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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 25 Antworten
und wurde 2.707 mal aufgerufen
 III.4. Die dritte Dimension
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Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.964

03.11.2014 22:38
#16 RE: Gedanken zur Überwindung der Höhendifferenz zwischen zwei Anlagenebenen Antworten

Zitat von Helko im Beitrag #15
Sogar mit SPITZKEHRE und folgender 180° Kehre in der Nähe von Delemont im Schwezer Jura: Combe Tabeillon.

Hier die Karte! Man muss bloß noch die Plattenkante herum malen!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"


Wanderer Offline



Beiträge: 90

04.11.2014 09:13
#17 RE: Gedanken zur Überwindung der Höhendifferenz zwischen zwei Anlagenebenen Antworten

@lokonaut: Diese Betriebsweise (dass ein bergwärts fahrender Zug von einer talwärts fahrenden Lok per Kette unterstützt wird) ist mir von der Strecke Erkrath-Hochdahl bekannt. Die hatte meines Wissens aber nur in den 30 Promille. Nur frage ich mich, ob so etwas auf einer Modellbahn überhaupt umgesetzt werden kann. Vielleicht in größeren Maßstäben?

@Pfalzbahn: Auch die Plattenkante hat um Combe Tabeillon schonmal jemand drum herum gemalt. Wer's nicht glaubt, schaue mal in MIBA Spezial 80 auf Seite 70 nach. Dort wurde daraus allerdings eine kompakte Anlage gemacht. Eine Umsetzung in dem Sinne, wie wir es hier bevorzugen, kenne ich aber noch nicht.
Was an dieser Strecke auch noch interessant ist: laut dem Artikel in diesem MIBA-Spezial handelte es sich ursprünglich um eine Normalspurstrecke, die erst später auf Schmalspur umgebaut wurde. Man könnte diese Streckenfigur also auch ohne Bedenken in Normalspur nachbauen.

Nochmal @Pfalzbahn: Hast Du eigentlich Informationen darüber, wie steil die Strecke Biebermühle-Pirmasens war beziehunsgweise ist? Die wird auch immer wieder als Steilstrecke bezeichnet (und es wurden ja eigens dafür die Loks der BR 94.0 gebaut), aber ich habe noch nie gelesen, wie steil die Strecke eigentlich ist. Deshalb fehlte sie aucch in meiner Steilstreckenübersicht.

Viele Grüße
Rolf


dave Offline



Beiträge: 129

04.11.2014 13:50
#18 RE: Gedanken zur Überwindung der Höhendifferenz zwischen zwei Anlagenebenen Antworten

@ Erzberg

Der Betrieb à la Erzberg erhält durchaus noch mehr "Würze" indem auf der Strecke der Präblichlpass überwunden werden musste und es somit zwei Steilrampen gab. Hier ist alles erklärt und auch bebildert:
http://www.drehscheibe-online.de/foren/r...1402693,1402693
http://www.drehscheibe-online.de/foren/r...1402913,1402913
http://www.drehscheibe-online.de/foren/r...403304,page=all
http://www.drehscheibe-online.de/foren/r...1404010,1404010

Entsprechende Loks wurden auch in H0 schon gefertigt, aber da muss man wohl ein Vermögen für die schwer auftribaren Loks zahlen...

PS: Wenn man diesem Artikel (http://de.wikipedia.org/wiki/Steilstrecke) folgt, dann erstaunt es doch wie viele Steilstrecken es in Deutschland gab/gibt und wie wenige in der Schweiz und Österreich. Allerdings wird das wohl auch handfeste geografische Gründe haben...

Ein Triebkopf kommt selten allein.


Boscho Offline




Beiträge: 317

04.11.2014 14:55
#19 Seilzugbetrieb Erkrath - Hochdahl Antworten

Zitat von lokonaut im Beitrag #14
Auf welcher Steilstrecke (oder waren es gar mehrere?) wurden denn die bergwärts fahrenden Züge per Kette von talwärts fahrenden Loks nach oben gezogen?


Ich kenne da ebenfalls nur Erkrath - Hochdahl (Neigung 33,3 ‰) mit der Seilzuganlage. Das war ein kurzes, aber (für damalige Verhältnisse) knackig steiles Stück zweigleisige Hauptbahn, auf einem dritten Gleis fuhr die talwärts ziehende Lok antiparallel zum bergwärts gezogenen Zug. Bild hier (das zweite): http://www.bahnen-wuppertal.de/html/rampe-erkrath.html


Boscho Offline




Beiträge: 317

04.11.2014 14:59
#20 RE: Gedanken zur Überwindung der Höhendifferenz zwischen zwei Anlagenebenen Antworten

Zitat von Wanderer im Beitrag #13
@Boscho: Natürlich ist das in meinem Sinne, hier auch Vorbild-Beispiele für die Methoden des Höhengewinns zusammenzutragen und zu diskutieren. [...] Also nur her damit.


Na dann wollen wir mal.

Da man die Ansicht dieses Forums als nach Absendedatum geordneten Strang mit allen Antworten wie auch als Baumstruktur betrachten kann, werde ich die einzelnen Vorbilder als Antwort auf diesen (meinen) Beitrag einstellen - Diskussionen zu einzelnen Vorbildern sollte man deshalb auch als Antwort auf meinen jeweiligen Vorbildbeitrag verfassen. Sonst wird das in der Baumansicht arg unübersichtlich. Danke!


Boscho Offline




Beiträge: 317

04.11.2014 16:01
#21 Papierfabrik Albbruck Antworten

1. Beispiel: das Anschlussgleis der Papierfabrik Albbruck
(Steilstrecke, Spitzkehre, Zahnradbahn)

Die Papierfabrik Albbruck war eine direkt am Rhein gelegene Industrieanlage, zu der 1905 ein Anschlussgleis verlegt wurde. Höhenunterschied zum Bahnhof: - 18 m. Bei Steigungen bis 74 ‰ (je nach Quelle auch: 86 ‰) kam zu Beginn eine Zahnstange zum Einsatz. Später wurde das Gleis im Reibungsbetrieb befahren.

Link zu etwas Text, Gleisplan und Bildern: http://www.wehratalbahn.de/Hochrhein/Albbruck/Albbruck.htm

Ein paar Bilder der gegen Ende eingesetzten Triebfahrzeuge: http://www.bahnalltag.de/industrie/industrie.html (Bilder 1 - 5)

Youtube-Link zu einem Film mit Dampfbetrieb: http://youtu.be/DxEspWbO2Bo


Boscho Offline




Beiträge: 317

04.11.2014 16:36
#22 Bahnstrecke Pistoia – Bologna (Italien) Antworten

2. Beispiel: die Bahnstrecke Pistoia–Bologna
(Talschleife, Steilstrecke, Kehrtunnel, Yps mit Gimmick )

Streckenbeschreibung bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke...E2%80%93Bologna

[Achtung! Das ist was für Hauptbahnfreunde, weil: damals™ war das mal eine, später sogar eine elektrifizierte. "Den größten Verkehr bewältigte die Porrettanabahn im Ersten Weltkrieg, als 70 Zugpaare rund um die Uhr verkehrten." (Wikipedia-Artikel)]

Die Bahnstrecke von Pistoia nach Bologna hatte im Abschnitt zwischen Pistoia und Pracchia auf 28 Kilometern Strecke 500 Höhenmeter zu bewältigen, also griff man zu bewährten Mitteln: Täler ausfahren, heftige Steigungen und Kehrtunnel. Und weil das nicht reichte, legte man auch noch die Bahnhöfe in die Steigungen. So mehr oder weniger jedenfalls...

Weil nämlich die Dampfzüge in der Steigung beim Kreuzen nicht mehr hätten anfahren können, gabs Yps mit Gimmick: man konstruierte in den Stationen Vaioni (heute: Valdibrana) und Corbezzi Vorzieh- und Rückdrückgleise mit Gegensteigung und gab so den bergwärts fahrenden Zügen etwas Schwung mit auf den Weg. Während auf der Station Vaioni eines dieser Gleise auf einem Viadukt errichtet wurde (was gelinde an eine Skisprungschanze erinnert), bildet den skurrilen Höhepunkt der Bahnhof Corbezzi: ein Bahnhof von etwa 300 m Länge, der beidseits von je drei Tunnelportalen flankiert wird.

Die Bahnstrecke lohnt auch sonst intensive modellbahnerische Betrachtung - zur Spaghettischüssel ist es da nur noch ein Katzesprung (eventuell hat sich da der ow-Otto seine Inspiration geholt? )

Für Bilder bitte ich die Bildersuche von einer Suchmaschine eigener Wahl zu verwenden, Suchworte: "stazione di vaioni / valdibrana / corbezzi"; da kann man dann schon ein paar Stündlein Bilder schauen.

Eine gute Zusammenstellung, inklusive Gleisplänen findet sich [in italienisch] auf: http://www.laporrettana.it/linea/traccia...ciato-pages.htm
Die rot markierten Zeilen sind Links zu Plänen. Mit "Avanti" gehts vorwärts. Die mit "F" markierten gelben "Tropfen" auf den Plänen sind Links zu Fotoseiten.

Viel Vergnügen!
B.


Boscho Offline




Beiträge: 317

04.11.2014 17:54
#23 Nochmal Italien: Stazione di Volterra Antworten

3. Beispiel: die Bahnstrecke Cecina - Volterra
(Steilstrecke, Zahnradbahn, Spitzkehre)

Ein Klassiker für die Modellbahnecke - auf folgendem Bild sieht man recht präzise worum es geht (ein Klick ins Bild vergrößert):


[Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Spitzkehre_%28Eisenbahn%29]

Von Saline di Volterra kommend geht eine Zahnradbahn nach Volterra hinauf (im Bild der linke Streckenast) in eine Spitzkehre. Der bis dort geschobene Zug wird sodann - ohne Umsetzen - annähernd eben in den Bahnhof von Volterra gezogen. Eine Umsetzmöglichkeit scheint es in der Spitzkehre nicht gegeben zu haben; im Bahnhof hat eine solche existiert. Außerdem gab es einen Lokschuppen, ein Stumpfgleis am Güterschuppen und ein neben dem Lokschuppen gelegenes Ziehgleis.

Ein ideales Vorbild für platzbeschränkte und gleichzeitig rangierfaule Freunde der Epochen I bis III, möchte man meinen.

Bilder der Bahn und einen (italienischen) Text gibt es hier: http://www.trasportipubblici.info/cecinavolterraguiggi.htm

Die Bahnstrecke Cecina - Volterra (mit interessanten Bildern) auf den Seiten der italienischen Wikipedia: http://it.wikipedia.org/wiki/Ferrovia_Cecina-Volterra

Eine weitere Seite mit Bildern: http://www.ferroviedismesse.com/Saline-V...a/fsvvindex.htm (das letzte Bild ist allerdings spiegelverkehrt)

So. Von meiner Seite aus war's das erstmal.

Schönen Abend noch!
B.


Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.964

04.11.2014 19:38
#24 RE: Gedanken zur Überwindung der Höhendifferenz zwischen zwei Anlagenebenen Antworten

Zitat von Wanderer im Beitrag #17
@Pfalzbahn: Hast Du eigentlich Informationen darüber, wie steil die Strecke Biebermühle - Pirmasens war beziehungsweise ist?

1:40 hat die alte Strecke, 1:90 die neue parallele Strecke, 1934 erbaute, Tunnel! Zur Geschichte der Strecke siehe: 100 Jahre Eisenbahnverbindung Pirmasens–Kaiserslautern von Fritz Engbarth (PDF).

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"


HFy Offline



Beiträge: 497

04.11.2014 22:04
#25 RE: Gedanken zur Überwindung der Höhendifferenz zwischen zwei Anlagenebenen Antworten

Tatsächlich war die Strecke Saignelegier-Glovelier mal eine Normalspurbahn; diesen Fehler des Vorbilds bügelte man erst Anfang der fünfziger Jahre aus. Auf dem Jura sind sonst nur die Hauptbahnen normalspurig (es gibt auch eine Spitzkehre in Chambrelien). Übrigens gab es einmal auf einer großen Schweizer Schmalspurbahn einen Spitzkehrenbahnhof, nämlich Klosters. Ansonsten gibt es noch einige Spitzkehren in der Schweiz, aber sie sind hier nicht einschlägig, weil sie nicht innerhalb einer Steigungsstrecke liegen.

Herbert


HFy Offline



Beiträge: 497

04.11.2014 22:11
#26 RE: Bahnstrecke Pistoia – Bologna (Italien) Antworten

Übrigens liegt auch der Bahnhof Goldach an der Strecke Rohrschach-St. Gallen in der Steigung. Die inzwischen verschwundenen Gütergleise waren nur einseitig angeschlossen. Bei der Redaktion der damaligen "Modelleisenbahn" (heute Loki) hat man damals ein paar Jahre gebraucht, um das Vorbild vor der Haustür zu entdecken.

Herbert


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