Gedankensammlung Spillanlagen

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23.09.2022 14:28
#26 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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... ich hab mir schon überlegt, ob ich verdattert vom Sessel fallen sollen, oder einfach nur drüber lachen, was für lokale Definitionen und Definitionsversuche es da gibt. Aber egal - das sind nette Kleinigkeiten, sonst nichts (wie die unendliche Debatte, was Auffahren und was Aufschneiden ist und war und wo und was daraus folgt ...).

H.M.


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09.10.2022 23:57 (zuletzt bearbeitet: 06.07.2024 16:15)
#27 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo Leute,

hier mal meine fünf Minuten zu den Spillanlagen. Ich habe den Faden überhaupt erst entdeckt, als er hier jetzt wieder hochkam, deshalb vor allem meine Kommentare vorallem zu den inzwischen 13 Jahre alten Sachen.

Spillanlagen mit umlaufendem Seil sind alles andere als vorbildfern:



"Getreide Züri Nord"-Mühle Niederhasli, 2016

Zudem muss das Seil ja auch nicht unbedingt am zu verschiebenden Wagen angebracht sein.
Es kann auch dauerhaft an einem Werkswagen angeschlagen werden, der damit quais zum reinen Verschubgerät mutiert.
An der Ladestelle Auwallenburg zwischen Kleinschmalkalden und Brotterode wurde das so gehandhabt, Bilder sind leider inzwischen weg.
Den Link zum Forum lass ich mal stehen:
https://www.bw-vacha.de/forum/viewtopic....c1c66ef8d2e2bc7

Ebenso verfuhr man im Hafen Basel Kleinhüningen, Becken I Ostseite, bei der Schweizerischen Reederei und Neptun AG:
https://www.flickr.com/photos/47445822@N02/6806992598/

Mit einem umlaufenden Seil für die Stabilität und einem Verschubwagen für die sichere Verbindung zu den restlichen Wagen sollte eine Spillanlage also doch eigentlich bis hinunter zur Baugröße Z möglich sein.
Einzige Einschränkung wäre dann, daß das Wagenaufkommen diesen Aufwand rechtfertigen sollte, also immer noch nicht jeder allerkleinste Hinterhof abgedeckt wäre.

Guten Wochenstart,

Alex


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13.04.2023 20:00
#28 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo Leute,

heute lief mir mal wieder eine schöne Spillanlage über den Weg:

Wenn man hier:
http://polier.ch/Fotoarchiv/W/WerderR/40/000S/40W-40Z.htm
bis zum 22. Bild hinunterscrollt, beginnt eine Serie von Bildern, aufgenommen im Bahnhof Solothurn, so um 2000 herum. Wir sehen eine Spillanlage, die nicht nur über ein rotes Wägelchen mit Puffern und Schraubenkupplung verfügt, sondern dazu auch noch in einer S-Kurve liegt. Dazu wird das umlaufende Seil in mehreren Rollen zwischen den Schienen geführt.

Auch dieses ein schier unendlichen Thema wie es scheint...
Gruß
Alex

P.S.: Würde es sich vielleicht anbieten, auch diesen Faden mal fürs ADJ zu kondensieren?


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06.07.2024 16:23
#29 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Nachdem

ich meinen Beitrag weiter oben restauriert habe, will ich auch noch auf eine praktische Umsetzung hinweisen.
Bei DSO zeigt Go Fleiter einen Spill in H0, der mit einem unauffälligen Bügel den Rangierertritt des Wagens greift.
Die Videos zeigen, daß das Ganze recht problemlos zu laufen scheint.

Gruß
Alex


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10.11.2024 16:30
#30 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Noch gar nicht erwähnt

habe ich hier glaube ich das Rangier-Ding der Kentaur-Hafermühle aus dem schönen Emmental.

Bilderseite

Portraitaufnahme

Detail Führerstand

Wäre sicherlich ein schönes Bastelprojekt. Im Aufbau bekommt man auch nen sinnvollen Motor untergebracht, und trotzdem ist es immer noch keine richtige Lok, nicht mal ein Breuer...

Gruß
Alex


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10.11.2024 20:27
#31 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo zusammen,

die Beispiele zeigen zusammengefasst: Alles ist möglich! Viele Lösungen sind handgestrickt und einmalig und erfüllen ihren Zweck billiger als eine Rangierlokomotive. Wenn also jemand behauptet, eine selbst entwickelte Modell-Lösung sei vorbildwidrig, hat einfach das passende Vorbild noch nicht gefunden.

Also: Kreativität sollte bei diesem Thema auf der Modellbahn erlaubt sein, meint
Thomas


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26.03.2026 15:56 (zuletzt bearbeitet: 26.03.2026 15:57)
avatar  BerndK
#32 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo zusammen,

da mich eine Wagon-DS mit Spill fasziniert, bin ich beim recherchieren auf das Video in Spur Z (!) gestoßen
Spill in Z

Spontaner Gedanke war - wenn in Z warum nicht in H0. OOK's Beobachtung oder Erfahrung, daß ein Wagen per Faden gezogen ungleichmäßig rollt sieht man teilweise natürlich auch. Ist halt die Frage wie weit man die Umlenkungen in Sachen Reibung reduziert bekäme oder ob es wirklich nur relativ kompliziert zu lösen wäre.

Praktikabel finde ich, einfach die Lok (vom z.B Ng) zu nutzen. Keep it simple ;-)

Gruß
Bernd


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26.03.2026 16:15 (zuletzt bearbeitet: 26.03.2026 16:17)
avatar  OOK
#33 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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OOK

Interessantes Video, aber gleich eine kleine sprachliche Korrektur: einen Spill gibt es hier nicht, das Ziehen am Seil bewerkstelligt hier die Lok über (provisorische) Umlenkungen.
Das Video beweist also, dass es funzt. In Z. Müsste also in H0 mindestens ebensogut gehen, vermutlich besser. Von 0 gar nicht zu reden.
Aber wirklich attraktiv sieht das Ganze nicht aus. Und das hat weniger mit Reibung zu tun, sondern mit der fehlenden Masse* des zu bewegenden Wagens. In Z ist da nicht viel zu machen, aber in H0 könnte man G-Wagen nehmen, die mit Pb auf eine hohe Masse gepimpt werden. Dann werden vermutlich auch die Achsen etwas schwerer in den Lagern laufen. Umso besser. Das hindert den Wagen daran, Sprünge zu machen.
Versuch macht kluch.
Gruß

Otto

*Im Physikunterricht haben wir gelernt: Die Masse ist schwer und träge. Und um diese Trägheit geht es.

OOK
Heute schon in den ADJ-Blog geschaut?
https://www.jaffas-moba-shop.de/anlagen-design-journal/

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26.03.2026 17:32 (zuletzt bearbeitet: 26.03.2026 17:36)
#34 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo!

Abseits der eigentlichen Spillanlagen gehört auch das "Rangieren mit Seil" dazu. Also: um einen Wagen einfacher zu verschieben wird ein Stahlseil eingesetzt mit dem die Lok einen Wagen auf einem Nachbargleis bewegt.

Auf der VGH war das bis in die 90er Jahre sehr gängig (die Loks hatten eigentlich alle ein Stahlseil an Bord) um auf den kleinen Zwischenbahnhöfen (die nur aus einem einzigen, beidseitig angebundenen Nebengleis bestanden) Umsetzvorgänge zu sparen. Hier sieht man das auf einem Bild aus Wachendorf: http://hoyaer-eisenbahn.de/wp-content/up...-1984-07-27.jpg

Im Modell (H0) habe ich das auch schon gemacht, mit einem Bindfaden und Schrittgeschwindigkeit.

Der Seilverschub mit Wagendrehscheibe und Umlenkrollen wird auf diesem Video richtig cool vorgeführt: https://www.youtube.com/watch?v=dQ6esGWkOZI Die Branntwein-Monopolverwaltung in Neu Isenburg Stadt hatte einen komplizierten Anschluss mit mehreren Drehscheiben und Umlenkrollen. Der Bahnhof wurde in dem MIBA-Spezial "Vorwiegend Güter" von 1993 vorgestellt.

Grüße,
Sebastian

P.S.: Ein kleines Detail: Massen sind zwar träge, aber das Rollverhalten - also dass echte Wagen ihre Geschwindigkeit nur sehr bedächtig ändern - hat nichts mit der Masse sondern der Erdbeschleunigung zu tun; die lässt sich nicht maßstäblich verkleinern, daher klappt das Abstoßen im Modell auch nicht. Hatten wir hier schon einmal im Zusammenhang mit Ablaufbetrieb ausführlich diskutiert: Rangierbahnhof mit Ablaufberg


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26.03.2026 18:23
avatar  OOK
#35 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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OOK

Zitat von Sebastian im Beitrag #34
P.S.: Ein kleines Detail: Massen sind zwar träge, aber das Rollverhalten - also dass echte Wagen ihre Geschwindigkeit nur sehr bedächtig ändern - hat nichts mit der Masse sondern der Erdbeschleunigung zu tun; die lässt sich nicht maßstäblich verkleinern, daher klappt das Abstoßen im Modell auch nicht. Hatten wir hier schon einmal im Zusammenhang mit Ablaufbetrieb ausführlich diskutiert: Rangierbahnhof mit Ablaufberg

Sebastian, ich erinnere mich an deine seinerzeitige Argumentation. Es ist dir aber nicht gelungen, mir das verständlich zu machen. Auch heute nicht. Es geht ja gerade nicht um Beschleunigung, sondern um Konstanz. Das bekäme ich doch gerne mal plausibler erklärt.
An alle: Wer hat Gelegenheit, Praxisexperimente zu machen?
Gruß
Otto

OOK
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26.03.2026 19:04 (zuletzt bearbeitet: 26.03.2026 19:04)
#36 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hier wird mit Haft- und Gleitreibung hantiert, daher sind die Ausführungen von Sebastian zutreffen.

Grüße

Jörn

Der ultimative Stresstest für eine Prototype-Freelancing-Konzeption:
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.

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26.03.2026 19:35 (zuletzt bearbeitet: 26.03.2026 20:02)
#37 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo,

ich habe mal der KI die Frage gestellt: Wenn ein Eisenbahnwagen beschleunigt wird, wovon hängt es dann ab wie weit er rollt?

Hier die Antwort:

Wie weit ein Eisenbahnwagen rollt, nachdem er beschleunigt wurde, hängt von mehreren physikalischen Faktoren ab. Im Kern geht es um das Zusammenspiel von Anfangsenergie und bremsenden Kräften:

1. Anfangsgeschwindigkeit

Je schneller der Wagen am Anfang ist, desto weiter rollt er. Die Bewegungsenergie wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit (→ kinetische Energie), daher macht ein kleiner Geschwindigkeitsunterschied viel aus.

2. Reibung

Die wichtigste bremsende Kraft ist die Reibung:

Rollreibung zwischen Rad und Schiene (relativ klein bei Zügen)
Lagerreibung in den Achsen
Je größer die Reibung, desto schneller kommt der Wagen zum Stillstand.

3. Luftwiderstand

Bei höheren Geschwindigkeiten spielt auch der Luftwiderstand eine Rolle. Er wächst etwa mit dem Quadrat der Geschwindigkeit (→ Luftwiderstand).

4. Masse des Wagens

Interessanterweise beeinflusst die Masse die Rollweite weniger direkt, als man denkt:

Mehr Masse bedeutet zwar mehr Trägheit (→ Trägheit)
Gleichzeitig steigen aber auch Reibungskräfte (z. B. Lagerbelastung)

Im Idealfall (nur Rollreibung proportional zur Gewichtskraft) kürzt sich die Masse sogar raus.

5. Steigung oder Gefälle

Bergauf: Wagen stoppt schneller
Bergab: Wagen rollt länger oder beschleunigt weiter
Das hängt mit der Umwandlung von Energie zusammen (→ potenzielle Energie).
Kurz gesagt:

Die Rollweite hängt vor allem davon ab:
👉 wie viel Anfangsgeschwindigkeit (Energie) der Wagen hat
👉 wie stark ihn Reibung und Luft bremsen
👉 ob die Strecke eben, bergauf oder bergab ist

Wenn du willst, kann ich dir auch eine einfache Formel oder ein Beispiel mit Zahlen durchrechnen.


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26.03.2026 19:57
#38 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hier noch ein anschauliches Zahlenbeispiel, auch von der KI:

Rollweite eines Eisenbahnwagens – Einfluss der Masse

---

1. Problemstellung


Ein Eisenbahnwagen wird auf eine Anfangsgeschwindigkeit v beschleunigt und rollt anschließend ohne Antrieb aus.

**Fragestellung:**
Wovon hängt die Strecke s ab, die der Wagen zurücklegt?
Spielt die Masse m dabei eine Rolle?

---

2. Physikalisches Modell

Wir betrachten ein vereinfachtes Idealmodell mit folgenden Annahmen:

* konstante Rollreibung
* keine Luftreibung
* ebene Strecke
* keine zusätzlichen Energieverluste

---

3. Relevante Gleichungen

3.1 Bewegungsenergie


E = 1/2 · m · v²

---

3.2 Reibungskraft

F = μ · m · g

mit:

* μ = Reibungskoeffizient
* g = Erdbeschleunigung

---

3.3 Arbeit der Reibung

W = F · s = μ · m · g · s

---

4. Herleitung der Rollweite

Da die Reibung die gesamte Bewegungsenergie abbaut:

1/2 · m · v² = μ · m · g · s

Kürzen von m:

s = v² / (2 · μ · g)

---

5. Zentrales Ergebnis

s = v² / (2 · μ · g)

👉 Die Masse m hat keinen Einfluss auf die Rollweite.

---

6. Zahlenbeispiel

Gegeben:

* v = 10 m/s (≈ 36 km/h)
* μ = 0,001
* g = 9,81 m/s²

---

6.1 Leichter Wagen (10.000 kg)

Bewegungsenergie:
E = 500.000 J

Reibungskraft:
F = 98,1 N

Rollweite:
s ≈ 5097 m

---

6.2 Schwerer Wagen (20.000 kg)

Bewegungsenergie:
E = 1.000.000 J

Reibungskraft:
F = 196,2 N

Rollweite:
s ≈ 5097 m

---

7. Interpretation

Obwohl sich die Masse verdoppelt:

* Bewegungsenergie ∝ Masse
* Reibungskraft ∝ Masse

👉 Beide Effekte heben sich exakt auf.

Die Rollweite bleibt gleich.

---

8. Realität vs. Modell

Das Ergebnis gilt nur unter Idealbedingungen.

In der Praxis wirken zusätzlich:

* Luftwiderstand
* Lagerverluste
* Unebenheiten

👉 Ein schwererer Wagen kann daher leicht weiter rollen.

---

9. Merksatz

Bei reiner Rollreibung ist die Rollweite unabhängig von der Masse – entscheidend sind Geschwindigkeit und Reibung.

---


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26.03.2026 20:13
avatar  kk92
#39 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo Sebastian, guten Abend allerseits

Oha, jetzt wird's Physikalisch...

Du schrubst:

Zitat von Sebastian im Beitrag #34

P.S.: Ein kleines Detail: Massen sind zwar träge, aber das Rollverhalten - also dass echte Wagen ihre Geschwindigkeit nur sehr bedächtig ändern - hat nichts mit der Masse sondern der Erdbeschleunigung zu tun; die lässt sich nicht maßstäblich verkleinern, daher klappt das Abstoßen im Modell auch nicht.



Die Erdbeschleunigung wirkt auf die Masse in Richtung des Erdmittelpunkts, die Massenträgheit ist hiervon unabhängig, weil sie in Richtung der Kraft wirkt, die versucht den Beharrungszustand der Masse zu ändern. Das versucht die Erdbeschleunigung zwar auch, aber nur in eine Richtung, nach unten.

Lassen wir mal die Ablaufberge außen vor, hier spielt eine kleine Komponente der Erdbeschleunigung tatsächlich eine Rolle.

Beim Verschub mittels Seil oder auch beim "Reißen" im ebenen Gleis sind unsere "Feinde" die proportional höhere Reibung und die proportional viel kleinere Masse. Die Reibung verkleinert sich im Quadrat des Maßstabs, da die Reibung nur zwischen zwei Flächen vorkommt. Die Masse verkleinert sich aber im Volumen (M³). Das heißt die Masse nimmt immer in einer Potenz des Maßstabs höher ab als die Fläche. Je kleiner der Maßstab umso größer wird die Diskrepanz.

Der olle Newton sagte: "..daß ein gleichförmig bewegter Körper seine geradlinig-gleichförmige Bewegung beibehält, sofern keine Kraft auf ihn ausgeübt wird."

Das wie vorher beschrieben die Reibung sich um eine Potenz des Maßstabs weniger verringert als die der Masse, ist die Kraft (die Reibung) die unseren Güterwagen abbremst in genau dem selben Verhältnis höher.

Otto hat hier schon recht, je schwerer der Waggon um so besser ist auch das Trägheitsverhalten. Wenn wir also unsere Waggons im Verhältnis schwerer machen, kann das Trägheitsverhalten entsprechend besser simuliert werden.

Bei der Modellbahn haben unsere Lokomotiven im Verhältnis zu den Waggons ja meist eine viel höhere Masse. Gehen wir mal von den Achslasten aus und setzen diese in Verhältnis, dann könnten wir unser Waggons um einiges schwerer machen. Latürnich leidet dann die Zuglänge, da hier mal wieder die Haftreibung (und diese blöde Schwerkraft ) uns bei der möglichen Zugkraft einen Strich durch die Rechnung macht.

Viele Grüße
Klaus

"Wer durch eine öffne Tür will muß die Tatsache achten, daß sie einen Rahmen hat." (Indisches Sprichwort)

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26.03.2026 20:14
avatar  OOK
#40 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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OOK

Wunderbar, soweit die Theorie. Jetzt zur Praxis: Wie erreichen wir es, dass sich in unseren Baugrößen (H0m bis 0), ein per Seil gezogener Wagen - egal ob mit Spill, Pferd oder von einem Tfz) einigermaßen gleichmäßig bewegt. Darum geht es doch, oder?
Gruß

Otto

OOK
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26.03.2026 20:23
avatar  kk92
#41 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo Otto,

Zitat von OOK im Beitrag #40
Wunderbar, soweit die Theorie. Jetzt zur Praxis: Wie erreichen wir es, dass sich in unseren Baugrößen (H0m bis 0), ein per Seil gezogener Wagen - egal ob mit Spill, Pferd oder von einem Tfz) einigermaßen gleichmäßig bewegt. Darum geht es doch, oder?



Leicht laufende Schwere Waggons.

Viele Grüße
Klaus

"Wer durch eine öffne Tür will muß die Tatsache achten, daß sie einen Rahmen hat." (Indisches Sprichwort)

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26.03.2026 20:26 (zuletzt bearbeitet: 26.03.2026 20:26)
#42 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Schuur ihr Jonge,

ich denke, dass ein Antrieb mittels "Handkurbel" ein Mittel zum Zweck sein kann. Hoch untersetzt sollte sich die Geschwindigkeit am Seil so feinfühlig regeln lassen, dass der Wagen das Seil nicht "überholt".

Egal wie der Antrieb letzlich gelöst wird, muss aber klar sein, dass bei veränderter Zugrichtung die Seilöse und das Seil mittels Pinzette um diverse Umlenkrollen gelegt werden muss. Ohne größeren händischen Einsatz wird eine funktionale Umsetzung eher nicht möglich sein.

Grüße vom Exilsiegerländer aus Butzbach in der Wetterau

Hartmut

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26.03.2026 20:32
avatar  kk92
#43 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Guten Abend zusammen,

Noch ein Tip zum Zugseil. Geflochtene Angelschnur hat die Eigenschaft keinen Drall zu speichern und kommt in H0 dem verhalten eines Stahlseils relativ nahe. Beim MFK In Köln (als die Anlage noch im Deutzer Bahnhof war) gab es einen fernsteuerbaren Bekohlungskran von B&K mit funktionierendem Messinggreifer. Hier wurde erfolgreich geflochtene Angelschnur verwendet.

Feine Ketten eignen sich sicherlich ebenfalls sehr gut und wurden vom Vorbild auch oft verwendet.

Viele Grüße
Klaus

"Wer durch eine öffne Tür will muß die Tatsache achten, daß sie einen Rahmen hat." (Indisches Sprichwort)

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26.03.2026 21:50 (zuletzt bearbeitet: 26.03.2026 21:51)
#44 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Zitat von kk92 im Beitrag #41
Hallo Otto,

Zitat von OOK im Beitrag #40
Wunderbar, soweit die Theorie. Jetzt zur Praxis: Wie erreichen wir es, dass sich in unseren Baugrößen (H0m bis 0), ein per Seil gezogener Wagen - egal ob mit Spill, Pferd oder von einem Tfz) einigermaßen gleichmäßig bewegt. Darum geht es doch, oder?



Leicht laufende Schwere Waggons.


Hallo Klaus,

genauso ist es.

Ich habe die Physik gerade weiter bemüht (will aber jetzt nicht mit Wiedergabe des Rechenwegs langweilen...). Um die Skalierungseffekte zu überlisten und beim Beschleunigen und/oder konstanten Dahinrollen maßstäblich zu werden müssten wir (in H0) Modellbahnwagen konstruieren deren Rollreibung in der Größenordnung 100mal bis 500mal leichtgängiger ist als bei einem realen 1:1-Wagen... :-)

Genug Physik für heute. In der Praxis kommt man der Sache denke ich nahe genug mit langsamsten Geschwindigkeiten und einem ordentlichen Seil, z. B. deiner Angelschnur, und sehr leichtgängigen Umlenkrollen. Das kommt - beim Anziehen und gezogen werden - der realen Fahrdynamik näher als es Ablaufbetrieb in H0 jemals kommen könnte. Dass der Wagen danach nach sehr kurzen Ausrollweg stehen bleibt wird mit vertretbarem Aufwand nicht zu ändern sein. Damit könnte ich aber gut leben und hätte jetzt glatt Lust mal einen Anschluss mit Wagendrehscheibe auf der Anlage einzuplanen.

Grüße,
Sebastian


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27.03.2026 07:15
avatar  kk92
#45 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo Sebastian, werte Mitdiskutanten,

Ich würde es zunächst mit einem Testaufbau versuchen um zu entscheiden, ob die "betrieblichen Herausforderungen" die Nachteile der maßstäblichen Wiedergabe überwiegen. Die Zustellung eines Waggons über eine Waggondrehscheibe erfordert vielfältige manuelle Eingriffe, die zum Teil recht fummelig werden können. Gerade das Auslegen des Seils um evtl. mehrere Umlenkrollen stelle ich mir ziemlich nervenaufreibend vor.

Von daher wäre wahrscheinlich eine Lösung wie sie z.B. Wolfgang Borgas erstellt hatte mit quasi zwei Triebfahrzeugen (eins stellt den Waggon auf die Drehscheibe, ein zweites zieht ihn nach erfolgter Drehung herunter) die befriedigerende Herangehensweise.

Bei Wolfgang Borgas war der gesamte Vorgang sozusagen "Hands free", ein geschobener Zug mit einer Telexkupplung am Waggon vor dem zuzustellenden Waggon brachte selbigen auf die Drehscheibe, nach erfolgter Drehung wurde dann aus dem Anschlußgleis ein Traktor an den Waggon gefahren (wenn ich mich richtig erinnere über Seilzug). Ein Magnet in der Traktorschnauze stellte dann die Verbindung zum Waggon her. Die Bügel einer Standard H0 Kupplung sind ja meist aus Stahlblech.

Für unsere Praxis und mit den heutigen Möglichkeiten wäre eine vielleicht eine ferngesteuerte Zugmaschine wie bei der Ottensener Industriebahn die bessere und vor allem flexiblere Wahl:

Hier zärtlich klicken!

Den genauen Betriebsablauf müßte man von Fall zu Fall noch elaborieren.

Viele Grüße
Klaus

"Wer durch eine öffne Tür will muß die Tatsache achten, daß sie einen Rahmen hat." (Indisches Sprichwort)

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27.03.2026 08:49
avatar  BerndK
#46 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo Klaus,

die Sache mit den zwei Zugfahrzeugen hängt meines Erachtens auch an Epoche und Platz um die DS herum. Ende der 1920er könnte ich (auf einem kleinen Landbahnhof) bestenfalls einen Lanz glaubhaft hernehmen. Gibt's noch nicht ferngesteuert. Pferde oder Ochsen fallen bewegt aus. Den Platz um von der "anderen Seite" mit einem weiteren Fahrzeug zu ziehen hätte ich nicht. Schlecht zugängliche "Komplikationen" mit Seilzügen o.ä. unter der Platte vermeide ich. Ich mochte das Arbeiten / Fehler Suchen unter der Platte schon in meiner Jugend nach ein paar Jahren "Erfahrung" nicht mehr. Ich würde daher wohl wie im Video das Gefummel mit dem Faden in Kauf nehmen und auf bewegliche und/oder reibungsarme Rollen setzen. Ich denke mal drüber nach, das per Versuch in H0 nachzustellen, auch um die "Fummelei" vs. Betriebswert einstufen zu können. Falls Sebastian mir nicht zuvorkommt ;-)

Gruß
Bernd


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27.03.2026 09:15
#47 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Das Thema „Spillanlage“ begegnete mir erstmalig Anfang der 80er in BoDa. Die Deutz 1246/1913 besitzt eine eingebaute Spillwinde.

Der ultimative Stresstest für eine Prototype-Freelancing-Konzeption:
Bahngeschichte, gefakte Bilder und Quellenschnipsel im Netz verstreuen, 2 Jahre warten.
Ist dann über die eigene Bahn ein Wiki-Artikel und ein Kenningbuch erschienen ist die eigene Konzeption wasserdicht und man kann mit dem Gleisplan weitermachen.

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27.03.2026 09:29 (zuletzt bearbeitet: 27.03.2026 12:02)
avatar  BerndK
#48 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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hier noch bei MBZ eine sehr leckere Wagen DS inkl. Schrittmotor und Ansteuerung - ins Bauanleitungs-pdf gucken ! Allerdings fast 20 mm mehr Durchmesser als die Faller 120276 (mit Servoantrieb, aber leider derzeit wohl nicht erhältlich) oder Auhagen 11487 (nur manuell).

Von Auhagen gibt's bewegliche Umlenkrollen . Kommt halt drauf an wie reibungslos diese laufen. Im Schiffsmodellbau (war mein erster Gedanke) habe ich noch keine passenden sichten können. Da finde ich bisher nur recht flache, die zum Einfädeln vermutlich kein Spaß wären.


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13.04.2026 19:04 (zuletzt bearbeitet: 13.04.2026 19:12)
avatar  BerndK
#49 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Hallo zusammen,

Butter bei die Fische:

- Flux eine Wagendrehscheibe gedruckt und auf ein glattes Brett damit
- Zufahrt und 2 Gleisabgänge dran
- zum Umlenken jeweils 3 Nägel mit und ohne leicht beweglichen Rollen
- ein leicht laufender Wagen
- eine gleichmäßig langsam laufende Lok
- "Seile" besorgt

Versuchsaufbau




Von oben nach unten:
Ø0,3 mm Perlseide (Schmuckbedarf)
Ø0,2 mm Edelstahldraht (besteht tatsächlich aus mehreren Einzellitzen, Schmuckbedarf)
Ø0,3 mm Baumwoll-Bindfaden


Ich kann es (leider) kurz machen - egal mit welchem "Seil" und ob mit oder ohne Rollen oder auch mit anderen Wagen - der Lauf des Wagens ist immer ähnlich ungleichmäßig. Am besten noch mit der Perlseide. Aber auch das sieht in meinen Augen immer noch gewollt und nicht gekonnt aus. Selbst mit nur einer oder zwei Umlenkungen.

Falls ich es umsetzen würde, käme dementsprechend der 5 Finger Kran zum Einsatz. Die Fummelei mit dem Faden/Haken ist davon abgesehen auch nicht ohne bzw. eher Pinzettenarbeit. Wenn der 5 Finger Kran schon im Einsatz ist, könnte ich die DS auch gleich von Hand drehen. Damit kann die DS dann technisch maximal schlicht ausfallen. Mit sehr dünnen Holzleisten beklebt und farblich behandelt täte es mir wohl sogar der 3D Druck darunter, den ich wiederum so platzsparend wie möglich ausführen würde (im Bild bis ca. 75 mm Radstand (H0)). Das Ding dreht einwandfrei auf ner glatten Oberfläche.

Der Ø0,2 mm Edelstahldraht käme meine ich richtig gut als Drahtseil auf der Anlage. Er hat natürlich etwas mehr Eigenspannung als die Fäden, aber für eine "vorgespannte" Anwendung sicher interessant. Kannte ich vorher nicht.

Gruß
Bernd


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13.04.2026 19:23
#50 RE: Gedankensammlung Spillanlagen
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Zitat von BerndK im Beitrag #49
Ich kann es (leider) kurz machen - egal mit welchem "Seil" und ob mit oder ohne Rollen oder auch mit anderen Wagen - der Lauf des Wagens ist immer ähnlich ungleichmäßig.

Und wenn man dem Wagen mehr Masse gibt?

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"


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