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Planung für meine Neckar-Alb-Bahn
#126 Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo zusammen,
ich hatte ja gerade im Bauthread geschrieben, dass die Anlage jetzt initial betriebsbereit ist.
Beim Bau ging mir immer wieder durch den Kopf, dass ein Großteil der Gewerbebetriebe auf meiner Anlage ziemlich austauschbar und nicht typisch ist, für die Gegend hier.
Gesetzt ist weiterhin das Salzbergwerk in Stetten - jetzt in Gsälzburg. Auch das Neuwagenverteilzentrum, das - glaube ich - in Schramberg war, bleibt in Gsälzburg. Ich erinnere immer noch an die Autozüge die regelmäßig durch Dußlingen fuhren. Das möchte ich nicht missen. Beides also typisch für die Gegend hier.
Während der letzten Baumonate habe ich mir immer wieder überlegt, welche Industrie prägend für die Gegend hier war und welche ich auf meiner Anlage nachbilden könnte.
Eingefallen sind mir: Textilindustrie, Maschinenbau, Waagenbau.
Zur Textilindustrie: Diese war prägend für die Gegend hier. Trigema in Burladingen, Egeria in Tübingen, Mey, Loder (produziert noch mit den alten Maschinen in Albstadt) und viele mehr. Einige produzieren auch noch hier und oftmals stehen noch die alten Gebäude mit sehr interessanter Architektur. Da findet man auch auf Google StreetView einiges: Egeria alte Weberei, Egeria alte Verwaltung, Loder
Die Textilindustrie war sicherlich auch prägend für den Güterverkehr auf der Strecke Tübingen-Sigmaringen. Hier fuhren wohl regelmäßig lange Güterzüge mit überwiegend G-Wagen von Albstadt über Balingen nach Tübingen. So ganz kriege ich das aber nicht mehr recherchiert.
In Mössingen (meinem Brezelbronn) gab es die Weberei und Druckerei Pausa, die nicht nur wegen des Generalstreiks 1933 gegen die Nazis bekannt wurde, sondern auch wegen der international bekannten Stoffe, die von renommierten Künstlern gestaltet wurden. Die Tonnenhalle der Pausa steht noch und kommt so wohl auch auf meine Anlage.
Ganz prägend in Balingen war Bizer, der mit den Bizerba Waagen nicht nur in Deutschland bekannt ist. Ein schönes Bild der alten Gebäude konnte ich bisher allerdings nicht finden:
Dann gibt's noch die Maschinenfabrik Alfred Rilling in Dußlingen. Nicht so bekannt, dafür aber ein schönes Gebäude.
Mit den Gebäuden mache ich gerade Stellprobe:
Egeria oben als Industrieanschluss in Gsälzburg und A.Rilling als Anschließer darunter in Brezelbronn.![]()
Der A.Rilling darf neben seinen Mahlwerken auch die in den 50er und 60er Jahren bekannten Einachsschlepper von JRUS (J.Rilling und Söhne) verkaufen. Ganz rechts lugt noch die Halle vom Stahlbaupartner Sülzle in's Bild. Den gab (und gibt) es tatsächlich in Dußlingen und der hatte einen eigenen Industrieanschluss.![]()
![]()
Die Pausa, die ich wohl maßstäblich zu klein gedruckt habe, steht für die Stellprobe jetzt da, wo ursprünglich mal die Chemische Fabrik war:![]()
Die Autotransportwagen gehören da wohl nicht hin, aber das war halt der Rangierauftrag.
Ich hoffe, dass ich meiner Anlage so etwas lokalkolorit verleihen kann.
Vielleicht hat ja noch jemand Ideen, was zur Zollernalb passt...
Vielen Dank fürs Lesen. Hoffe ich habe nicht gelangweilt.
Viele Grüße
Dieter
#127 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo Dieter!
Zitat von Diegu im Beitrag #126
Die Textilindustrie war sicherlich auch prägend für den Güterverkehr auf der Strecke Tübingen-Sigmaringen. Hier fuhren wohl regelmäßig lange Güterzüge mit überwiegend G-Wagen von Albstadt über Balingen nach Tübingen. So ganz kriege ich das aber nicht mehr recherchiert.
Zur Vorbildrecherche im Güterverkehr möchte ich ein paar eigene Erfahrungen beitragen.
In den letzten Monaten habe ich mir für die eigene Anlage viele Gedanken zum Güteraufkommen gemacht und dabei die KI stark eingesetzt. Als Beispiel: größter Güterkunde ist bei mir das Chemiewerk Marshall Chemical das allerlei Produkte der Zellulosechemie erzeugt. Welche das sind (Methylcellulose, Carboxymethylcellulose, Hydroxyethylcellulose sowie zellulosebasierte Folien und Wursthüllen) war einfach rauszufinden indem man sich ähnliche Werke anderswo anschaut. Die benötigten Rohstoffe für die Produktion bekommt man auch schnell raus. Aber dann:
- In welchen Mengen/Mengenverhältnissen werden diese Rohstoffe benötigt um eine bestimmte Menge Produkt herzustellen?
- Von welchen Werken hätte man z. B. 1971 die benötigten 11.500t Monochloressigsäure bezogen?
- An welche Empfänger hätte man damals Methylcellulose geliefert? Und wäre die eher lose in Silowagen oder als Sackware rausgegangen?
Und so weiter. Mit der KI bekommt man, wenn die richtigen Fragen gestellt werden, recherchierte Fakten oder zumindest plausible Szenarien. Als Ergebnis bekam ich für Marshall Chemical eine detaillierte Liste der Rohstoffe, Hilfsstoffe und Produkte, in Tonnen pro Jahr und Wagen pro 2 Wochen (ich bereite einen Frachtzettelvorrat für 14 Tage vor), mit realen Versendern und Empfängern die damals existierten, den richtigen Versand- und Bestimmungsbahnhöfen. Man muss das nicht so im Detail ausarbeiten, aber mit gezieltem KI-Einsatz ist es heute möglich diese Infos an einem Abend zusammenzustellen, was sehr lehrreich war und großen Spaß machte. Das fließt dann in die Frachtzettel ein.
Anderes Beispiel: mein Tierfutterwerk Effem produziert Hunde- und Katzenfutter das dann irgendwie in den Einzelhandel muss. Mir fehlte aber die genaue Vorstellung wie die Logistikketten vor 55 Jahren liefen und wie z. B. das Katzenfutter vom Hersteller bis in die Edeka-Filiale kam. Vom Produzenten mit vielen kleinen Stückgutsendungen bis in die Filiale? Oder gab es schon Zentrallager des Einzelhandels (Edeka, Coop, Tengelmann) und, wenn ja, wo lagen die? Oder hätte der Produzent erst einmal alles in eigene regionale Verteilzentren abgefahren und von dort den Kunden beliefert? Das alles wollte ich erst mal verstehen, und die KI liefert da sehr schnell Antworten.
Eventuell hilft das bei deinen Recherchen zur Textilindustrie. Der KI habe ich folgende Frage gestellt:
Nehme an dass es um 1965 in der Gegend von Mössingen ein mittelgroßes Textilwerk mit ca. 500 Beschäftigten gegeben habe. Erstelle mir eine Liste aller für die Produktion benötigten Roh- und Hilfsstoffe mit Mengenangaben in Tonnen pro Jahr sowie (angenommen dass alle Transporte mit der Bahn laufen) in Güterwagen pro Jahr sowie pro Woche. Berücksichtige dabei auch Kleinmengen. Gib für jede Fracht die benötigen Güterwagengattungen an sowie möglichst mehrere Versender bzw. Empfänger mit Angabe des Unternehmenssitzes. Berücksichtige dabei nur Unternehmen die in den 1960ern in der Bundesrepublik real existierten. Falls Rohstoffe aus dem Ausland relevant sind (etwa Wolle aus Übersee) gebe den Importweg (etwa Hamburger Hafen) an. Gebe nur belegbare Fakten oder plausible Annahmen an unter Berücksichtigung der typischen damaligen Logistikzusammenhänge der Textilindustrie.
Hier die Antwort (per Link): https://chatgpt.com/s/t_6a1359f49e80819182726ebb8acb747e
Noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber darauf kann man doch aufbauen.
Viele Grüße,
Sebastian
#128 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
#129 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo Dieter,
ich freue mich, dass es mit deiner Anlage so zügig voran geht.
Ja die Auswahl der Anschließer ist ein ergiebiges Thema und will gut überlegt sein.
@sebastian:
Ich bin überrascht, was KI mittlerweile so liefert.
Ich war mal so frech deine Anfrage zu nehmen (weil ich sonst nicht wüsste was man da alles formulieren sollte) und habe nur den Textilbetrieb von Mössingen in eine mittlere norddeutsche Saline mit 50 Beschäftigten geändert. Sowie die Sache mit dem Import über den Hamburger Hafen gelöscht.
Das Ergebnis ist beeindruckend genau. Da ich durch das Buch zur heimischen Saline Sülbeck und die Kenntnis der von KI genannten Saline Luisenhall das Aufkommen einer derartigen Saline sehr gut einschätzen kann, habe ich mal verglichen.
Ich plane ja in Spur 1 eine Rangieranlage mit einer Saline, die über eine Wagendrehscheibe angeschlossen ist und bei der eine Kleinlok im Anschluss über eine Weiche als Spitzkehre die Wagen bewegt und die Zu- und Abholung über die Wagendrehscheibe erledigt. Vorbild für die Salinengröße ist Luisenhall.
Ich habe mal mein erdachten/errechnetes Wagenaufkommen mit der KI verglichen und muss sagen es passt.
KI hat nur einen Fehler gemacht. Es gibt als Wagengattungen 2-achsige Gattungen an, hat aber 4-achsige Wagen mit ca. 50 to Ladung gerechnet.
Das Ergebnis ist im beigefügten pdf zu finden.
Ich schweife hier etwas von Dieters Thema ab, aber Dieter plant ja auch eine Saline als Anschließer, evtl. kann er hierauf aufbauen.
Gruß Jürgen
- Ki zu Bahnaufkommen einer mittleren Saline.pdf
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#130 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo Jürgen,
ja, da geht wirklich einiges. Man muss aber die Aufgabe genau formulieren und das Ergebnis kritisch prüfen.
Ganz wichtig ist: die KI zieht ihre Angaben sowohl aus belegten Fakten als auch aus Interpretation von Fundstücken und kann auch Dinge konstruieren die ihr logisch erscheinen, jedoch falsch sind. Bis hin zu grotesken Fehlern. Wenn ich mit den falschen Prompts nach der Süsingbahn oder der Kleinbahn Munster - Bevensen suche hat mir Chat GPT schon meine eigene Konzeption recherchiert, überwiegend mit diesem Forum als Quelle. Dabei wurde aus verschiedensten Threads einen Zusammenfassung der Bahngeschichte erstellt die ich selber nicht besser hätte machen können; dass dies eine Modellbahn ist war der KI entgangen. Also aufgepasst!
Bei der Anfrage (siehe mein Beispiel für Mössingen) sage ich der KI immer entweder dass sie nur belegbare Fakten oder plausible Annahmen wiedergeben soll. Das reicht meist als Vorgabe damit da kein Quatsch herauskommt.
Grüße,
Sebastian
#131 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Schurr ihr Jonge,
wir nähern uns also immer mehr den "Behauptungen" aus der Signatur von Jörn ("Silbergräber") an...
Ich weiß gerade noch nicht, ob das eine Bereicherung sein wird oder ob es mir Sorgenfalten auf die Stiirn treiben sollte...
#132 RE: Weiter gehts mit der Planung: Die Industrie - gelobt sei der Mittelstand
Hallo zusammen,
Sebastian, der Tipp mit der KI war der beste Tipp überhaupt! Sonst setze ich KI auch mehr oder weniger ein, aber hier habe ich das gar nicht auf die Reihe gekriegt. Heute habe ich den ganzen Tag die KI gequält, welche Industrien, wie zusammenhängen, wie ich zu einem vernünftigen Binnenverkehr komme, was die einzelnen Industrien benötigen... Sehr spannend.
Hartmut, deine Sorgen zu KI teile ich. Das wird sicher kein Spaß auf Dauer.
Jürgen, die Ergebnisse zur Saline sind ebenfalls sehr beeindruckend. Leider ist die Saline von meinem Plan wieder verschwunden und musste den für das Steinlachtal typischeren Industrien weichen.
Die KI war da nicht ganz unschuldig. Über die Analyse des Verkehrsaufkommens der einzelnen Betriebe ergaben sich neue Chancen für den Binnenverkehr - und der liegt mir ja nun sehr am Herzen. Im direkten Vergleich musste die Saline weichen.
Ich bin ja nun seit Monaten mit der Wahl eines Wagen- und Frachtkarten-Systems schwanger gegangen. FREMO ist zu viel für mich - da hatte ich vor über 20 Jahren begonnen, meine Wagen zu erfassen und ich konnte erst nichts damit anfangen. Die Ami-Version (Linky) mit Karten ähnlich denen von Micromark war auch nichts für mich, obwohl einfacher.
Tatsächlich scheint das von OOK beschriebene Wagenladungszettelsystem in ADJ Heft 11, Artikel Güterwagenumlaufsysteme, genau das Richtige für mich zu sein.
Mit den oben gewonnen Daten habe ich mir ein Excel gebastelt, mit dem ich einfach die Daten für die Zettel definieren und ausdrucken kann und mir erstmal 80 Wagenladungszettel ausgedruckt und laminiert. Damit gibt's dann irgendwann, wahrscheinlich gegen Ende dieser Woche, einen Proof-of-Concept und dann sehe ich weiter.
Ich habe zwei Typen von Wagenladungszetteln: "Normale" Wagenladungszettel (weiß), die in Brezelbronn oder Gsälzburg behandelt werden, und Durchgangszettel (blau für Richtung Nord und rot für Richtung Süd), die im NG mitfahren und so um die Hälfte der Wagen im NG repräsentieren.
Was ich nicht verstanden habe, dass auf den Zetteln nirgends der Startbahnhof bzw. der Versender steht - das fehlt mir, ich will doch wissen, wer mir liefert. Dafür habe ich mal eine separate Zeile spendiert, aber vielleicht habe ich ja auch was falsch verstanden.
So sehen die Wagenladungszettel bei mir aus - fast 1:1 wie im ADJ (Vielen Dank nochmal!!!), Maße (BxH) sind bei mir 68mm x 65mm:![]()
Damit passen exakt 12 Wagenkarten auf 1 DIN-A4-Blatt.
Ich bin mal echt gespannt, wie das weitergeht und ob das Spaß macht.
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