hier.
Gesetzt ist weiterhin das Salzbergwerk in Stetten - jetzt in Gsälzburg. Auch das Neuwagenverteilzentrum, das - glaube ich - in Schramberg war, bleibt in Gsälzburg. Ich erinnere immer noch an die Autozüge die regelmäßig durch Dußlingen fuhren. Das möchte ich nicht missen. Beides also typisch für die Gegend hier.
Während der letzten Baumonate habe ich mir immer wieder überlegt, welche Industrie prägend für die Gegend hier war und welche ich auf meiner Anlage nachbilden könnte.
Eingefallen sind mir: Textilindustrie, Maschinenbau, Waagenbau.
Zur Textilindustrie: Diese war prägend für die Gegend hier. Trigema in Burladingen, Egeria in Tübingen, Mey, Loder (produziert noch mit den alten Maschinen in Albstadt) und viele mehr. Einige produzieren auch noch hier und oftmals stehen noch die alten Gebäude mit sehr interessanter Architektur. Da findet man auch auf Google StreetView einiges: Egeria alte Weberei, Egeria alte Verwaltung, Loder
Die Textilindustrie war sicherlich auch prägend für den Güterverkehr auf der Strecke Tübingen-Sigmaringen. Hier fuhren wohl regelmäßig lange Güterzüge mit überwiegend G-Wagen von Albstadt über Balingen nach Tübingen. So ganz kriege ich das aber nicht mehr recherchiert.
In Mössingen (meinem Brezelbronn) gab es die Weberei und Druckerei Pausa, die nicht nur wegen des Generalstreiks 1933 gegen die Nazis bekannt wurde, sondern auch wegen der international bekannten Stoffe, die von renommierten Künstlern gestaltet wurden. Die Tonnenhalle der Pausa steht noch und kommt so wohl auch auf meine Anlage.
Ganz prägend in Balingen war Bizer, der mit den Bizerba Waagen nicht nur in Deutschland bekannt ist. Ein schönes Bild der alten Gebäude konnte ich bisher allerdings nicht finden:
Dann gibt's noch die Maschinenfabrik Alfred Rilling in Dußlingen. Nicht so bekannt, dafür aber ein schönes Gebäude.
Mit den Gebäuden mache ich gerade Stellprobe:
Egeria oben als Industrieanschluss in Gsälzburg und A.Rilling als Anschließer darunter in Brezelbronn.![]()
Der A.Rilling darf neben seinen Mahlwerken auch die in den 50er und 60er Jahren bekannten Einachsschlepper von JRUS (J.Rilling und Söhne) verkaufen. Ganz rechts lugt noch die Halle vom Stahlbaupartner Sülzle in's Bild. Den gab (und gibt) es tatsächlich in Dußlingen und der hatte einen eigenen Industrieanschluss.![]()
![]()
Die Pausa, die ich wohl maßstäblich zu klein gedruckt habe, steht für die Stellprobe jetzt da, wo ursprünglich mal die Chemische Fabrik war:![]()
Die Autotransportwagen gehören da wohl nicht hin, aber das war halt der Rangierauftrag.
Ich hoffe, dass ich meiner Anlage so etwas lokalkolorit verleihen kann.
Vielleicht hat ja noch jemand Ideen, was zur Zollernalb passt...
Vielen Dank fürs Lesen. Hoffe ich habe nicht gelangweilt.
Viele Grüße
Dieter
#127 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo Dieter!
Zitat von Diegu im Beitrag #126
Die Textilindustrie war sicherlich auch prägend für den Güterverkehr auf der Strecke Tübingen-Sigmaringen. Hier fuhren wohl regelmäßig lange Güterzüge mit überwiegend G-Wagen von Albstadt über Balingen nach Tübingen. So ganz kriege ich das aber nicht mehr recherchiert.
Zur Vorbildrecherche im Güterverkehr möchte ich ein paar eigene Erfahrungen beitragen.
In den letzten Monaten habe ich mir für die eigene Anlage viele Gedanken zum Güteraufkommen gemacht und dabei die KI stark eingesetzt. Als Beispiel: größter Güterkunde ist bei mir das Chemiewerk Marshall Chemical das allerlei Produkte der Zellulosechemie erzeugt. Welche das sind (Methylcellulose, Carboxymethylcellulose, Hydroxyethylcellulose sowie zellulosebasierte Folien und Wursthüllen) war einfach rauszufinden indem man sich ähnliche Werke anderswo anschaut. Die benötigten Rohstoffe für die Produktion bekommt man auch schnell raus. Aber dann:
- In welchen Mengen/Mengenverhältnissen werden diese Rohstoffe benötigt um eine bestimmte Menge Produkt herzustellen?
- Von welchen Werken hätte man z. B. 1971 die benötigten 11.500t Monochloressigsäure bezogen?
- An welche Empfänger hätte man damals Methylcellulose geliefert? Und wäre die eher lose in Silowagen oder als Sackware rausgegangen?
Und so weiter. Mit der KI bekommt man, wenn die richtigen Fragen gestellt werden, recherchierte Fakten oder zumindest plausible Szenarien. Als Ergebnis bekam ich für Marshall Chemical eine detaillierte Liste der Rohstoffe, Hilfsstoffe und Produkte, in Tonnen pro Jahr und Wagen pro 2 Wochen (ich bereite einen Frachtzettelvorrat für 14 Tage vor), mit realen Versendern und Empfängern die damals existierten, den richtigen Versand- und Bestimmungsbahnhöfen. Man muss das nicht so im Detail ausarbeiten, aber mit gezieltem KI-Einsatz ist es heute möglich diese Infos an einem Abend zusammenzustellen, was sehr lehrreich war und großen Spaß machte. Das fließt dann in die Frachtzettel ein.
Anderes Beispiel: mein Tierfutterwerk Effem produziert Hunde- und Katzenfutter das dann irgendwie in den Einzelhandel muss. Mir fehlte aber die genaue Vorstellung wie die Logistikketten vor 55 Jahren liefen und wie z. B. das Katzenfutter vom Hersteller bis in die Edeka-Filiale kam. Vom Produzenten mit vielen kleinen Stückgutsendungen bis in die Filiale? Oder gab es schon Zentrallager des Einzelhandels (Edeka, Coop, Tengelmann) und, wenn ja, wo lagen die? Oder hätte der Produzent erst einmal alles in eigene regionale Verteilzentren abgefahren und von dort den Kunden beliefert? Das alles wollte ich erst mal verstehen, und die KI liefert da sehr schnell Antworten.
Eventuell hilft das bei deinen Recherchen zur Textilindustrie. Der KI habe ich folgende Frage gestellt:
Nehme an dass es um 1965 in der Gegend von Mössingen ein mittelgroßes Textilwerk mit ca. 500 Beschäftigten gegeben habe. Erstelle mir eine Liste aller für die Produktion benötigten Roh- und Hilfsstoffe mit Mengenangaben in Tonnen pro Jahr sowie (angenommen dass alle Transporte mit der Bahn laufen) in Güterwagen pro Jahr sowie pro Woche. Berücksichtige dabei auch Kleinmengen. Gib für jede Fracht die benötigen Güterwagengattungen an sowie möglichst mehrere Versender bzw. Empfänger mit Angabe des Unternehmenssitzes. Berücksichtige dabei nur Unternehmen die in den 1960ern in der Bundesrepublik real existierten. Falls Rohstoffe aus dem Ausland relevant sind (etwa Wolle aus Übersee) gebe den Importweg (etwa Hamburger Hafen) an. Gebe nur belegbare Fakten oder plausible Annahmen an unter Berücksichtigung der typischen damaligen Logistikzusammenhänge der Textilindustrie.
Hier die Antwort (per Link): https://chatgpt.com/s/t_6a1359f49e80819182726ebb8acb747e
Noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber darauf kann man doch aufbauen.
Viele Grüße,
Sebastian
#128 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
#129 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo Dieter,
ich freue mich, dass es mit deiner Anlage so zügig voran geht.
Ja die Auswahl der Anschließer ist ein ergiebiges Thema und will gut überlegt sein.
@sebastian:
Ich bin überrascht, was KI mittlerweile so liefert.
Ich war mal so frech deine Anfrage zu nehmen (weil ich sonst nicht wüsste was man da alles formulieren sollte) und habe nur den Textilbetrieb von Mössingen in eine mittlere norddeutsche Saline mit 50 Beschäftigten geändert. Sowie die Sache mit dem Import über den Hamburger Hafen gelöscht.
Das Ergebnis ist beeindruckend genau. Da ich durch das Buch zur heimischen Saline Sülbeck und die Kenntnis der von KI genannten Saline Luisenhall das Aufkommen einer derartigen Saline sehr gut einschätzen kann, habe ich mal verglichen.
Ich plane ja in Spur 1 eine Rangieranlage mit einer Saline, die über eine Wagendrehscheibe angeschlossen ist und bei der eine Kleinlok im Anschluss über eine Weiche als Spitzkehre die Wagen bewegt und die Zu- und Abholung über die Wagendrehscheibe erledigt. Vorbild für die Salinengröße ist Luisenhall.
Ich habe mal mein erdachten/errechnetes Wagenaufkommen mit der KI verglichen und muss sagen es passt.
KI hat nur einen Fehler gemacht. Es gibt als Wagengattungen 2-achsige Gattungen an, hat aber 4-achsige Wagen mit ca. 50 to Ladung gerechnet.
Das Ergebnis ist im beigefügten pdf zu finden.
Ich schweife hier etwas von Dieters Thema ab, aber Dieter plant ja auch eine Saline als Anschließer, evtl. kann er hierauf aufbauen.
Gruß Jürgen
- Ki zu Bahnaufkommen einer mittleren Saline.pdf
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#130 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo Jürgen,
ja, da geht wirklich einiges. Man muss aber die Aufgabe genau formulieren und das Ergebnis kritisch prüfen.
Ganz wichtig ist: die KI zieht ihre Angaben sowohl aus belegten Fakten als auch aus Interpretation von Fundstücken und kann auch Dinge konstruieren die ihr logisch erscheinen, jedoch falsch sind. Bis hin zu grotesken Fehlern. Wenn ich mit den falschen Prompts nach der Süsingbahn oder der Kleinbahn Munster - Bevensen suche hat mir Chat GPT schon meine eigene Konzeption recherchiert, überwiegend mit diesem Forum als Quelle. Dabei wurde aus verschiedensten Threads einen Zusammenfassung der Bahngeschichte erstellt die ich selber nicht besser hätte machen können; dass dies eine Modellbahn ist war der KI entgangen. Also aufgepasst!
Bei der Anfrage (siehe mein Beispiel für Mössingen) sage ich der KI immer entweder dass sie nur belegbare Fakten oder plausible Annahmen wiedergeben soll. Das reicht meist als Vorgabe damit da kein Quatsch herauskommt.
Grüße,
Sebastian
#131 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Schurr ihr Jonge,
wir nähern uns also immer mehr den "Behauptungen" aus der Signatur von Jörn ("Silbergräber") an...
Ich weiß gerade noch nicht, ob das eine Bereicherung sein wird oder ob es mir Sorgenfalten auf die Stiirn treiben sollte...
#132 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo zusammen,
Sebastian, der Tipp mit der KI war der beste Tipp überhaupt! Sonst setze ich KI auch mehr oder weniger ein, aber hier habe ich das gar nicht auf die Reihe gekriegt. Heute habe ich den ganzen Tag die KI gequält, welche Industrien, wie zusammenhängen, wie ich zu einem vernünftigen Binnenverkehr komme, was die einzelnen Industrien benötigen... Sehr spannend.
Hartmut, deine Sorgen zu KI teile ich. Das wird sicher kein Spaß auf Dauer.
Jürgen, die Ergebnisse zur Saline sind ebenfalls sehr beeindruckend. Leider ist die Saline von meinem Plan wieder verschwunden und musste den für das Steinlachtal typischeren Industrien weichen.
Die KI war da nicht ganz unschuldig. Über die Analyse des Verkehrsaufkommens der einzelnen Betriebe ergaben sich neue Chancen für den Binnenverkehr - und der liegt mir ja nun sehr am Herzen. Im direkten Vergleich musste die Saline weichen.
Ich bin ja nun seit Monaten mit der Wahl eines Wagen- und Frachtkarten-Systems schwanger gegangen. FREMO ist zu viel für mich - da hatte ich vor über 20 Jahren begonnen, meine Wagen zu erfassen und ich konnte erst nichts damit anfangen. Die Ami-Version (Linky) mit Karten ähnlich denen von Micromark war auch nichts für mich, obwohl einfacher.
Tatsächlich scheint das von OOK beschriebene Wagenladungszettelsystem in ADJ Heft 11, Artikel Güterwagenumlaufsysteme, genau das Richtige für mich zu sein.
Mit den oben gewonnen Daten habe ich mir ein Excel gebastelt, mit dem ich einfach die Daten für die Zettel definieren und ausdrucken kann und mir erstmal 80 Wagenladungszettel ausgedruckt und laminiert. Damit gibt's dann irgendwann, wahrscheinlich gegen Ende dieser Woche, einen Proof-of-Concept und dann sehe ich weiter.
Ich habe zwei Typen von Wagenladungszetteln: "Normale" Wagenladungszettel (weiß), die in Brezelbronn oder Gsälzburg behandelt werden, und Durchgangszettel (blau für Richtung Nord und rot für Richtung Süd), die im NG mitfahren und so um die Hälfte der Wagen im NG repräsentieren.
Was ich nicht verstanden habe, dass auf den Zetteln nirgends der Startbahnhof bzw. der Versender steht - das fehlt mir, ich will doch wissen, wer mir liefert. Dafür habe ich mal eine separate Zeile spendiert, aber vielleicht habe ich ja auch was falsch verstanden.
So sehen die Wagenladungszettel bei mir aus - fast 1:1 wie im ADJ (Vielen Dank nochmal!!!), Maße (BxH) sind bei mir 68mm x 65mm:![]()
Damit passen exakt 12 Wagenkarten auf 1 DIN-A4-Blatt.
Ich bin mal echt gespannt, wie das weitergeht und ob das Spaß macht.
Hi zusammen,
ich hatte jetzt schon die ein oder andere spannende Session mit den Wagenladungszetteln. Das scheint mir wirklich das Richtige für meine Anlage zu sein. Die eingeführten Durchgangszettel haben sich auch bewährt - machen die Ng spannender, allerdings verzichte ich auf die Gattungsvorgabe bei Durchgangskarten. Da sehe ich keinen Nutzen drin.
Aktuell starte ich damit, die Signale einzubauen, nachdem ich jetzt meinen privaten Signalschacht habe - der Wattenscheider Schacht passte nicht zu den gegebenen Einbausituationen in Gsälzburg - dem alten Teil meiner Anlage.
Meine Schächte gibt es als Einzel- und Doppelmodul. Die Signaleinsätze klipsen schön in die Führungen, der Servoantrieb kommt unter die Anlage und wird auch angeklipst. Gesamttest steht noch an.![]()
![]()
Wenn dann die Signale stehen, sollten als nächstes Weichenlaternen, Blechkanäle und Rollenkästen geplant und eingebaut werden - denke ich mir so.
Auch hier bräuchte ich eure Unterstützung. Wie plant man die ein? Ich habe versucht mir das anzulesen, aber "gelesen" ist noch nicht "verstanden". Brezelbronn wird wie Schelklingen zwei Stellwerke haben. Habe versucht, auf Basis meines Verständnisses einen Kanalplan für Brezelbronn zu erstellen. Die Kanäle sind Magenta eingezeichnet. Den geforderten 90°-Winkel kriege ich aufgrund der Kurvenlagen nicht wirklich hin.
Nachfolgend der Plan. Was meint ihr? Kann man das grundsätzlich so machen?![]()
Dann noch ein paar Fragen zur Umsetzung - vielleicht könnt ihr mir da auch helfen.
- Wo verbaut man Kanäle, wo werden die Leitungen oberirdisch geführt?
- Was nehmt ihr, um Kanäle und Leitungshalter nachzubilden?
Vielleicht hat ja jemand auch einen guten Verweis auf Literatur? Wenn ich was zu Kabelkanälen suche, finde ich nur Kabelkanäle aus der Elektroinstallation.
Wie immer freue ich mich über jede Hilfe.
Viele Grüße
Dieter
#134 RE: Weiter gehts mit der Planung, diesmal: Kabelkanäle
Hallo Dieter,
hier mein Literaturtipp:
https://www.stefancarstens.de/miba-repor...he-stellwerke-1
Wer in der Broschüre was über mechanische Stellwerke an sich sucht wird enttäuscht da die Funktion von Hebelbank, Verschlussregister usw. praktisch gar nicht erklärt wird. Der Schwerpunkt liegt auf dem was man auf der Anlage sieht: Signalantriebe, Spannwerke, Leitungsführung, also genau was du suchst. Das wird wirklich umfangreich mit Planungsgrundsätzen und Ausführungsbeispielen behandelt.
Grüße,
Sebastian
Hallo Sebastian,
vielen Dank für die Tipp! Das Werk ist leider vergriffen und die Preise beginnen bei mindesten 35€. Die meisten liegen bei 70€.
Dein Link und etwas Recherche hat mich dann auf ein Werk von Weinert geführt: "Außenanlagen mechanischer Stellwerke". Das hilft mir schon gut weiter!
Viele Grüße
Dieter
#137 RE: Weiter gehts mit der Planung, diesmal: Kabelkanäle
Zitat von Diegu im Beitrag #133
Aktuell starte ich damit, die Signale einzubauen, nachdem ich jetzt meinen privaten Signalschacht habe - der Wattenscheider Schacht passte nicht zu den gegebenen Einbausituationen in Gsälzburg - dem alten Teil meiner Anlage.
Hallo Dieter,
schade, dass der Watti nicht bei Dir passt.
Zitat
Brezelbronn wird wie Schelklingen zwei Stellwerke haben. Habe versucht, auf Basis meines Verständnisses einen Kanalplan für Brezelbronn zu erstellen. Die Kanäle sind Magenta eingezeichnet. Den geforderten 90°-Winkel kriege ich aufgrund der Kurvenlagen nicht wirklich hin.
Nachfolgend der Plan. Was meint ihr? Kann man das grundsätzlich so machen?
Dann noch ein paar Fragen zur Umsetzung - vielleicht könnt ihr mir da auch helfen.
- Wo verbaut man Kanäle, wo werden die Leitungen oberirdisch geführt?
Grundsätzlich kannst Du davon ausgehen, dass alle Drahtzugleitungen auf einer der beiden Längsseiten eines Stellwerksgebäudes rauskommen (nicht wie bei Dir auf beiden kurzen Seiten des Gebäudes gezeichnet).
Dein Plan ist auf der „Ostseite“ (rechts) schon recht stimmig.
Nahe beieinander gelegene Weichen würde ich zusammenfassen, um die Anzahl der Gleisquerungen zu reduzieren. So kommen die „Schottermöhrchen“ (KollegInnen mit den orangefarbenen Anzügen) leichter ohne Betriebsgleise zu überqueren an die Anlagen.
Weiterhin sind Querungen von mehreren Gleisen „gefühlt“ seltener.
Auf der „Westseite“ (links) erscheint mir insbesondere die Konstellation bei Weiche 12/13 unrealistisch.
Da würde ich in Höhe des Prellbocks von Gleis 19 für Weiche 12 auf die „Südseite“ gehen. Oder in Höhe Weiche 13 auf die Südseite von Gleis 19.
Zitat
- Was nehmt ihr, um Kanäle und Leitungshalter nachzubilden?
Was von Weinert?
Zitat
Vielleicht hat ja jemand auch einen guten Verweis auf Literatur? Wenn ich was zu Kabelkanälen suche, finde ich nur Kabelkanäle aus der Elektroinstallation.
Gute Frage!
Carstens ist ein Anfang. Im Klassiker von Stapf (jetzt als eBook) müsste auch was sein, kann ich die Tage mal schauen. Vielleicht hilft es weiter, nach Kanälen für Drahtzugleitungen zu suchen. Außerdem würde ich Vor-Ort-Recherche empfehlen, je nach Wohnort. Mechanische Stellwerke gibt es ja noch mehr, als man es vermuten würde.
Ansonsten finden sich bei stellwerke.info sicher auch diverse Fotos von Außenanlagen, um ein Gefühl für die Leitungsverlegung zu bekommen.
Hallo zusammen,
vielen Dank für eure Antworten!
@Sebastian: Vielen Dank für dein Angebot darauf würde ich gerne zurückkommen. Ich schicke dir meine Daten.
@Gruppentaste:
Das mit der Langseite: Hatte ich zwar auf Bildern schon gesehen, dann aber nicht richtig übernommen. Wäre mir wohl "schleichen" gegangen!
Auch vielen Dank für die anderen Tipps. Die werde ich beherzigen.
Meine Bestellung an Weinert ist raus. Ich habe mal eine Probe Weißmetall und Kunststoffteile bestellt. Dann noch Rollenhalter.
Damit kann ich da mal testen. Sinnvolle Alternativen zu den Teilen von Weinert scheint es nicht wirklich zu geben.
Das e-book von Stapf habe ich auszugsweise hier gefunden. Ich denke, ich werde mit dem Report von Carstens glücklich werden.
Danke für den Tipp mit Stellwerke.info. Da ist ja sogar mein Heimatbahnhof Dusslingen bestens bebildert. War mir nicht klar, dass die Drahtzugleitungen oberirdisch in einiger Höhe in die Signalkästen einlaufen.
Jetzt gehe ich mal Signale einbauen, und freue mich drauf, in Gsälzburg den Schotter wieder wegzufräsen.
Viele Grüße
Dieter
#139 RE: Weiter gehts mit der Planung, diesmal: Kabelkanäle
Zum Thema Leitungsführung:
* In der "Primärliteratur", d.h. den "Büchern für Profis", findet sich dazu fast nichts. Von Scheibner, "Die mechanischen Sicherheitsstellwerke im Betriebe der Vereinigten Preußisch-Hessischen Staatsbahnen" von 1904 über Cauer von 1920, Hentzens "Erläuterungen" 1927, auch in der "Einbauvorschrift für das Einheitsstellwerke" (wo ich die Ausgabe von 1940 habe), und dann bei Stapf im Osten und Warninghoff im Westen steht nahezu nichts zur Leitungsführung, außer sehr Allgemeines "geradlinig", "möglichst oberirdisch", "in Gruppen unter Gleisen, Bahnsteigen, ...". Die Ratschläge im Scheibner von 1904 sind noch die konkretesten, die ich auf die Schnelle gefunden habe. Im Warninghoff stehen ein paar Sätze, wie man die Leitungen dann verlegt. Alle diese Literatur ist auf meiner Webseite entweder als Download verfügbar, oder man kann sie kaufen (Warninghoff z.B.), oder ich mach auf Anfrage gern Auszüge oder Scans.
* Vorschriften der Eisenbahnen und interne Unterlagen der Hersteller, die dazu Anleitungen geben, habe und kenne ich leider keine. Ich würde aber meinen, dass dort auch kaum was drinsteht, weil es bei Ingenieursplanung - in der Vergangenheit noch viel mehr als heute - mehr um Können und Erfahrung ging, und die wurde von Person zu Person übermittelt und nicht über "Schulungen" und "Unterlagen".
* Die "beste" Literatur ist daher die für Eisenbahnfreunde aus jüngerer Zeit - und da ist natürlich Carstens die Hauptinstanz.
* "Wirklich lernen" tut man das aber eigentlich nur, indem man sich die Leitungsführung von 50 oder 100 Bahnhöfen ansieht und "ein gewisses Gefühl für die Usancen kriegt" - wie führt man bei Mittelstellwerken einerseits, Endstellwerken andererseits die Leitungen aus dem Stellwerk; dann durch's Gleisfeld; wie erreicht man i.d.R. geriegelte Weichen (wo der Antrieb dem Riegel gegenüberliegt), wie erreicht man eng liegende Weichen, wie viele "Haken" lässt man Leitungen schlagen usw.usf.
Aber da dies alles überhaupt keine "exakte Wissenschaft" ist, und vermutlich die (sicher ausschließlich ...) Herren Ingenieure, die das praktisch gemacht haben, auch verschiedene Erfahrung und Ansichten hatten, muss man sich da m.E. auch nicht zu viel hineinsteigern.
Wenn jemand da mehr weiß, bin ich hochgradig dran interessiert!
H.M.
#140 RE: Weiter gehts mit der Planung, diesmal: Kabelkanäle
Konkret zu dem Leitungsplan: Mir fallen auf Anhieb einige Sachen auf:
* Die Lage der Stellwerke ist sehr unglücklich. Mechanische Stellwerke müssen vorrangig so aufgestellt werden, dass man die Freiheit der Gleise prüfen kann. Bei einem Bahnhof mit gekrümmten Bahnhofsköpfen stellt man sie möglichst an der Außenseite der Bögen auf (bei geraden Bahnhofsköpfen wurde häufig eines auf jeder Seite aufgestellt). Die Lage zwischen den Gleisen vermeidet man wie der Teufel das Weihwasser - auch wenn sie immer wieder vorkam (in München Ost, wo ich täglich vorbeifahre, steht ein Endstellwerk so); wenn aber, dann war dann ein "größere Fläche " vorhanden, zumindest Platz für Material an der hinteren Längsseite (aber ja, auch da gibt's Gegenbeispiele; in Österreich fällt mir Leoben ein).
* Die von Zügen spitz befahrenen Weichen brauchen Riegel (nicht immer, aber "in der Regel"), d.h. dorthin führen zwei Leitungen. Und weil die Riegel i.d.R. (wenn nicht Platz oder Leitungsführung was anderes erfordern oder nahelegen) gegenüber dem Antrieb angeordnet werden, münden die zwei Leitungen auf gegenüberliegenden Seiten an der Weichenspitze.
* Die Querung zwischen W12 und W13 geht so nicht - man muss ein Gleis immer rechtwinkelig queren. Und da wird's hier knapp werden gegen Gleis 1 und 19. Vermutlich würde man ein Stück vor der W12 nach "Süden" queren. Die teurere, aber vielleicht nötige Variante, wenn man sich vor Gl. 19 mit Ladekanten in die Quere kommt (vor und auch unter einer Ladekante läuft nie eine Drahtzugleitung), ist unterirdisch unter dem Bahnsteig zwischen Gl. 1 und 2, mit dann einer rechtwinkligen Querung von Gl.1.
* Dass die W4 Fernstellung braucht, glaube ich eher nicht. Ebenso W23, und eigentlich auch nicht W24, und auch nicht W10 und W11. Der Kommunikationsaufwand von einem Rangierleiter am Gleis zum Stellwerk, dass eine dieser Weichen umgelegt werden soll, ist viel größer als der Nutzen der Fernbedienung. Und alle diese Weiche liegen nicht in Zugstraßen und haben auch keine Flankenschutzfunktion, d.h. für den Zugbetrieb ist ihre Lage egal: Eine Zentralisierung ist also nur aus speziellen Gründen zu rechtfertigen. Im Unterschied dazu ist etwa die W9, wegen ihrer Flankenschutzfunktion für Zugfahrten auf den Gleisen 4 bis 6, sehr wohl sinnvollerweise zentralisiert (aber ohne Riegel).
* N1 steht unerwartet weit draußen (was prinzipiell den Sichtbedingungen auf Hauptsignale widerspricht - aber wird man schon durchkriegen); und man kriegt mit der W13 eine unschöne Mittelweiche - das wird sich aber wohl nicht vermeiden lassen, weil erstens die W13 so nahe am Bahnsteig liegt; und sonst die Nutzlänge vom Gleis 1 wohl zu klein wird.
* Die Leitungsangriffe an W6, W7, W8 sind für mich auch "komisch": Da würde man an der Außenseite dieses Leitergleises eine oberirdische Leitungsgruppe führen.
* Die Leitungen zu den Einfahrsignalen fehlen.
Das war's einmal auf die Schnelle - Frühstück wird grad rund um mich aufgedeckt
. Wenn ich Zeit hab, schau ich mir das einmal systematischer an; allerdings Disclaimer: Ich bin nur Hobby-Sicherungsanlagen-Freak ... alles nur durch "Hinschauen" versucht zu verstehen = jeden, der mehr weiß, insbes. wo ich irre, bitte ich um Kritik
).
H.M.
#141 RE: Weiter gehts mit der Planung, diesmal: Kabelkanäle
Hallo Harald,
vielen lieben Dank für deine Hinweise! Das ist ja total spannend! Schaue ich mir auf jeden Fall an!
Und tatsächlich - bei der Planung ganz vergessen - meine Weichen 4, 10, 11, 15, 18, 23, 24 sind ja ortsgestellt, da kann ich mir was sparen.
Lass' dir dein Frühstück schmecken!
Viele Grüße
Dieter
Hallo Dieter,
Zitat von Diegu im Beitrag #133
Vielleicht hat ja jemand auch einen guten Verweis auf Literatur?
Es gibt auch noch Miba Report 11 "Stefan Carstens Mechanische Stellwerke (2), Schranken - Sperren - Antriebskästen". Könnte ich Dir leihen.
Zitat von Diegu im Beitrag #133
Was nehmt ihr, um Kanäle und Leitungshalter nachzubilden?
Weinert wurde schon genannt. Ist sehr schön, wenn man die Details aus der Nähe betrachten will oder Fotos macht. Wenn es nur um die Wirkung geht, dass etwas vorhanden ist, dann geht auch Selbstbau aus Spritzlingresten vom Gebäudebau, Zahnstocher, Holzleistchen etc. Die Leitung ist schwarzer Bindfaden, an den Rollenhaltern festgeklebt und an den Endpunkten im Kabelkanal mit einer Schienenbefestigungsschraube "abgespannt".
Hier ein Beispiel aus alten Zeiten: Weinert, Auhagen, Selbstbau
Grüße
Steffen
Hallo zusammen,
Harald, nochmal vielen Dank für deine Tipps. Die Stellwerke habe ich jetzt verschoben, damit sollte der Überblick gegeben sein. Habe mir auch überlegt, welche Leitungen oberirdisch und welche unterirdisch geführt werden sollten. Das ist jetzt erstmal die Grobplanung. Mit etwas Literatur und dann am Objekt wird sich das sicher noch entwickeln.![]()
Die Situation am Bhf Dußlingen habe ich mir auch mal angeschaut.![]()
Auffallend ist, dass die Signalleitungen freiliegend in einiger Höhe in den Signalkasten reinlaufen.![]()
![]()
Den Fakt, dass die Leitungen nur auf einer Seite des Gebäudes reinführen, werde ich mir auch merken. Heute sind da Metallplatten. Weiß jemand, wie das in den 60ern ausgesehen haben könnte?
Zur Signalpositionierung: In Dußlingen waren die Signale ursprünglich am äußersten Ende der beiden Gleise. Die Güterzüge zogen immer bis zum Signal vor. Damit waren die Gleise (meistens) frei zum Überqueren. Einen anderen Nutzen kann ich mir nicht denken. Beim letzten Umbau vor einigen Jahren, wurde je eines der Signale weiter Richtung EG verschoben und die Vorsignale für die Ausfahrtsignale wurden hinzugefügt. Hier mal die heutige Vorbildsituation, falls von Interesse:
Ausfahrt nach Norden, Richtung Tübingen:![]()
Ausfahrt nach Süden, Richtung Balingen / Sigmaringen:![]()
Der ursprüngliche Anschluss des Güterschuppens und des Freiladegleises (nach rechts) war in Dußlingen ähnlich wie in Brezelbronn:![]()
Hmmm. Wahrscheinlich war das hier gar kein Problem, weil die NG ja eh auf Gleis 1 eingefahren sind, dann konnten die problemlos rangieren. Ist in Brezelbronn nicht so geschickt, wenn die NG auf Gleis 4 einfahren.
Die extrem linke Position des Ausfahrsignals von Gleis 1 Richtung Balingen spricht mich zwischenzeitlich ästhetisch nicht mehr so an und 3m lange Züge kann ich eh nicht fahren. Vielleicht verschiebe ich das Signal noch Richtung Weiche 13. Es wird aber links von Weiche 13 bleiben, weil sonst die Nutzlänge nicht ausreicht.
Steffen, vielen Dank für das schöne Bild. Das illustriert den Einbau wunderbar und hat mir einige Fragen beantwortet.
Viele Grüße
Dieter
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