An Aus

Digitale Systeme und Handregler

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28.08.2018 23:42
#26 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Moin moin,
auch ich möchte noch mal meinen Senf dazu geben:
Das Thema Bauchladen/Funkfernsteuerung ist hier ja bereits mehrfach angeschnitten worden.
Das ist ja im Endeffekt genau das, was ich auf meiner Anlage darstellen müsste.
Wenn man nun also verrückt & phantasievoll genug ist und im Besitz einer größeren Anzahl Legosteine, kann man


https://www.pic-upload.de/view-35867788/...224628.jpg.html

daraus


https://www.pic-upload.de/view-35867795/...222020.jpg.html

das hier machen.
Ich habe die wichtigsten Funktionen einmal nachträglich beschriftet.
Gefahren wird komplett über den Joystick in der Mitte, der auf das Tastenkreuz der Fernbedienung drückt.
Dazu kommen noch sechs Funktionstasten, mehr werde ich nie brauchen, die obligatorische STOP-Taste
und ein Loch in der Verkleidung, um die Kontroll-LED einzusehen.

Dinge wie den Kanal wechseln oder die Adresse einstellen kann man, wenn man die Fernbedienung aus dem
Bauchladen herauszieht. Und da es bei mir nicht allzu viele Loks gibt, die gleichzeitig fahren, muss
man das meist nur machen, wenn man die Epoche wechseln möchte.

Das ist haptisch, ziemlich dem Vorbild entsprechend und nur aus Hausmitteln hergestellt.
Löst zwar Ottos Problem immer noch nicht, aber immerhin meins ;)

Gute Nacht,
Alex


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17.02.2019 23:08
#27 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Du Otto,
könnte das da vielleicht was für Dich sein?

https://www.youtube.com/watch?v=ApOdbVu_F9M

Grüße
Alex


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18.02.2019 08:11
avatar  OOK
#28 RE: Digitale Systeme und Handregler
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OOK

Perfekt, Alex! Suuuuper. Werde ich mal an Uhlenbrock und Lenz schicken.
Abgesehen von der unhandlichen Form ist es ziemlich genau das, was ich brauche.

Gerade gestern war Ulf Haussen hier und hat sich mal die Mallet angehört, für die er das neue Fahrwerk gebaut hat. Einer meine BAE'ler hat den Decoder programmiert und so kam es, dass ich beim Umsetzen gegen den Zug gebrackert bin, weil ich an der vorprogrammierten Auslaufverzögerung nichts ändern konnte. Das ist ja auch völlig gegen das Vorbild. Der Lokführer ist bei einem solchen Fall ständig am Bremsen und Lösen. Ohne separaten Bremshebel wird es nie vorbildentsprechende Dampfloksteuerung geben.
Ich danke dir sehr, dass du an mich gedacht hast.

OOK
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05.01.2023 19:07
avatar  Markus
#29 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Für die Führer moderner Triebfahrzeuge habe ich neulich die MausZumQuadrat entdeckt. Ähnliches Prinzip wie das Lego-Dings von Fischkopp nur deutlich teurer.


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06.01.2023 15:13
#30 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Otto hatte ja am 31.5.22 im ADJ Blog über einen Besuch bei sich zu Hause von Sebastian Blind berichtet. Gibt es dazu etwas Neues? Ich hätte sehr großes Interesse, da auch mir die Bedienung über die Apps per Touchpad vom Handy nicht wirklich gefällt.

Überhaupt der Idee, die Steuerung der Lok wie von Otto gewünscht zu realisieren schließe ich mich absolut an. Auch die FREDI's und jetzt auch WiFFREDS im Fremo folgen immer noch einer Steuerungsphylosophie aus analogen Tagen. Der ProtoThrottle aus dem Link von Alex in beitrag #27 ist da genau die richtige Richtung.

Beste Grüße
Dirk

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11.01.2023 20:01 (zuletzt bearbeitet: 11.01.2023 20:03)
#31 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Hallo Dirk,

Zitat
Gibt es dazu etwas Neues?



Neuigkeiten? Also:

1. Für die BAE haben wir mittlerweile einen der Triebwagen mit dieser Technik ausgerüstet und probegefahren. Otto gefällt es, und ich hoffe dass es bald mal wieder einen "richtigen" Betriebstag gibt um auch ein Feedback der anderen zu bekommen.

2. Dann arbeite ich daran das alles auf eine Dampflok zu übertragen, dazu liegt derzeit eine der BAE-Ts5 auf dem Basteltisch. Bisher habe ich das nur bei Dieselfahrzeugen realisiert, der Dampfer ist soundtechnisch noch mal eine neue Herausforderung. Wenn das Grundgerüst steht ist es aber meist einfach das auf andere Baureihen oder Baugrößen zu übertragen.

3. Dann forsche ich daran wie man mit den derzeit verwendeten Komponenten - Loksounddecoder, Funkhandregler, Digitalzentrale - wenigstens rudimentär den Einfluss von Steigung und Gefälle abbilden kann. Um keine zu großen Erwartungen zu wecken, das kann nicht mehr als eine "Krückenlösung" sein, aber besser als nichts.

Aber ganz allgemein: meine Wunschlösung wäre viel ambitionierter, nämlich die Bedienung am Handregler und das Fahrverhalten der Tfz dem Vorbild noch viel näher zu bringen. ProtoThrottle & Co. gehen da in die richtige Richtung, sind aber noch längst nicht da wo ich gerne hin wollte. Also müsste man zumindest den Handregler komplett neu entwickeln - das traue ich mir prinzipiell zu, aber es wäre ein großes Projekt und daher "für später".

So arbeite ich vorläufig mit der beschriebenen Zwischenlösung die ausschließlich käufliche Komponenten (Daisy-Funkhandregler, Loksound5-Decoder) nutzt und reize lediglich die gegebenen Programmiermöglichkeiten voll aus um meiner Wunschvorstellung so nahe wie möglich zu kommen.

Für die eigene Anlage war das schnell genug umsetzbar und ist erst mal "good enough" - jeder der das bisher ausprobiert hat wollte danach nichts anderes mehr. Ist auch alles kein Geheimnis, falls jemand diese Komponenten auch nutzt stelle ich die Software gerne zur Verfügung.

Gruß,
Sebastian


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11.01.2023 21:57 (zuletzt bearbeitet: 11.01.2023 21:59)
avatar  OOK
#32 RE: Digitale Systeme und Handregler
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OOK

Zitat von Markus im Beitrag #29
Für die Führer moderner Triebfahrzeuge habe ich neulich die MausZumQuadrat entdeckt. Ähnliches Prinzip wie das Lego-Dings von Fischkopp nur deutlich teurer.

Den Bedankenbutton habe ich angeklickt, um mich fürs Einstellen des Links zu bedanken, das stellt keine Zustimmung zum verlinkten Reglertyp dar.
Habe mir das angschaut und stelle fest: Es ist dann gar kein Handregler mehr, da der Kombi nicht mehr in einer Hand gehalten werden kann, daher auch der mit angebotene Schultergurt. An sich keine dumme Idee, aber halt kein Handregler.
Mit dem Fahrhebel zur Zugkraftsteuerung ist das Ganze von der Anmutung her eher für moderne E-Triebfahrzeuge geeignet (steht dort auch so), für Dampfloks macht das wenig Sinn.
Was felt, ist ein separater Bremshebel. Das wäre dann der wirkliche Fortschritt.
Gruß

Otto

OOK
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11.01.2023 22:33
#33 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Jein, den sogenannten Meisterschalter, als Vereinigung von Zugkraftsteller und Führerbremsventil gibt es in ähnlicher Konfiguration auch bei Funkfernsteuerung.
Grundsätzlich hast Du natürlich mit Deiner Aussage Recht.

Viele Grüße

Kai-Nils

Die Kunst eine Lokomotive zu führen kann nur durch jahrelanges Studium, geduldiges Üben und Erfahrung erworben werden.
(The Australian Locomotive Enginedriver's Guide)

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12.01.2023 10:09
#34 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Hallo Allen Hallo Otto,

Ich benütze der LH100R von Lenz, und der geht mit einer hand, drehregler und ohne schauen auf dem anwesende Display. Ich binn damit sehr zufrieden.Habe der Regler immer so irgendwo unter am Körper in die Hand. Fahre ganz auf gefühl und den Augen gericht auf der Lok. Es gelingt schon um zwei Zügen gleichzeitig*) zu fahren, ohne Blick auf dem Regler, alles schalte ich auf routine ohne schauen auf dem display.
Auf meiner Tiefengraben Module fahre ich mit einer Dampflok und er hat Leosound. Er ist so programmiert das Sound und fahren genau synchron laufen, wenn man mit Mapping in DCC alle geräusche auf das erste F0-F9 setzt, geht das bedienen der soundarten auch ohne schau auf dem Display. Bei BEMO Soundloks habe ich alle wichtige sound arten unter F0- F9 und dann geht es ohne schauen sehr gut. Lastregelung und Lastsimmulierung gehen gut mit DCC. Ich kann Freilauf machen wen ich den Bremszeit Verlängere, und meine Ge6/6II habe ich so eingeregelt dass Sie eine Schwere zug stimulieren beim wegfahren.
Ich verstehe der wünsch nach freilauf, aber wegen der Lastregelung gibt es das doch irgendwo, Wenn der lok in Seiner soll- Geschwindigkeit ist, bleibt er in dieser Geschwindigkeit fahren,ob Steigung, oder nach unten. Meiner Meinung nach auch einer Art von Freilauf. Und wenn ich Bei Lenz auf der LH100R der drehknopf Drücke (im Rangiermodus) bremmst der Lok ab in der Art und Weisse wie mann das eingeregelt hat. Und PAN ist auf dieser Weise auch immer möglich.
Ausser der Spezifike fahrgefühll Wünsche, gibt es denk ich, der meist brauchbare Handregler schon.

*) ich weiss Otto, Ab und zu Sündige ich auch gegen dem Blaue Buch gedanke
Herzliche Grüsse Aad


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12.01.2023 12:51
#35 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Hallo Sebastian,

vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung.

zu

Zitat von Sebastian im Beitrag #31
käufliche Komponenten (Daisy-Funkhandregler, Loksound5-Decoder)

eine Frage: Das würde dann mit einem Daisy-Funkhandregler auch an einer Z12 funktionieren, oder? Und wie sieht es mit anderen Handreglern wie z.B. der WlanMaus und anderen Decodern aus?

Beste Grüße
Dirk

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12.01.2023 15:48 (zuletzt bearbeitet: 12.01.2023 17:01)
#36 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Hallo Dirk,

zu anderen Komponenten kann ich nichts sagen.

Decoder:
Ich arbeite ausschließlich mit ESU Loksound 5, da diese Decoder - über die reine Soundfunktionalität hinaus - die Möglichkeit zu umfangreicher Logikprogrammierung beinhalten, das ist für gescheite Fahr- und Bremsabläufe erforderlich.

Handregler:
Den Daisy-Funkhandregler benutze ich da er - trotz manch anderer Schwächen - für meine Zwecke gut bedien- und konfigurierbar und zu einem fairen Preis erhältlich ist. Ich betreibe ihn nur an einer Intellibox bzw. früher an der "Mini-Zentrale" von Uhlenbrock. Ob der Daisy-Funkhandregler mit einer Z12 spricht weiß ich nicht, ich nutze die Funkbasisstation von Uhlenbrock.

Ich habe mit diesen Uhlenbrock-/ESU-Komponenten beste Erfahrungen gemacht, daher sind Konzept und Software darauf abgestimmt. Ob das alles auf andere Komponenten (Wlan-Mäuse, Z21, andere Decoder) übertragbar ist müsstest du bei Interesse selber herausfinden.

Gruß,
Sebastian


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14.01.2023 13:43
avatar  Markus
#37 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Zitat von Sebastian im Beitrag #36

Decoder:
Ich arbeite ausschließlich mit ESU Loksound 5, da diese Decoder - über die reine Soundfunktionalität hinaus - die Möglichkeit zu umfangreicher Logikprogrammierung beinhalten, das ist für gescheite Fahr- und Bremsabläufe erforderlich.


Welche wären das? Es fällt mir im Moment schwer, zu verstehen, wie man die Logikfunktionen, vielleicht abgesehen von den Bremsstufen, sinnvoll zur Beeinflussung des Fahr- und Bremsverhaltens einsetzen kann, ohne signifikant Intelligenz in den Handregler auszulagern.

Ich denke, eines der Grundprobleme, wenn auch für den Dekoderhersteller nicht wirklich schwer zu lösen, ist, dass man den Dekodern immer eine Soll-Geschwindigkeit vorgeben muss, anstelle einer Leistung und dass die Motorregelung versucht, diese Geschwindigkeit einzuhalten. Realistischer ist die Vorgabe einer Leistung, wobei dann die Motorregelung keinen Einfluss auf den Motor haben darf sonder nur noch auf die Soundausgabe.

Die aktuell käuflich erwerbaren Dekoder können meinem Verständnis nach nur:
- Fahren (Geschwindigkeitsvorgabe)
- Rollen (Leerlauf)
- Bremsen (je nach Dekoder 1 bis 3 Stufen)
- Manuell einstellbare Simulation verschieden schwerer Züge

Damit geht eigentlich schon recht viel. Mehr scheitert daran, dass der Bediener in vielen Phasen nicht weiß, wie schnell sein Zug gerade wirklich fährt. Und da fängt es dann an komplex zu werden.


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17.01.2023 18:20
#38 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Hallo Markus,

Zitat
Welche wären das? Es fällt mir im Moment schwer, zu verstehen, wie man die Logikfunktionen, vielleicht abgesehen von den Bremsstufen, sinnvoll zur Beeinflussung des Fahr- und Bremsverhaltens einsetzen kann, ohne signifikant Intelligenz in den Handregler auszulagern.



schwer hier zu erklären, ich versuche es mal.

ESU erlaubt es im Decoder "Ablaufsteuerungen" zu programmieren, einschließlich logischer Verknüpfungen, Verzweigungen, Zeitglieder und so weiter. Wenn in diesem Ablauf ein bestimmter Zustand erreicht wird kann man das einerseits für das Abspielen bestimmter Sounddateien nutzen, andererseits aber auch logische Zustände auslösen (banales Beispiel: solange der Anlassvorgang des Motors läuft darf die Lok nicht losfahren).

Für die tatsächliche Beeinflussung der Geschwindigkeit stehen folgende Funktionen zur Verfügung:

Bremsen 1
Bremsen 2
Bremsen 3
mittlere Zuglast
schwere Zuglast
Rangiergang

Letztlich haben alle die gleiche Funktion die jeweils eine bestimmte Beschleunigung reduziert oder eine Verzögerung veranlasst und je mit einer eigenen "Stärke" versehen werden kann. Also habe ich (neben Ist-Geschwindigkeit und Reglerstellung) sechs individuelle Ausgangsgrößen zur Beeinflussung des Fahrverhaltens. Wenn man die auch noch binär verarbeitet werden es noch mehr, Beispiel: Bremsen 1 verzögert um 10%, Bremsen 2 um 20%, Bremsen 3 um 40%. Nun kann durch Bedienung einer bestimmten Funktionstaste am Handregler etwa gleichzeitig Bremsen 2 und 3 aktiviert werden, dann habe ich 60% der Bremskraft - aus 3 Bremsfunktionen werden 2^3=8 mögliche Zustände.

Zitat
Realistischer ist die Vorgabe einer Leistung, wobei dann die Motorregelung keinen Einfluss auf den Motor haben darf sonder nur noch auf die Soundausgabe.



Bei meinen dieselhydraulischen Loks mache ich ungefähr das was du beschreibst.

Gruß,
Sebastian


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20.02.2023 12:51
#39 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Hallo zusammen,

ich hatte die Ehre und das außerordentliche Vergnügen die Steuerung von Sebastian ausprobieren zu dürfen (vgl. auch ADJ-Blog vom 31.05.2022).
@Sebastian , dass Du zu mir gekommen bist und mir das gezeigt hast; das wird mittelfristig bei mir umgesetzt werden, soviel ist klar.

Es bringt nämlich wirklich richtig viel Spaß die Loks so zu steuern. Ich bin kein Triebfahrzeugführer, daher kann ich keine Aussage treffen, wie "realistisch" das ist, aber es fühlt sich viel besser und realer an als eine "herkömmliche" Steuerung. Es braucht zwar etwas Übung, aber die Handhabung ist einfach und intuitiv. Als ich dann wieder an meiner Anlage mit der herkömmlichen Steuerung war, musste ich mich erstmal wieder zurück gewöhnen und das obwohl wir Sebastians Steuerung nur kurz getestet haben. Hier noch ein Bild zum Versuchsaufbau:



Sehr spannend war insbesondere auch der Kreisverkehr; Sebastian und ich werden wohl zu den Teppichbahnern konvertieren ... ... das ist natürlich

Beste Grüße
Dirk

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20.02.2023 15:53
#40 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Zitat
Sehr spannend war insbesondere auch der Kreisverkehr; Sebastian und ich werden wohl zu den Teppichbahnern konvertieren ...



In der Tat. Aber damit es nicht zu sehr Ponyhof wird haben wir in den Kreisverkehr wenigstens eine Umsetzmöglichkeit und eine Anschlussstelle auf freier Strecke eingebaut...


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20.02.2023 21:35
avatar  OOK
#41 RE: Digitale Systeme und Handregler
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OOK

Dirk hatte ja schon den Beitrag im ADJ-Blog verlinkt, in dem ich von Sebastians Vorführung bei mir zuhause berichtet hatte.
Und ich muss Dirk beipflichten. Das Regeln einer Lok mit einem solchen Regler mit Bremsfunktion ist etwas total anderes als das, was wir bisher so kennen.

Eine reale Lok hat eine enorme Massenträgheit, die sich ein Autofahrer gar nicht vorstellen kann. Wenn er den Fuß vom Gas nimmt, wird sein Vehikel sofort langsamer, weil der Windwiderstand allein größer ist als das Trägheitsmoment. Wenn ein Lokführer seinen Regler schließt (Dampf) oder auf Null stellt (Diesel- und Ellok) ändert sich zumindest in der Ebene erstmal gar nichts. Das Teil roll unbeirrt mit der gleichen Geschwindigkeit weiter. Die Geschwindigkeit nimmt nur ganz unmerklich ab. Um zu bremen muss der Tf was? Na bremsen. Dieses Verhalten der Lok nachzustellen, hat Sebastian sich vorgenommen und ist dabei schon sehr weit gekommen. So weit, dass er schon einen Triebwagen meiner Braunlage-Andreasberger Eisenbahn so umgerüstet hat. Toll!

Gruß

Otto

OOK
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21.02.2023 09:36 (zuletzt bearbeitet: 21.02.2023 14:12)
#42 RE: Digitale Systeme und Handregler
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Zitat von OOK im Beitrag #41
Eine reale Lok hat eine enorme Massenträgheit, die sich ein Autofahrer gar nicht vorstellen kann. Wenn er den Fuß vom Gas nimmt, wird sein Vehikel sofort langsamer, weil der Windwiderstand allein größer ist als das Trägheitsmoment.

OT: Der Unterschied ist eher darin begründet, dass Autogetriebe nicht von selbst in den Leerlauf gehen und Verbrennungsmotoren antriebslos viel Leistung verbrauchen ("Motorbremse"). Wenn man mit einem Auto (besser: schwerbeladenen LKW) auf der Autobahn den Leerlauf reintut, hat man ziemlich denselben Effekt wie bei einer Lok - da tut sich nicht so viel, man "cruist" weiter.

Die Leerlaufeigenschaften bei den diversen Eisenbahnantrieben ergeben sich aus der Konstruktion:

- Dampflok mit Flachschieber: Der Flachschieber lässt sich von der Gleitbahn ("Schieberspiegel" heißt das eigentlich) abheben (er läuft in einem Rahmen, in dem er sich vertikal bewegen kann); wenn der Dampfkolben als "Pumpe" läuft, dann schließt der abgehobene Schieber Ein- und Auslass kurz = kein "Pumpwiderstand".

- Dampflok mit Kolbenschieber: Da ist die Sache kompliziert - diese Maschine hat, in der einfachen Form, tatsächlich einen ziemlichen Pumpwiderstand. Den akzeptiert man entweder und fährt mit einem wenig geöffneten Regler; das ist - so versteh ich die Theorie, ich kann nicht dampflokfahren - sowieso gut, weil man dann "Schmierdampf" gibt, der die Gleitflächen kühlt (kühlen heißt hier: von gefährlichen Reibungstemperaturen > 600...1000° auf die Dampftemperatur von z.B. 300° herunter!). Oder man baut Druckausgleichsschieber, die wie ein Flachschieber Ein- und Auslass kurzschließen. Die sind aber, weil hochbelastete Bauteile mit hohen Geschwindigkeiten, trickreicher zu bauen, als man glaubt.

- Dampflok mit Ventilsteuerung: Schwierig - ohne Zutun wird das eine heftige Pumpe. Für einen Leerlauf gibt man m.W. der Nockenwelle eine eigene Stellung, die alle Ventile anhebt; und macht diese Stellung über eine besondere Stellung der Steuerung (oder einen zusätzlichen Hebel?) zugänglich = der Lokführer muss den Leerlauf einschalten. Das ist dann so wie beim Auto - man muss "den Leerlauf einlegen" und nicht nur einfach "vom Gas gehen/den Regler schließen".

- Verbrennungsmotorantrieb mit mechanischem Getriebe: Wie beim Auto - man muss auskuppeln, damit man nicht motorbremst. Üblicherweise sind zwischen den Arbeitsgängen Leerlaufgänge (auch wegen der Synchronisation, d.h. der Anpassung der Motorgeschwindigkeit an die Abtriebsgeschwindigkeit beim Schalten). "Früher" (alte Verschubloks) musste der Lokführer da manuell hantieren (können), "heute" kann das eine elektrische Schaltsteuerung.

- Verbrennungsmotorantrieb mit hydraulischem Getriebe: Auch dort muss man konstruktiv was tun, damit die Maschine auch "auskuppelt", wenn man "das Gas zurücknimmt" - etwa ein Freilauf-Flügelrad im Wandler einbauen.

- Elektrischer Antrieb (von Fahrleitung oder Generator): Ein E-Motor mit Elektromagneten hat keine inhärente Bremswirkung. Man muss allerdings m.W. auf "Wirbelströme" in Ständer oder Läufer aufpassen; und was ich nicht versteh, ist, wie man bei einem Drehstrommotor mit Kurzschlussläufer verhindert, dass nicht durch einen remanenten Magnetismus dort doch Ströme entstehen, die dann bremsen ...

/OT

H.M.


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22.02.2023 14:09 (zuletzt bearbeitet: 22.02.2023 15:31)
#43 RE: Digitale Systeme und Handregler
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(auch noch OT)

Zitat von hmmueller im Beitrag #42
Elektrischer Antrieb (von Fahrleitung oder Generator): Ein E-Motor mit Elektromagneten hat keine inhärente Bremswirkung. Man muss allerdings m.W. auf "Wirbelströme" in Ständer oder Läufer aufpassen; und was ich nicht versteh, ist, wie man bei einem Drehstrommotor mit Kurzschlussläufer verhindert, dass nicht durch einen remanenten Magnetismus dort doch Ströme entstehen, die dann bremsen ...

Kurze Erklärung im Fall Drehstromantrieb:
Drehstromloks haben meistens Asynchronmotoren mit Kurzschlussläufer (wie Harald schon vermutet hat). Beim Magnetwerkstoff ist Remanenz (=Restmagnetisierung) nicht erwünscht und im Betrieb vernachlässigbar klein. Das bedeutet, dass der ausgeschaltete (also unmagnetisierte) Motor fast kein elektrisches Beharrungsmoment hat. Deswegen lassen sich ausgeschaltete Drehstromloks viel leichter verschieben als ältere Loks mit Kommutatormotoren.

Im eingeschalteten Zustand entsteht das Drehmoment dadurch, dass sich das Magnetfeld im Stator elektrisch schneller dreht als der Rotor rein mechanisch. Die Drehzahldifferenz heißt auch Schlupf, und das Drehmoment ist um so höher, je größer der Betrag des Schlupfs ist. Beim Bremsen ist der Schlupf negativ, das Drehfeld ist also langsamer als die mechanische Drehzahl. Wenn die Lok im Betrieb rollen soll, dann sorgt die Steuerungselektronik dafür, dass das Drehfeld genau der mechanischen Drehung folgt, dann ist der Schlupf gleich Null und das Drehmoment ebenso.

Bei Synchronmotoren (zB in Elektroautos) sind die Zusammenhänge etwas anders, da gibt es keinen Schlupf. /OT

Mit Hp1-Gruß - Helmut


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