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Spitzkehrenbahnhöfe
#26 RE: Spitzkehrenbahnhöfe
Hallo Herbert,
Das Stimmt genau, und ich hatte bis 2023 auch Sils im Engadin als Spitzkehre Bahnhof in Betrieb. Aber Sils war Freelance- Prototype, der 2 Geplante Spitzkehre ins Bergell waren wirklich geplant.
Es hat mir von 2016 bis 2023 viel Spass gemacht, das Rangieren und umsetzen der Loks. Und Sils war nebenbei auch noch 2 System Bahnhof und Übergabe Station der Bergellerbahn (Gleichstrom) zum Stammnetz der RhB.
Wieviel Betriebsmöglichkeiten kann man in einer Bahnhof hinein denken (und auch tatsächlich benützen, Es war bei mir keine Reden von "nur viele Rangiermöglichkeiten", es würde Betrieb gemacht).
PS : Dem Avatar Foto zeigt noch der Spitzkehre Verzweigung nach Chur und Skt Moritz.
Grüss Aad
Sebastian zitiert Wikipedia:
Zitat von Sebastian im Beitrag #18
Eine Spitzkehre ist eine Bahnanlage, die dazu dient, unter möglichst geringem technischem Aufwand und mit wenig Platzbedarf einen Höhenunterschied zu überwinden. [...] Spitzkehren werden angelegt, wenn es auf Grund der Topologie der Strecke nicht möglich oder zu teuer ist, den Höhenunterschied mit Kehrschleifen oder Kehrtunneln zu überwinden. Spitzkehren stellen die einfachste Bauform dar, mit der eine Eisenbahnlinie durch Wegverlängerung eine Steigung überwinden kann.
Das ist die Wahrheit, aber halt nicht die ganze. Warum das Vorbild in diesem oder jenem Fall eine Spitzkehre (evtl. anstatt einer anderen Lösung) angelegt hat, ist zwar eisenbahngeschichtlich und technisch eine interessante Frage, die eigentliche Definition ist aber eine betriebliche: Wenn ein Zug in seinem festgelegten Lauf in einem bestimmten Bahnhof die Fahrtrichtung wechselt, ist der Bahnhof funktional eine Spitzkehre, auch wenn es daneben andere Züge gibt, die nicht Kopf machen.
Sebastian hat das frühere Wenden der IC in Nürnberg erwähnt, und anders als er würde ich nicht "echt nicht" sagen, sondern: Nürnberg Hbf fungierte teilweise auch als Spitzkehre.
Mein persönliches Beispiel ist Mannheim Hbf., wo die ICE nach Basel, mit denen ich in den Neunzigern unzählige Male gefahren bin, dort "falschrum" in den Bahnhof eingeführt wurden und andersrum wieder ausfahren mussten - bis die neue Strecke von Frankfurt fertig wurde, die die korrekte Einführung ermöglichte.
Ebenso gilt bei der Modellbahn: Ein Bahnhof ist dann eine Spitzkehre, wenn er als solche benutzt wird. Wie ich im ADJ schon wiederholt gezeigt habe, geht (und gilt) das auch, wenn nur eine sichtbare Strecke dargestellt werden konnte.
Im Idealfall kann der Modellbahner durch geschicktes Landschaftsdesign erkennbar machen (oder suggerieren), warum das so sein "muss", aber das muss in den meisten Fällen wegen des hohen Landverbrauches ein frommer Wunsch bleiben.
Gruß
Otto
[
Viele Großstadtbahnhöfe fungieren in diesem Sinn als Spitzkehre, aber wir werden kaum die Zeit, den Platz oder das Geld finden, um sie nachzubauen. Ich vermute, daß Frankfurt (Main) Hbf der Bahnhof mit den meisten Zügen ist, die da die Fahrtrichtung wechseln. In Aachen Hbf fuhr zeitweise der eine oder andere Fernzug aus Belgien über Mönchengladbach, und in Garmisch-Partenkirchen ist die Relation Innsbruck-Reutte (früher mit "Korridorzügen") nur mit Fahrtrichtungswechsel zu bedienen. Für unsereinen ist das aber für die Anlagenplanung wenig relevant; wenn wir Platz für einen Durchgangsbahnhof mit abzweigender Strecke haben, können wir natürlich Züge "über Eck" verkehren lassen.
In einem "Railway Modeller", den ich leider nicht aufbewahrt habe, hatte mal jemand einen Bahnhofskopf eines Großstadtbahnhofs nachgebaut (Leeds, soviel ich weiß), wo die meisten Züge wenden (wie früher in Nürnberg, wo die Fernzüge von Nord- und Westdeutschland nach München Kopf machten und nur die nach Wien durchfahren konnten).
Der modellbahnerische Nutzeffekt einer echten Spitzkehrenstation ist für unsereinen aber, daß beide Strecken platzsparend den Bahnhof auf derselben Seite verlassen; man kann sie entweder parallel führen oder bei Platzmangel eine davon verschwinden lassen und beide in übereinanderliegenden (oder, wenn das nicht geht, nebeneinander auf verschiedenen Höhen aufgebauten) fiddle yards enden lassen. Wenn auch dafür kein Platz ist, bietet sich eine Lösung à la Le Sepey oder Bad Berleburg an, wo die Strecken sich außerhalb des Bahnhofs verzweigen.
Wo wir vom Platz reden: Gerade heute trudelte eine britische Zeitschrift ein mit einer kleinen Anlage, die über Schränken in einem mit Recht so genannten "Narrowboat" aufgebaut ist. Es hat auch schon mal jemand eine Anlage in einer Besenkammer unterhalb der darin untergebrachten Sicherungen eingebaut. Die Krönung ist wohl eine Anlage in einer Standuhr (wobei die Uhr eine moderne batteriegetriebene ist). In Baugröße 0, versteht sich.
Herbert
Hallo!
Zitat von OOK im Beitrag #27
die eigentliche Definition ist aber eine betriebliche: Wenn ein Zug in seinem festgelegten Lauf in einem bestimmten Bahnhof die Fahrtrichtung wechselt, ist der Bahnhof funktional eine Spitzkehre, auch wenn es daneben andere Züge gibt, die nicht Kopf machen.
Hm, Otto... wo findet man diese Definition? Mir ist sie nicht bekannt.
Bevor das falsch verstanden wird: wenn Züge in einem Bahnhof die Fahrtrichtung wechseln müssen um weiterzufahren ist das betrieblich total bereichernd. Und es lohnt sich sehr das auf der Modellbahnanlage vorzusehen (auf meiner Süsingbahn wurde das in Munster-Süd auch ganz bewusst so eingerichtet). Herbert hat auch tolle Anregungen dazu gegeben.
Trotzdem: das "Wenden" eines Zuges in einem normalen Bahnhof nenne ich nicht "Spitzkehre" sondern "Fahrtrichtungswechsel". Ich habe lange nachgegrübelt, kann mich aber absolut nicht erinnern von Eisenbahnern in diesem Zusammenhang jemals das Wort "spitz kehren" gehört zu haben, geschweige denn eine entsprechende Definition gelesen zu haben. Man spricht vom "Fahrtrichtungswechsel" oder vom "Kopf machen".
Aber das soll niemanden hindern das hier so zu nennen. Betrieblich interessant und bereichernd ist es ja egal wie man es bezeichnet.
Grüße,
Sebastian
P.S.: Siehe auch Wikipedia. Im Artikel zu "Fahrtrichtungswechsel" https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrtrichtungswechsel werden verschiedene Begrifflichkeiten sortiert, "Spitzkehre" ist nicht dabei. Der Eintrag zur Spitzkehre https://de.wikipedia.org/wiki/Spitzkehre_(Eisenbahn) schränkt den Begriff in dem Sinne ein wie ich ihn oben genannt hatte.
Otto, schreib doch einfach hin: "Ich definiere ...". So machen das alle Leute, wenn sie ein Konzept mit einem griffigen Namen versehen wollen - und niemand fragt dann "wo ist das vorher definiert worden?". Seit Aristoteles wären wir nicht weitergekommen, wenn nicht immer wieder mutig definiert worden wäre (und immer wieder sogar umdefiniert).
Zur Sache selber: Leinefelde war eine Spitzkehre der Kanonenbahn; Garmisch ist heute noch eine Spitzkehre für alle Züge von Innsbruck ins Außerfern; Rosenheim war Spitzkehre für den innerösterreichischen Fernverkehr von Ostösterreich nach Tirol, bis die Österreicherschleife angelegt wurde; usw.usf. Klar könnte man das alles auch anders (aber natürlich auch möglichst griffig) benennen und beschreiben - da wird ja keiner dran gehindert. Bis jetzt gibt's aber keine solchen Alternativvorschläge, soviel ich sehe.
"Fahrtrichtungswechsel" (oder "Kopf machen") ist nicht die Beschreibung einer Infrastruktur aus betrieblicher Sicht, sondern das, was die Züge dann auf dieser Infrastruktur machen. Das hat ganz vielen Leuten als Begriff gereicht - dann aber oft mit eher umständlichen Umschreibungen wie "Station, wo jeder Zug [der Kanonenbahn o.ä.] kopfmachen muss" -, deshalb haben sie keinen Infrastruktur-Begriff dafür eingeführt. Aber das ist kein Grund, es nicht jetzt zu tun.
Aber, Sebastian, du schreibst ja eh:
Zitat
Aber das soll niemanden hindern das hier so zu nennen
... und nicht nur hier. Es ist einfach ein guter Begriff
.
H.M.
Allerdings ist der Titel "Spitzkehrenbahnhöfe". Das sind Bahnhöfe, die als Spitzkehre angelegt sind. Wenn wir nun jeden Bahnhof so nennen, wo Züge die Fahrtrichtung wechseln, verliert der Begriff seinen Sinn, weil er nicht mehr das Spezifische solcher Stationen bezeichnet: daß sie betrieblich Durchgangsbahnhöfe sind, die als Endbahnhöfe angelegt werden mußten.
Herbert
#32 RE: Spitzkehrenbahnhöfe
Wortgeklaube verbrämt den Spaß!
Ich denke Herbert wollte eine Liste anlegen die Anregungen und Vorbilder gibt.
Ich erweitere mal:
- Bad Harzburg
- Bad Dürkheim
- Miltenberg Hauptbahnhof (jetzt Gbf)
Merkmale: Durchgangszüge die Kopf machen mit Fahrtrichtungswechsel und einseitig kein Bahnhofsvorfeld
Genaugenommen war Miltenberg Hbf in der Relation Aschaffenburg-Wertheim kein Spitzkehrenbahnhof, da die Züge nach Wertheim den Bahnhof in Rückwärtsfahrt verließen, um dann vorwärts über die Mainbrücke zu fahren. Ob es Züge von Aschaffenburg nach Seckach gab, weiß ich jetzt gerade nicht.
Herbert.
#34 RE: Spitzkehrenbahnhöfe
Das Vorbild meiner Anlage ist der Kehrbahnhof Eybtal. Er wurde von der Reichsbahn zwischen Geislingen/Steige und Geislingen-West angelegt, damit die Erzzüge vom Verladebahnhof Stauffenstolln in Geislingen-Altenstadt nicht über die steile Nebenstrecke in den Hauptbahnhof fahren mussten um dort Kopf zu machen. Schon kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde er aufgelassen und abgebaut. Auf meiner Spur0-Anlage ist die Geschichte etwas anders verlaufen und der Bahnhof in der frühen DB-Zeit noch in Betrieb...
Viele Grüsse. Jürgen (Jay, the K.)
Zitat von Ferrovia im Beitrag #35
Davon würde ich ja nur zu gerne Bilder sehen.
Im SNM-Forum (Spur Null Magazin) gibt es davon reichlich. Guxtu z.B. hier: https://forum.spurnull-magazin.de/thread...oad/?pageNo=135
Gruß
Otto
Da habe ich noch zwei Spielverderber aus Frankreich. Le Perreon im Beaujolais lag in einer Kehrschleife, wie Voerde (wobei in Voerde wegen der engen Kurve die Güterzüge doch Kopf machen mußten):
http://gilbert.gillet.free.fr/rail/BeaujoPerreon.html
Und Soustons in den Landes lag sogar in einem Bogen, der keine Kehrschleife war:
https://reseau--train--ho--de--paquito40...=en&_x_tr_hl=de
Echte Spitzkehren gab es in Frankreich recht häufig, aber hauptsächlich auf meterspurigen Bahnen. Es gab in den Pyrenäen einen echten Zickzack, der später durch Kurven ersetzt wurde. Die Museumsbahn Froissy-Cappy hat heute noch einen.
Herbert
Laut der neuesten Voie Libre gibt es ein Sonderheft der Zeitschrift "Rail et Industrie" über die Firma COFERNA und den Vorgänger SPMR, aber da soll man einen Brief an den Verlag schreiben, ob noch eines verfügbar ist, und dann eine Banküberweisung auf den Weg bringen (mit Gebühren, nehme ich an). Da frage ich mich, in welchem Jahrhundert wir sind.
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